Gaming

"Cyberpunk 2077" Test: Nur auf PC ein visuelles Meisterwerk!

Zwei Monate nach dem Desaster-Start von "Cyberpunk 2077" haben wir die PC-Version inkl. Patch 1.12 aus visueller Perspektive unter die Lupe genommen. Unseren Test lest ihr hier!

Cyberpunk 2077
Zwei Monate nach Release haben wir die PC-Fassung von "Cyberpunk 2077" vor allem in Bezug auf die technische Umsetzung getestet. Foto: CD Project Red
Inhalt
  1. "Cyberpunk 2077": Night City und seine visuellen Kontraste
  2. Cyberpunk 2077 – Pfützen- und Neon-Liebe dank RayTracing
  3. Cyberpunk: Performancehunger trifft auf DLSS
  4. „Cyberpunk 2077“: Unser Fazit zur PC-Fassung

Knapp zwei Monate und gefühlt unzählige Shitstorms, Patches und Entschuldigungen später ist es um "Cyberpunk 2077" erstaunlich ruhig geworden. Auch wenn erst kürzlich wieder ein brandneuer Hotfix von CD Projekt Red mit der Versionsnummer 1.12 für die PC-Fassung veröffentlicht werden musste, um bspw. einen Buffer Overrun zu verhindern. Kleinere Bugfixes und Patches bei einem Open-World-Spiel sind nicht weiter verwunderlich, doch noch immer lässt vor allem die Performance auf den Konsolen weiterhin zu wünschen übrig, so dass wir immer noch zu unserer Meinung aus unserem Konsolentest stehen. So verführerisch es für einige Spieler*innen auch sein mag endlich in die Welt von Night City abzutauchen, raten wir euch immer noch eindringlich von jeglichen Konsolenfassungen des Spiels ab – inkl. der derzeitigen Xbox Series X- und PlayStation 5-Version. Warum das so ist, könnt ihr hier noch einmal nachlesen:

Gleichzeitig steht weiterhin fest, dass "Cyberpunk 2077" trotz einiger nicht eingehaltener Versprechen immer noch ein sehr gutes Rollenspiel ist. Auch hier sei allen noch einmal das Fazit unseres Tests zu Herzen gelegt: "Wie zu erwarten war, ist das Storytelling von CD Projekt Red einfach exzellent: Nicht nur die Hauptquest überrascht immer wieder mit neuen Wendungen, einer sehr guten Inszenierung und qualitativ hochwertiger Dramaturgie, auch die Nebenquests sind wie schon in 'The Witcher 3' teilweise wirklich großartig ausgearbeitet und oftmals die heimlichen Highlights des Spiels. Soundtrack und die Vertonung fallen absolut großartig aus, sowohl in der deutschen Fassung als auch in der englischen Originalausgabe. Die große spielerische Freiheit, die folgenreichen Entscheidungen, das überraschend gute Waffenhandling, die zahlreichen Upgrade-Möglichkeiten für eure Hauptfigur – all diese gelungenen Elemente machen aus 'Cyberpunk 2077' ein sehr gutes Rollenspiel. Abzüge gibt es im Gameplay-Bereich vor allem wegen der schwachen K.I. und unnötigen Ärgernissen wie den spawnenden Polizeieinheiten, die es jedoch nicht hinbekommen euch per Vehikel zu folgen."

Doch im Hinblick des teilweise großartigen Spielgeschehens und seines beeindruckenden Settings war es uns ein Anliegen noch einmal nach Night City zurückzukehren. Dank einer neuen Nvidia RTX 3090-Grafikkarte, das momentan stärkste Grafikkartenmodell auf dem Markt, gepaart mit einer neuen Ryzen 5000er-CPU konnten wir "Cyberpunk 2077" in einem High-End-PC-Setup erleben und möchten unsere Eindrücke gerne mit euch teilen. Warum "Cyberpunk 2077" mit einem High-End-PC quasi zu einem anderen und damit auch deutlich besseren Spiel wird, lest ihr in den kommenden Abschnitten.

 

"Cyberpunk 2077": Night City und seine visuellen Kontraste

Cyberpunk 2077 Night City
Welcome to Night City!         CD Projekt RED

Auf dem Weg zum ersten Treffen mit Jackie im "Corpo"-Lebenspfad von "Cyberpunk 2077" wird für viele Sci-Fi-Fans ein kleiner Traum wahr: Als "V" schwebt man in "Blade Runner"-Manier in einer Szene vorbei an den Neon-beleuchteten Wolkenkratzern von Night City und blickt in der Szene staunend nach draußen, weil die Faszination an dieser architektonisch vielschichtigen Megalopolis schon sehr früh diesen faszinierenden Höhepunkt erreicht. "Cyberpunk 2077" ist ein Spiel, das vor allem von seiner dichten Atmosphäre lebt. Und die wird nicht nur durch die Story, Figuren und Spielelemente konstruiert, sondern natürlich auch durch die Spielwelt an sich. "Night City" mag es für einige Spieler*innen zwar an der glaubhaften sandboxmäßigen Interaktivität eines Rockstar-Titels wie „GTA V“ oder „Red Dead Redemption 2“ mangeln, doch gleichzeitig gehört diese diverse und vor allem auch vertikale Mega-City zu den vermutlich beeindruckendsten Schauplätzen in der jüngeren Spielgeschichte.

Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Cyberpunk 2077“ haben wir mit den Entwicklern und Designern des Spiels über die unglaubliche Herausforderung gesprochen eine Stadt wie "Night City" möglichst realistisch und glaubwürdig zu gestalten. Fast jeder Stadtteil besitzt einen eigenen Look, eine eigene visuelle Identität und dementsprechend Locations, die absolut einzigartig in der Spielwelt sind. Von architektonisch aufwendigen Corporate-Vierteln, über ärmliche Gegenden, in denen sich städtische Elemente quasi absichtlich überkreuzen und sich dabei auch widersprechen bis hin zur kargen Weite der "Night City"-Vorstadt – die Welt von "Cyberpunk 2077" lebt extrem von diesen (visuellen) Kontrasten.

 

Cyberpunk 2077 – Pfützen- und Neon-Liebe dank RayTracing

Cyberpunk 2077 CD Projekt Red
Cyberpunk 2077 in glorreicher Ausleuchtung dank Raytracing        CD Projekt RED

Im Grunde nutzt CD Projekt RED für „Cyberpunk 2077“ eine deutlich aufgebohrte Variante der RED Engine, die auch bereits bei "The Witcher 3" zum Einsatz kam. Mit dem mittelalterlichen Rollenspiel-Meisterwerk hat das futuristische Sci-Fi-Setting allerdings kaum mehr etwas gemeinsam: Schließlich sucht man horizontale und weitläufige grüne Landschaften in "Cyberpunk 2077" verständlicherweise vergeblich. Stattdessen konzentriert sich das neueste Projekt von CD Projekt Red auf gigantische vertikale Stahlkolosse, viele reflektierende Chrom-Flächen sowie sehr viele kleine Details wie Nebel, Trümmer und bewegliche Objekte, die die Bildausschnitte bzw. Frames so richtig vollpacken. Selbstverständlich spielt "Cyberpunk 2077" auf Ultra-Einstellungen in nativer WQHD oder 4K-Auflösung hier seine Stärken aus: Selbst der "Quality Mode" der Xbox Series X-Version kommt in puncto Schärfe und Detailgrad nicht annähernd an die Ultra-Einstellungen der PC-Versionen heran.

Doch noch deutlich sichtbarer wird der Unterschied, wenn man "Cyberpunk 2077" mit Raytracing-Unterstützung erlebt. Mit dieser noch relativ neuen Technologie werden, kurz erklärt, Lichtstrahlen in Echtzeit berechnet und somit auch der Schattenwurf und Spiegelungen einzelner Objekte. Die typische Raytracing-Vorzeigeszene ist meist eine Pfütze, in der sich detailgenau die umliegenden Wolkenkratzer bzw. Neon-Zeichen der anliegenden Geschäfte bei Nacht detailgenau spiegeln. Doch in „Cyberpunk 2077“ kann Raytracing noch deutlich mehr: Objekte, die bspw. von der Sonne angestrahlt werden, werfen deutlich realistischere Schatten auf den Boden. Bei der Fahrt mit Dex DeShawn spiegeln sich einzelne Elemente von außerhalb des Fahrzeugs in dessen Brille, die durch die Fensterscheiben des Autos dringen. Auch die generelle Ausleichtung und die Qualität der einzelnen Elemente im Inneren der Limousine sowie die Licht- und Schattenwürfe in der Sequenz sind deutlich kontrastreicher und realistischer mit RTX ON. "Cyberpunk 2077" ist mit seinen unzähligen Licht- und Schatteneffekten quasi prädestiniert für den Einsatz von Raytracing und wirkt dadurch auch deutlich realistischer und teilweise auch extrem spektakulär. Zwar hält "Cyberpunk 2077" nicht in allen visuellen Belangen diese hohe Qualität, doch gerade die Spielewelt profitiert enorm von einem höheren Detailgrad und der großartigen Raytracing-Implementierung. Wie einzelne Szenen mit und ohne Raytracing aussehen, seht ihr auch im nachfolgenden Nvidia-Vergleichsvideo:

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Cyberpunk: Performancehunger trifft auf DLSS

Ein Argument, was völlig zurecht im Bezug auf Raytracing angeführt wird, ist der enorme Performancehunger der Technologie. Das ist auch logisch: Da jeder einzelne Ray, wie z. B. ein Lichtstrahl, aufwendig berechnet werden muss, bringt die Technologie selbst modernste Grafikkarten wie NVIDIAS RTX 20er und 30er-Reihen zum Glühen. Trotzdem gehört Raytracing die Zukunft, da immer mehr Toptitel RTX-Unterstützung anbieten und die Technologie mittlerweile auch ihren Weg auf die Konsolen gefunden hat, was Titel wie "Control", "Spider-Man: Miles Morales" oder "Call of Duty: Black Ops Cold War" beweisen. Die Antwort auf den enormen Performancehunger lautet auf dem PC vor allem DLSS.

Mit "Deep Learning Super Sampling" wird mittels KI-Rendering dank Tensor-Core-Prozessoren, die aktuell auf Nvidias RTX 20er und RTX 30er Karten integriert sind, die Performance trotz hoher Bildqualität deutlich verbessert. Ohne unverständliches Technik-Jargon lässt sich DLSS eigentlich relativ leicht erklären: Dank KI-Berechnung sieht das Bild im besten Fall mindestens genauso gut (und in einzelnen Fällen sogar besser) aus wie die anvisierte native Auflösung, doch durch DLSS und die niedrigere Render-Auflösung lässt sich verdammt viel Performance sparen. Wie unglaublich viel das sein kann, wird auch in unserem Test in Cyberpunk 2077 deutlich:

Mit der RTX 3090 erreichen wir mit Ultra-Raytracing und ohne DLSS in einer Schlüsselszene gerade einmal 18 Bilder pro Sekunde im Schnitt. Das Spiel bietet dann unterschiedliche Modi an: Mit Raytracing Ultra und DLSS Quality-Einstellung, die der nativen Auflösung sehr nah kommt, bekommen wir in derselben Szene bereits 35 FPS. Mit DLSS Balanced sogar 41, mit DLSS Performance 50 und mit DLSS Ultra Performance sogar unglaubliche 72 FPS im Schnitt. Somit vervierfacht (!) DLSS die Bilder pro Sekunde in der höchsten Performance-Einstellung zu der Leistung ohne DLSS. Allerdings muss man ehrlicherweise auch zugeben, dass die Bildqualität unter DLSS Ultra Performance dann doch deutlich sichtbare Einbußen macht. DLSS Balanced und vor allem DLSS Quality bieten hier tatsächlich extrem gute Ergebnisse in puncto Bildqualität und schaffen es die FPS-Anzahl teilweise mehr als zu verdoppeln.

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Gerade für viele PC-Spieler*innen, die für sich den Sweet Spot von 1440p bzw. WQHD entschieden haben und ein dementsprechendes Setup besitzen, können Cyberpunk 2077 mit einer RTX 3080er Karte, Ultra-Raytracing und Quality-DLSS jenseits über der magischen Grenze von 60 Bildern pro Sekunde erleben und erhalten dabei tatsächlich den wohl perfekten Kompromiss aus großartiger Bildqualität und guter Performance. Doch uns ist natürlich auch gleichzeitig bewusst: Die derzeit angespannte Lage am PC-Komponentenmarkt macht es vor allem für potenzielle Geforce RTX 3080-Käufer*innen unmöglich eine Grafikkarte zu einem einigermaßen akzeptablen Marktpreis zu finden.

 

„Cyberpunk 2077“: Unser Fazit zur PC-Fassung

Zur Qualität der Spielerfahrung von „Cyberpunk 2077“ sind wir bereits in unserem Konsolentest eingegangen, den ihr euch gerne unter dem Link noch einmal durchlesen könnt. Auf einem High-End-PC-Setup ist "Cyberpunk 2077" dann zumindest visuell das, was sich viele CD Projekt Red-Fans gewünscht haben: Das beeindruckende World Building des polnischen Entwicklerstudios kommt dank dem unglaublichen Detailreichtum der Spielwelt, den hervorragend modellierten Figuren sowie der brillanten Licht- und Schattendarstellung dank Raytracing noch einmal ganz anders zur Geltung als auf den bisher enttäuschenden Konsolenfassungen. Immerhin sollen die PS5- und Xbox Series X|S-Versionen voraussichtlich Ende des Jahres einen echten Next-Gen-Patch spendiert bekommen. Trotzdem lässt sich jetzt auch darüber hinaus schon festhalten: Nur auf einem High-End-PC ist "Cyberpunk 2077" (zumindest visuell) der Stoff aller dystopischen Sci-Fi-Rollenspiel-Träume. 

Mit Patch 1.12 sind zumindest auch einige schwerwiegende Bugs & Glitches des Spiels behoben, auch wenn CD Projekt Red weiterhin sehr viel Arbeit ins Haus stellt, um "Cyberpunk" auch spieltechnisch zu dem Ausnahmetitel zu machen, den er visuell bereits darstellt.



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