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Der Klassiker in der Kritik!

„Der kleine Lord“: So reagierte die ARD auf den Skandal um Ricky Schroder

Der Weihnachtsklassiker „Der kleine Lord“ geriet plötzlich in die Kritik, weil Hauptdarsteller Ricky Schroder privat für Empörung sorgte. Zuschauer:innen forderten Konsequenzen – auch von der ARD.

Alec Guinness & Rick Schroder in einem Szenenbild von Der kleine Lord
Um Hauptdarsteller Ricky Schroder (r.) gab es immer wieder handfeste Skandale in den letzten Jahren! Foto: IMAGO / Allstar

Für viele gehört „Der kleine Lord“ fest zum Weihnachtsritual. Jahr für Jahr läuft der Film aus dem Jahr 1980 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (wie auch am 19. Dezember 2025 im TV-Programm um 20:15 Uhr) und steht sinnbildlich für Besinnlichkeit, Mitgefühl und Wandel. Umso größer war der Kontrast, als ausgerechnet der frühere Kinderstar Ricky Schroder abseits der Leinwand für massive Kontroversen sorgte und der Druck auf die ARD wuchs, Stellung zu beziehen.

Unterstützung für Kyle Rittenhouse sorgt für Empörung

Auslöser der Debatte waren öffentliche Äußerungen Schroders im Jahr 2020. Der Schauspieler hatte sich in sozialen Netzwerken für Kyle Rittenhouse eingesetzt, der während der Proteste im US-amerikanischen Kenosha auf Demonstrierende geschossen hatte. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, Rittenhouse wurde später unter anderem wegen Tötungsdelikten angeklagt.

Besonders brisant: Ricky Schroder erklärte öffentlich, selbst einen hohen Geldbetrag zur Kaution beigesteuert zu haben, damit Rittenhouse aus der Untersuchungshaft entlassen werden konnte. Die Aussagen verbreiteten sich schnell und lösten international scharfe Kritik aus. Viele Fans des Weihnachtsfilms zeigten sich schockiert und forderten Konsequenzen. „D

Fans appellierten an die ARD

In Deutschland richtete sich die Empörung zunehmend gegen die jährliche Ausstrahlung von „Der kleine Lord“. In sozialen Netzwerken wurde die Frage laut, ob ein Film mit einem derart umstrittenen Hauptdarsteller weiterhin unkommentiert gezeigt werden sollte. Einige Nutzer:innen verlangten sogar, den Klassiker komplett aus dem Weihnachtsprogramm zu streichen.

Der Druck auf die ARD wuchs – insbesondere, weil der Film traditionell ein Millionenpublikum erreicht und für viele Familien einen festen Platz an den Feiertagen hat.

Klare Trennung zwischen Rolle und Privatperson

Ricky Schroder nimmt an der 72. jährlichen Verleihung der Directors Guild of America Awards im Ritz-Carlton in der Innenstadt von Los Angeles teil.
Ricky Schroder machte besonders in den letzten Jahren mit kontroversen Aussagen auf sich aufmerksam! Foto: IMAGO / UPI Photo

Die ARD reagierte schließlich mit einem Statement. Gegenüber „t-online“ stellte der damalige Redaktionsleiter Christoph Pellander klar, dass man zwischen der Rolle des Schauspielers und seinem privaten Handeln unterscheide. Ricky Schroder habe mit seinen politischen Äußerungen als Privatperson gehandelt, diese stünden in keinem Zusammenhang mit dem Film oder seiner Rolle als Cedric Errol.

Damit machte der Sender deutlich, dass es keine inhaltliche oder redaktionelle Verbindung zwischen dem Weihnachtsklassiker und den umstrittenen Positionen des Darstellers gebe. An der Ausstrahlung des Films hielt die ARD fest.

Ricky Schroder bleibt umstritten

Die Debatte um „Der kleine Lord“ war nicht der einzige Skandal um Ricky Schroder, der sich auch optisch stark verändert hat. Bereits zuvor war der Schauspieler wegen häuslicher Gewalt mehrfach festgenommen worden, außerdem fiel er während der Corona-Pandemie durch das Verbreiten von Verschwörungsmythen auf. Auch politisch positionierte er sich deutlich und unterstützte öffentlich Donald Trump.

Seit mehreren Jahren ist Schroder kaum noch in Film- oder Fernsehproduktionen zu sehen. Seine Karriere kam spätestens Mitte der 2010er-Jahre nahezu zum Erliegen – während seine Rolle als kleiner Lord bis heute regelmäßig im deutschen Fernsehen präsent ist.

Weihnachtsklassiker trotz Kontroverse

Trotz aller Diskussionen bleibt „Der kleine Lord“ für viele Zuschauer:innen ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Die Geschichte über Mitmenschlichkeit, Verantwortung und Veränderung funktioniert unabhängig von der späteren Biografie ihres Hauptdarstellers – so zumindest die Haltung der ARD.

Der Fall zeigt jedoch, wie sehr sich der Blick auf alte Klassiker verändern kann, wenn das Verhalten ihrer Stars Jahre später in einem völlig anderen Licht steht.

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