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"Spider-Man: Miles Morales" im Test: Pflichtkauf zum PS5-Start?

In "Marvel’s Spider-Man: Miles Morales" bekommt der Weggefährte von Peter Parker seinen eigenen Spielableger serviert. Doch fesselt uns "Miles Morales" genauso wie "Spider-Man" auf der PS4? Das verraten wir in unserem Test!

Marvel's Spider-Man Sony PlayStation
"Marvel's Spider-Man: Miles Morales" im Test: So gut ist das PS5-Launch-Spiel wirklich! Foto: 2020 Marvel / Sony PlayStation

Held sein ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Manchmal rettet man an einem Tag kurz mal Manhattan, nur um am nächsten festzustellen, dass Superkräfte dem typischen Alltagstrott eines vermeintlichen "Normalos" eher im Weg stehen. So ergeht es auch Miles Morales, der knapp ein Jahr nach den Ereignissen von "Marvel’s Spider-Man" statt dem Wochenkauf für seine Mutter plötzlich den ausgebrochenen Rhino durch die Gegend "schleppen" muss und nur knapp gemeinsam mit seinem Kumpel "Spider-Man" der Vollkatastrophe entkommt.

Wir erinnern uns: In "Marvel’s Spider-Man" war Miles noch bei weitem kein Superheld, als er den schmerzhaften Tod seines Vaters mitansehen musste. Auch weil die beiden ein ähnliches Schicksal teilten, kümmerte sich Peter darum, dass Miles nach dem tragischen Ableben seines ganz persönlichen Helden nicht komplett an seinem Schmerz zerbricht. Und dann kam doch alles ganz anders: Nachdem Miles aktiv im F.E.A.S.T.—Hilfsprogramm von Peters Tante May mitgewirkt hat, wurde auch er von einer radioaktiven Spinne aus dem geheimen Oscorp-Labor gebissen. Ein neuer Held wurde an dem Tag geboren: Und der muss sich jetzt ein Jahr nach den Ereignissen von "Marvel’s Spider-Man" das erste Mal auch solo beweisen.

Miles Morales und Ganke auf PS5
Ganke (l.) untersützt Miles (r.) bei seinen Missionen!       2020 Marvel / Sony PlayStation Foto: 2020 Marvel / Sony PlayStation

"Spider-Man: Miles Morales": Homecoming der neuen Spinne

Vieles an "Marvel’s Spider-Man: Miles Morales" fühlt sich erstaunlich familiär und dann doch wieder ganz anders an. So ist z.B. das Schwingen durch die wunderbare Skyline von Manhattan immer noch genauso faszinierend und berauschend, wie beim ersten Mal. Gleichzeitig ist selbst da von Anfang an klar, dass wir nicht mehr in der Haut von Peter Parker, sondern eben in der von Miles Morales stecken: Die neue "Spinne" schwingt sich viel chaotischer und wackeliger durch die Häuserschluchten von Manhattan, doch offenbart gleichzeitig auch die gleiche Leichtigkeit und den grenzenlosen Enthusiasmus seines großen Vorbilds. Manhattan hat sich seit "Marvel’s Spider-Man“ natürlich nicht wahnsinnig groß verändert, doch zeigt sich im Winter-Setting von einer ganz anderen Seite: An der Weihnachtsdeko, den bunten Lichtern und dem Schneegestöber kann man sich kaum sattsehen.

Und auch storytechnisch ist vieles familiär und dann doch wieder so wunderbar individuell: Denn Miles Morales ist erst kürzlich mit seiner Mutter Rio nach Harlem gezogen. An seine neue Umgebung und seinen Kumpel Ganki, der zwischenzeitlich bei ihm untergekommen ist, hat sich Miles noch nicht wirklich gewöhnt. Und natürlich auch nicht an die Verantwortung als neuer "Spider-Man", der in Peter Parkers Fußstapfen treten muss, nachdem dieser für ein paar Wochen nach Europa mit Mary-Jane abgedüst ist. Und dann kommt passiert plötzlich wieder alles auf einmal: Ein Energiekonzern namens Roxxon sorgt für Aufsehen und ist vermutlich in dunkle Machenschaften verstrickt. Eine neue Bedrohung namens "The Underground" macht die Straßen von Manhattan unsicher. Und dann ist da auch noch die weirde Gefühlslage gegenüber Phin, Miles‘ früherer bester Freundin, die plötzlich wieder eine gewichtige Rolle in seinem Leben spielt. Puh, Superheld sein ist alles andere als einfach.

Warum Miles Morales der Held ist, den wir brauchen

Ein wenig Enttäuschung konnten die meisten Spieler nicht verbergen, als Insomniac Games für den Launch der PlayStation 5 nicht die erwartete Fortsetzung von "Marvel’s Spider-Man" ankündigt, sondern ein eigenständiges Spin-off zu Miles Morales. Und tatsächlich fällt Miles Morales deutlich kürzer und kompakter aus als der Vorgänger: In gut 10 Stunden Spielzeit solltet ihr mit der Hauptstory sowie einigen Nebenaktivitäten auch schon durch sein. Doch trotzdem wird schnell klar, warum die Entwickler ausgerechnet Miles seinen großen Auftritt nicht verwehren wollten: Miles ist einfach einer der grundsympathischsten und liebenswertesten Helden, die wir in den vergangenen Jahren steuern durften.

Wie er sich um seine Mitmenschen, seine Familie und sein direktes Umfeld sorgt und welche persönlichen Hindernisse er in der Geschichte von "Miles Morales“ überwinden müssen, lassen ihn uns als Figur innerhalb der kürzeren Spielzeit deutlich mehr ans Herz wachsen, als es Peter Parker wohl jemals tun könnte. Die Story ist allerdings nicht perfekt, hat in der zweiten Hälfte hier und da sogar eine kleine Länge bzw. wirkt ein Ticken zu überdramatisiert, trotzdem trifft "Miles Morales" fast über die gesamte Spielzeit immer den richtigen Ton.

Miles Morales für PS5
Die Kämpfe mit Miles Morales sind extrem dynamisch und haben viel "Energie"        2020 Marvel / Sony PlayStation Foto: 2020 Marvel / Sony PlayStation

Fight like Miles | Kampfsystem und Nebenaktivitäten

Habe ich schon erwähnt, dass sich "Miles Morales" familiär und dann doch wieder ganz anders anfühlt? Das gilt nämlich auch fürs Kampfsystem. Die atemlosen Kombos aus Schlägen, Kicks, Würfen, Netzattacken usw. werden jetzt mit Miles‘ ganz eigenen Spezialfähigkeiten angereichert. Der Gute hat nämlich noch ein paar Moves mehr drauf, als seiner Alter Ego „Spider-Man“: Miles kann mit seinem Venom-Angriff nämlich elektrisch-aufgeladene Spezialattacken abfeuern, die seine Widersacher auch gruppenweise lahmlegen können. Daneben erlernt unser neuer Titelheld im Laufe der Geschichte auch, wie er sich für kurze Zeit unsichtbar machen kann: Die neuen Fähigkeiten von Miles‘ haben die Entwickler von Insomniac Games natürlich auch in zahlreiche Spielelemente eingewebt, sodass wir bestimmte Puzzle-Abschnitte bspw. nur mit Miles‘ elektrischer Power lösen können.

Generell spielen sich die Kämpfe tatsächlich noch ein wenig chaotischer und dynamischer als im Vorgänger und treiben den Puls beim Spielen regelmäßig in die Höhe. Für unseren Geschmack sind die Bosskämpfe zwar etwas zu rar gesät, doch ansonsten bieten die Hauptmissionen wirklich viel Abwechslung bis zum spektakulären Finale. Daneben gibt es auch in „Miles Morales“ wieder viel zu tun abseits der wichtigen Spinnenpfade: Euer Buddy Ganki schickt euch dank Spider-App konstant Nebenmissionen, in denen ihr euren Mitmenschen das Leben erleichtert und dafür Spider-Marken und Tech-Teile sammelt, die ihr wiederum in neue Spider-Anzüge, Gadgets oder Mods investieren könnt. Einen klassischen Fähigkeitenbaum mit drei Ausprägungen gibt es natürlich auch: Hier investiert ihr eure Skill-Punkte nach jedem Levelaufstieg.

PS4 vs. PS5: So spielt sich Miles Morales auf den Konsolen

"Marvel’s Spider-Man: Miles Morales" ist zwar einer der Launch-Titel für die PlayStation 5, doch erscheint auch als Cross-Gen-Spiel für die PS4. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den beiden Fassungen gar nicht so gewaltig: Auf beiden Plattformen haben die Macher von Insomniac Games wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet. Besonders die Figurendarstellung fällt exzellent aus. Die Performance ist in den von uns getesteten PS4 Pro- und PS5-Fassungen in allen Modi hervorragend. Und generell sieht "Miles Morales" einfach großartig aus, was allerdings nicht wirklich überrascht, da auch schon "Marvel’s Spider-Man" zu den schönsten Spielen der PS4-Generation gehört.

Trotzdem ist die PS5-Fassung natürlich in jeder Hinsicht zu bevorzugen: Ihr könnt Miles Morales in zwei Grafikvarianten spielen. Im "Fidelity"-Modus läuft das Spiel nur in 30 Bildern pro Sekunde, bietet aber brillante 4K-Auflösung mit echter Raytracing-Unterstützung, das technisch absolut beeindruckend ausfällt und auf den Vorgängerkonsolen nicht möglich wäre. Im "Performance"-Modus schwingen wir uns in absolut flüssigen 60 Bildern pro Sekunde durch Manhattan: Das Spiel ähnelt dann grafisch aber eher der PS4-Fassung. Weiterer riesiger Vorteil der PS5-Version: Die Ladezeiten fallen bedeutend schneller aus. Speicherstände werden in wenigen Sekunden geladen. Die "Fast Travel"-Funktion ist wirklich so fast, dass wir nicht mal mit den Augen blinzeln und direkt weiterzocken können. Und auch der Dualsense wird mit sanften Vibrationen in den Kämpfen oder beim Schwingen nett eingebunden, wenngleich auch deutlich reduzierter, als beim DualSense-Vorzeigespiel Astro-Bot.

Miles Morales für PS5
Ein neuer Held für Harlem          2020 Marvel / Sony PlayStation Foto: 2020 Marvel / Sony PlayStation

Fazit zu "Marvel's Spider-Man: Miles Morales"

Willkommen Next-Gen. Willkommen Miles Morales. Insomniac Games liefert mit dem Ableger zum PlayStation 4-Hit "Marvel’s Spider-Man" ein äußerst würdiges und verdammt unterhaltsamen Superhelden-Spiel ab, das nicht nur mit seiner spektakulär inszenierten Action begeistert, sondern das Herz auch am rechten Fleck trägt. Denn Miles Morales ist tatsächlich wohl einer der sympathischsten Helden aller Zeiten und lässt uns bis zum Finale mit seinem Schicksal mitfiebern. Vieles an "Miles Morales" fühlt sich sehr heimelig an, gerade was Struktur, Nebenaktivitäten und die wunderschöne Spielewelt angeht. Und doch treffen Insomniac Games mit ihrem neuen Titelhelden einen ganz eigenen, individuellen Ton. Ob PlayStation 4 oder PlayStation 5: "Miles Morales" ist für beide Sony-Konsolen ein Must-have.

"Spider-Man: Miles Morales" erscheint am 12. November für PlayStation 4 und am 19. November zum Launch der PlayStation 5. Außerdem erscheint am 19. November die "Marvel's Spider-Man Miles Morales: Ultimate Edition" für PlayStation 5, die auch eine Remastered-Version von "Marvel's Spider-Man" enthällt. Das Spiel könnt ihr hier bei Amazon.de kaufen!

Die Testversionen für PS4 und PS5 wurde uns von Sony PlayStation zur Verfügung gestellt. Getestet wurde das Spiel von TVMovie.de-Redakteur David Rams. Den Launch-Trailer zum Spiel seht ihr hier!

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