„Der bewegte Mann“ kehrt zurück – aber wen bewegt das überhaupt noch?
Wie eh und je bewegt sich das deutsche Mainstream-Kino in die falsche Richtung. Das heutige Beispiel: die Ankündigung von „Der bewegte Mann 2“.

Wer sagt, dass Legacy-Sequels nur in den USA stattfinden dürfen? Dieser Gedanke scheint augenscheinlich durch die deutsche Filmförderung gewandert zu sein und hat sie dazu bewegt, eine Fortsetzung des Kultfilms „Der bewegte Mann“ aus dem Jahr 1994 zu fördern. Aber warum erhält ausgerechnet dieser Film eine Fortsetzung und welche Rolle spielt Til Schweiger in dem Ganzen?
„Der bewegte Mann – Reloaded“: Wieder alles wie immer im deutschen Kino
2023 schlug kaum ein anderer Film so sehr beim deutschen Publikum ein wie „Manta Manta – Zwoter Teil“. Dieser regelrecht plumpe, homophobe und fremdenfeindliche Film ist das, was man heutzutage als Legacy-Sequel bezeichnet. Diese zeichnen sich meist dadurch aus, dass die Geschichte eines meist recht populären und beliebten Films viele Jahre später weitererzählt wird und im Zweifelsfall alle bis dahin erschienenen Fortsetzungen ignoriert. Prinzipiell setzt man sich damit die Krone der einzig wahren Fortsetzung auf.
Ein weiteres Merkmal eines Legacy-Sequels ist, dass viele der alten Schauspieler und Schauspielerinnen zurückkehren. So kehrten in „Top Gun: Maverick“ nicht nur Tom Cruise, sondern auch Val Kilmer zurück … und in „Manta Manta – Zwoter Teil“ nicht nur Til Schweiger, sondern auch Michael Kessler.
Da Schweigers Unterfangen, originelle Ideen auf die Kinoleinwand zu bringen, zuletzt scheiterten, ergibt es schon Sinn, dass er sich am ehesten auf alte Hits stürzt, um weiterhin im Kino stattfinden zu dürfen. Dieser Umstand kommt der deutschen Filmindustrie mehr als gelegen, denn im besten Fall versucht man mit der Filmförderung, einen Film zu produzieren, der sein Geld und vielleicht sogar etwas mehr wieder einspielt. Und als Opferlamm muss diesmal „Der bewegte Mann“ herhalten …
Aller guten Dinge sind wohl kaum zwei: „Der bewegte Mann – Reloaded“
Die Geschichte des zweiten Teils soll nun über 30 Jahre später ansetzen. Axel (Til Schweiger) hat mit seiner ehemaligen Familie nichts mehr am Hut und taucht zur Überraschung aller auf der Hochzeit seines homosexuellen Sohnes auf. Dieser Umstand gefällt seiner Ex-Frau Doro und ihrem neuen Mann Norbert überhaupt nicht.
Weitere Themen der Fortsetzung sollen familiäre Identität, Kinderwünsche sowie die Midlife-Crisis sein. Til Schweiger schließen sich Jan Josef Liefers, Marie Bäumer und Rufus Beck an – ob Katja Riemann als Doro zurückkehren wird, ist bis dato noch unklar. Als Regisseurin fungiert diesmal Hermine Huntgeburth, die in der Vergangenheit Filme wie „Neue Vahr Süd“ oder „Lindenberg! Mach dein Ding“ inszeniert hat.
Da der Film erst vor Kurzem seine Förderung erhalten hat, steht die Frage nach einem möglichen Startdatum noch in der Schwebe. Wenn man die üblichen Branchenstandards der Produktion bedenkt, kann man mit dem Film frühestens im Winter 2027 rechnen – wahrscheinlicher ist jedoch ein Start im Jahr 2028.









