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Kino-News

Corona, Trash und der Niedergang des Fernsehens: Hape Kerkeling im Interview zu „Horst Schlämmer sucht das Glück“

Mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ bringt Hape Kerkeling seine Kultfigur zurück auf die große Leinwand – und spricht im Interview über die Folgen der Pandemie und das Ende des klassischen Fernsehens.

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Video: Honeybird Film / TV Movie

Was macht Menschen eigentlich glücklich? Eine einfache Antwort darauf gibt es auch für Hape Kerkeling nicht. Doch im Gespräch wird schnell klar: Für ihn ist Glück nichts, das man erzwingen kann. Vielmehr gehe es darum, offen dafür zu sein und aktiv darauf zuzugehen.

Diese Haltung spiegelt sich auch im neuen Film wider. „Horst Schlämmer sucht das Glück“ greift genau dieses Thema mit viel Humor auf, aber auch mit einem ernsteren Unterton. Denn Kerkeling macht deutlich, dass viele Menschen nach den letzten Jahren emotional aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Corona als Wendepunkt

Hape Kerkeling als Hape Kerkeling singt einen Schlager.
In „Horst Schlämmer sucht das Glück“ ist Hape Kerkeling auch als er selbst zu sehen – wenn auch deutlich unsympathischer. Foto: © Leonine Studios / Sandra Hoever

Ein zentraler Ausgangspunkt des Films ist die Corona-Pandemie. Für Kerkeling steht fest, dass diese Zeit bei vielen Spuren hinterlassen hat – vor allem psychisch. Besonders junge Menschen hätten Ängste entwickelt, die vorher so nicht da waren.

Genau hier setzt der Film an: als Versuch, die Stimmung wieder etwas aufzuhellen. Die Geschichte rund um Horst Schlämmer soll nicht nur unterhalten, sondern auch einen kleinen Gegenpol zur allgemeinen Verunsicherung bieten.

Warum der Film unbedingt ins Kino musste

Zunächst war unklar, ob der Stoff fürs Kino, Fernsehen oder Streaming gedacht ist. Am Ende fiel die Entscheidung bewusst zugunsten der großen Leinwand.

Für Kerkeling liegt der Unterschied vor allem in der Aufmerksamkeit des Publikums: Im Kino entsteht ein Raum, in dem sich Zuschauer vollständig auf eine Geschichte einlassen können, ohne Ablenkung durch Handy, Alltag oder Unterbrechungen. Genau diese Intensität sei für den Film entscheidend gewesen.

Zwischen Drehbuch und Improvisation

Obwohl „Horst Schlämmer sucht das Glück“ klar durchstrukturiert ist, bleibt die Spontaneität erhalten. Kerkeling betont, dass keine Szene ganz ohne Improvisation auskommt, um die typische Lebendigkeit der Figur zu bewahren.

Gleichzeitig räumt er ein, dass klassische Straßeninterviews im Stil früherer Schlämmer-Auftritte heute kaum noch möglich wären – zumindest im deutschsprachigen Raum. Die Figur ist schlicht zu bekannt geworden.

Eine Liebeserklärung an das alte Fernsehen

Jakob, der Pferdepfleger (Hape Kerkeling) mit Johanna v. Eichenstein (Tahnee Schaffarczyk).
Hape Kerkeling und Tahnee Schaffarczyk schlüpfen in diversen Einspielern in unterschiedliche Rollen. Foto: © Leonine Studios / Frank Dicks

Wenn Horst Schlämmer Auftritte seines (fiktiven) Fernseh-Idols Gabi Wampel ansieht, nimmt uns der Film mit auf eine Reise durch die deutsche Fernsehgeschichte. Das geschieht nicht ohne Augenzwinkern, allerdings bewusst ohne Böswilligkeit. Für Kerkeling steht fest: Die große Zeit des klassischen Fernsehens neigt sich dem Ende zu.

Er selbst habe die Hochphase miterlebt – inklusive all der Formate, die heute oft belächelt werden. Gerade dieser oft kitschige „Trash“ habe jedoch Generationen geprägt und war zudem, unabhängig von der Qualität, unterhaltsam.

Kerkeling macht keinen Hehl daraus, dass auch seine eigene Arbeit in diese Kategorie fällt. Doch genau darin sieht er nichts Negatives. Im Gegenteil: Diese Formate haben etwas Verbindendes und Wertvolles.

Ein Blick in die Zukunft

Neben dem neuen Schlämmer-Film arbeitet Kerkeling bereits an einem weiteren Projekt: Sein Buch „Gebt mir etwas Zeit“ soll fürs Kino adaptiert werden. Die geplante Umsetzung verspricht eine aufwendige Erzählweise, die verschiedene Zeitebenen miteinander verknüpft.

Mit einer erfahrenen Regisseurin (Katja von Garnier) und einem ausgearbeiteten Konzept zeigt sich Kerkeling optimistisch, dass auch dieses Projekt sein Publikum finden wird.

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