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„Das Leben ist manchmal echt beschissen“: Christina Applegate berichtet ehrlich über ihr Leben mit MS

Christina Applegate spricht offen über ihr Leben mit Multipler Sklerose – und das Verhältnis zu ihrer Tochter.

Christina Applegate und Anthony Anderson bei den Emmys im Jahr 2024.
Christina Applegate verlässt nur noch selten das Haus. . Foto: IMAGO / Imagn Images

Christina Applegate hat offenbart, dass sie inzwischen die meiste Zeit ihres Tages im Bett verbringt. Fünf Jahre nach ihrer Diagnose mit Multipler Sklerose (MS) sei Bewegung mit starken Schmerzen verbunden, erklärte die 54-jährige Schauspielerin in einem Interview mit dem Magazin People im Vorfeld der Veröffentlichung ihrer Memoiren.

„Ich verbringe viele meiner Tage im Bett“, sagte Applegate. Grund dafür seien die Schmerzen, die jede Bewegung begleiteten. Dennoch gibt es einen festen Bestandteil ihres Alltags, an dem sie festhält: Sie bringt ihre 15-jährige Tochter Sadie weiterhin zur Schule.

„Es ist die einzige Zeit, die wir allein miteinander haben“, sagte sie. „Ich sage mir: ‚Bring sie einfach sicher hin und fahr dann nach Hause, damit du wieder ins Bett kannst.‘ Und genau das mache ich.“

Leben mit Multipler Sklerose

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die schützende Hülle der Nervenfasern angreift. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper gestört. Die Krankheit erschwert häufig das Gehen und andere Bewegungsabläufe, bei manchen Betroffenen kommt es zu Lähmungen in den Beinen.

MS betrifft überwiegend Frauen. Die Erkrankung ist selten unmittelbar tödlich, verkürzt die Lebenserwartung im Durchschnitt jedoch um fünf bis zehn Jahre.

Applegate hatte ihre Diagnose im Jahr 2021 öffentlich gemacht. Seitdem spricht sie regelmäßig über die Auswirkungen der Krankheit auf ihr Leben – insbesondere über die Veränderungen im Alltag mit ihrer Tochter.

Bereits zuvor hatte sie geschildert, wie sehr sie die Situation belastet: „Ich sehe, wie sie mich anschaut, wenn ich im Bett liege und mich kaum bewegen kann, oder wenn ich ihr gute Nacht sagen möchte, aber aus irgendeinem Grund den Flur nicht entlanggehen kann, weil meine Beine an diesem Tag nicht funktionieren … Mama kann nicht mehr all die Dinge tun, die sie früher konnte, und ich sehe es in ihren Augen. Ich sehe es.“

Ein Leben ohne Schleife

Bekannt wurde Applegate als Kinderdarstellerin in der erfolgreichen Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. In ihren neuen Memoiren mit dem Titel „You With the Sad Eyes“ blickt sie auf ihre Kindheit in Los Angeles zurück. Sie beschreibt darin unter anderem, wie sie miterlebte, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Nancy Priddy, mit Heroinabhängigkeit und mehreren gewalttätigen Partnern zu kämpfen hatte.

„Mein Leben ist nicht mit einer Schleife verpackt“, sagte Applegate. „Das Leben von Menschen ist – entschuldigt den Ausdruck – manchmal verdammt beschissen. Also bin ich so ehrlich und schonungslos, wie ich nur sein kann.“

Und weiter: „Wir alle kommen von irgendwoher, manche Orte sind schmerzhafter als andere, und es kommt wohl darauf an, was man daraus macht. Das ist in keiner Weise ein inspirierendes Buch. Aber es kann inspirieren.“

Karriere und neue Wege

Bereits 2008 musste Applegate nach einer Brustkrebsdiagnose eine beidseitige Mastektomie vornehmen lassen. Die gesundheitlichen Einschnitte ziehen sich somit seit Jahren durch ihr Leben.

Heute konzentriert sie sich vor allem auf Synchronarbeiten. Zudem moderiert sie gemeinsam mit ihrer Freundin und Schauspielkollegin Jamie-Lynn Sigler den Podcast „MeSsy“, in dem beide offen über ihr Leben mit MS sprechen. Auch Sigler lebt mit der Erkrankung.

Quellen