„Von ProSieben verarscht“: Influencerin Linda rechnet nach „taff“-Beitrag mit dem Sender ab
Ihr schwer kranker Sohn kann nicht flach liegen, ohne in Lebensgefahr zu geraten. Influencerin Linda kämpft seit Monaten für ihr Baby und teilt ihre Geschichte mit Tausenden Menschen. Nach einem Beitrag bei „taff“ fühlt sie sich nun von ProSieben vorgeführt.

Eigentlich wollte Influencerin Linda S., die auf Instagram unter dem Namen „linda_schreibt“ aktiv ist, mit ihrer Geschichte anderen Müttern Mut machen. Ihr kleiner Sohn leidet an einer seltenen gesundheitlichen Besonderheit, deren genaue Ursache bislang ungeklärt ist. Weil seine Atemwege beim flachen Liegen blockiert werden können, muss die Mutter ihn Tag und Nacht in einer geeigneten Position halten.
Über ihren außergewöhnlichen Alltag berichtete Linda bereits öffentlich. Auch das ProSieben-Magazin „taff“ griff die Geschichte der Familie auf. Doch mit der Ausstrahlung ist die Influencerin alles andere als zufrieden.
In einem Instagram-Reel, das inzwischen 3,2 Millionen Aufrufe und knapp 58.400 Likes verzeichnet, kritisiert sie die Berichterstattung scharf. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: Sie fühlt sich von ProSieben getäuscht und unfair dargestellt.
Influencerin Linda kritisiert „taff“: „Von ProSieben verarscht“
In ihrem Video zeigt Linda Ausschnitte aus dem Fernsehbeitrag und reagiert auf die Aussagen der Moderatoren. Besonders die Anmoderation von Annemarie Carpendale stößt ihr sauer auf. Darin wird Lindas Einsatz für ihren Sohn als eine Form mütterlicher Aufopferung beschrieben, die „ein bisschen zu weit“ gehe. Die Moderatorin bezeichnet die Situation zudem als „wirklich sehr extrem“. Linda widerspricht entschieden. „Das Einzige, was hier zu weit geht, Annemarie, ist eure negative und abwertende Anmoderation“, erklärt sie in ihrem Reel. Für Linda klingt das so, als werde ihre Glaubwürdigkeit infrage gestellt. Sie wirft den Verantwortlichen vor, Zweifel an ihrer Darstellung zu säen.
Linda erhebt Vorwürfe gegen ProSieben: „Ich hätte niemals ein Kamerateam hereingelassen“
In ihrem Video schildert Linda ausführlich, wie es überhaupt zu dem Fernsehbeitrag gekommen sei. Nachdem ihre Geschichte bereits in einer Zeitung erschienen war, hätten sich mehrere Fernsehsender bei ihr gemeldet – darunter auch ProSieben. Linda zufolge habe sie vor dem Dreh großen Wert darauf gelegt, dass die Situation ihrer Familie wahrheitsgemäß dargestellt werde.
Nach ihrer Darstellung habe ProSieben zunächst großes Interesse an ihrer Geschichte gezeigt und ihre Entscheidung, öffentlich über den Alltag mit ihrem Sohn zu sprechen, ausdrücklich gelobt. Auch der Gedanke, anderen Müttern Mut zu machen und sie darin zu bestärken, auf ihr Bauchgefühl zu hören, habe im Mittelpunkt stehen sollen. Umso enttäuschter sei Linda über den später ausgestrahlten Beitrag gewesen.
Ob und in welcher Form die von ihr geschilderten Zusagen tatsächlich gemacht wurden, lässt sich anhand ihres Videos nicht unabhängig überprüfen.
„Wie weit geht Mutterliebe?“: Diese Frage macht Linda wütend
Besonders eine Frage aus dem Fernsehbeitrag bringt Linda auf. „Ja, ProSieben, wie weit geht Mutterliebe?“, fragt sie in ihrem Reel. Anschließend richtet sie eine deutliche Botschaft an den Sender: „Und wer seid ihr, dass ihr die Grenzen von Mutterliebe festlegt oder bewertet?“ Die Influencerin empfindet die Darstellung offenbar als ungerecht. Schließlich geht es in ihrem Fall nicht um eine gewöhnliche Entscheidung im Familienalltag, sondern um die medizinisch schwierige Versorgung ihres Kindes.
Ihr Sohn hat einen stark vergrößerten und verhärteten Zungengrund. Nach Lindas Schilderungen kann dieser beim Liegen nach hinten rutschen und die Atemwege verschließen. Für die Familie bedeutet das eine enorme Belastung: Der kleine Junge kann nicht einfach wie andere Babys flach zum Schlafen abgelegt werden.
Linda kritisiert den Umgang mit Kommentaren im „taff“-Beitrag
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Reaktionen auf ihre Geschichte in den sozialen Medien. Linda berichtet, dass im Interview auch über Kommentare unter ihren Instagram-Beiträgen gesprochen worden sei. Dabei habe sie erklärt, wie viel Zuspruch sie von ihrer Community bekomme. Nach ihrer Darstellung komme auf ungefähr 5.000 positive Kommentare nur ein negativer. „Ich bekomme so positives Feedback, so liebevolle Nachrichten“, erzählt sie in ihrem Reel. Viele Menschen würden mit der Familie mitfiebern und ihr schreiben, dass Lindas Geschichte ihnen Kraft gebe, selbst für ihre Kinder einzustehen. Im Fernsehbeitrag sei ausgerechnet ein negativer Kommentar aufgegriffen worden. Linda zufolge habe sie nach dem Grund gefragt. Die Antwort habe gelautet, der Beitrag solle dadurch nicht „so aalglatt“ wirken.
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Für die Influencerin ist das schwer nachvollziehbar. „Unsere Geschichte ist nicht aalglatt“, stellt sie klar. Die Erfahrungen, die sie mit ihrem Sohn im Krankenhaus gemacht habe, seien alles andere als einfach gewesen.
Schwere Vorwürfe: Linda spricht auch über ihre Erfahrungen im Krankenhaus
Im weiteren Verlauf ihres Videos berichtet Linda erneut von belastenden Situationen während der medizinischen Versorgung ihres Sohnes. Sie schildert unter anderem, dass ihr in einer Klinik zunächst gesagt worden sei, sie müsse wochenlang mit ihrem Baby auf dem Arm auf einem Stuhl schlafen. Ein Bett für sie habe es dort angeblich nicht gegeben. Nachdem die Klinik von ihrer Social-Media-Präsenz erfahren habe, sei ihr nach eigener Aussage plötzlich doch ein Bett mit Badezimmer angeboten worden. Auch von massivem Druck bei medizinischen Entscheidungen berichtet die Mutter.
Linda erklärt, dass sie inzwischen Aussagen von Ärzten habe, die ihre Entscheidung bestätigten, ihr Kind aus dem Krankenhaus zu holen. Diese Schilderungen sind Vorwürfe der Influencerin. Eine unabhängige Bestätigung der einzelnen Vorgänge oder eine Stellungnahme der betroffenen Klinik liegt auf Grundlage der vorliegenden Informationen nicht vor. Dass sie die Klinik nicht namentlich öffentlich kritisiere, begründet Linda in ihrem Reel mit der Sorge vor juristischen Konsequenzen.
Nach „taff“-Beitrag: Linda will vorerst nicht mehr ins Fernsehen
Trotz ihrer Enttäuschung über die Berichterstattung bleibt Linda dankbar für die Unterstützung, die sie über Instagram erhält. Sie freue sich besonders darüber, dass ihre Geschichte anderen Eltern Mut mache. Aus einer dramatischen Erfahrung sei auf diese Weise auch etwas Positives entstanden.
Mit Blick auf weitere Fernsehauftritte zieht die Influencerin allerdings eine klare Konsequenz. „Ich bin sehr gespannt, wie die anderen beiden Sender unsere Geschichte ausstrahlen, aber wir sind erst mal durch mit Fernsehen“, erklärt sie am Ende ihres Videos. Ob ProSieben auf Lindas Kritik reagieren wird, bleibt abzuwarten.








