„Buck Rogers“-Star Gil Gerard ist tot: Der Schauspieler wurde 82 Jahre
Trauer um Sci-Fi-Kultstar Gil Gerard. Der „Buck Rogers“-Star ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Der US Schauspieler Gil Gerard, bekannt als Titelheld der Kultserie „Buck Rogers in the 25th Century“, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 82 Jahren nach kurzer, schwerer Krebserkrankung. Das bestätigte seine Ehefrau Janet Gerard in einem Beitrag in den sozialen Netzwerken.
„Früh am Morgen hat Gil, meine große Liebe, seinen Kampf gegen eine seltene und extrem aggressive Form von Krebs verloren“, schrieb Janet Gerard. Zwischen der Diagnose und seinem Tod hätten nur wenige Tage gelegen. „Egal wie viele Jahre ich mit ihm hatte, es wären nie genug gewesen. Haltet die Menschen, die ihr liebt, fest und liebt sie leidenschaftlich.“
Abschiedsbotschaft von Gil Gerard selbst
Besonders bewegend ist, dass Gil Gerard noch zu Lebzeiten eine persönliche Abschiedsbotschaft verfasste, die seine Frau nach seinem Tod veröffentlichte. Darin blickt der Schauspieler dankbar auf sein Leben zurück. „Mein Leben war eine unglaubliche Reise. Die Chancen, die Menschen und die Liebe, die ich geben und empfangen durfte, haben meine 82 Jahre auf diesem Planeten zutiefst erfüllend gemacht.“
Weiter schrieb Gerard: „Meine Reise führte mich von Arkansas nach New York, dann nach Los Angeles und schließlich nach North Georgia zu meiner wunderbaren Frau Janet, mit der ich seit 18 Jahren verheiratet bin. Es war eine großartige Fahrt, aber wie alles kommt auch sie irgendwann zu einem Ende. Verschwendet eure Zeit nicht mit Dingen, die euch nicht begeistern oder keine Liebe bringen. Wir sehen uns irgendwo draußen im Kosmos.“
Kultstatus mit „Buck Rogers in the 25th Century“
In Deutschland wurde der Science Fiction Film „Kampf um die Erde“ (Buck Rogers in the 25th Century) 1979 veröffentlicht und später als Pilot für die TV Serie „Buck Rogers im 25. Jahrhundert“ genutzt. Die Serie lief von 1979 bis 1981 und wurde unter anderem im deutschen Fernsehen zum Kult.

Gil Gerard spielte Captain William Buck Rogers, einen Astronauten aus dem 20. Jahrhundert, der 504 Jahre im All eingefroren wird und im Jahr 2491 erwacht. Die Serie entstand im Fahrwasser des „Star Wars“ Erfolgs, setzte jedoch bewusst auf Humor, Abenteuer und einen leichteren Ton.
An der Seite von Gerard waren unter anderem Erin Gray als Colonel Wilma Deering und Thom Christopher als der außerirdische Krieger Hawk zu sehen. Kultstatus erlangte auch der Roboter Twiki, der im Original von Mel Blanc gesprochen wurde.
Karriere vor und nach „Buck Rogers“
Bereits vor seinem großen Durchbruch war Gil Gerard im US Fernsehen präsent. In der NBC Serie „The Doctors“ spielte er über 300 Episoden hinweg die Rolle des Dr. Alan Stewart. Nach dem Erfolg von „Buck Rogers im 25. Jahrhundert“ arbeitete Gerard kontinuierlich weiter, vor allem in Serien und Independent Produktionen.
Zu seinen bekanntesten TV Rollen zählen „E.A.R.T.H. Force“ und ein mehrteiliger Auftritt in der Soap „Days of Our Lives“. Auch im Kino blieb er aktiv. In der Krimikomödie „The Nice Guys“ stand er als Bergen Paulsen neben Russell Crowe und Ryan Gosling vor der Kamera.
Gil Gerard wurde 1943 in Little Rock im US Bundesstaat Arkansas geboren. Seine Karriere begann mit Werbespots und kleineren Serienrollen, bevor er mit „Kampf um die Erde“ und „Buck Rogers im 25. Jahrhundert“ endgültig zum Gesicht einer ganzen Science Fiction Generation wurde.
Mit Gil Gerard verliert das Fernsehen einen Schauspieler, der für viele deutsche Zuschauer untrennbar mit einem der prägenden Sci Fi Stoffe der späten 1970er und frühen 1980er Jahre verbunden bleibt.
Privatleben, Familie und persönliche Kämpfe
Abseits seiner Karriere war Gil Gerards Privatleben von Brüchen und Neuanfängen geprägt. Bis zum Ende der 1980er Jahre war er insgesamt viermal verheiratet und ebenso oft geschieden. Seine erste Ehe schloss er bereits in den 1960er Jahren in seiner Heimat Arkansas, sie hielt nur wenige Monate. Auch seine zweite Ehe, die er nach seinem Umzug nach New York einging, blieb turbulent und endete nach mehreren Trennungen.
Nach seinem Wechsel nach Los Angeles heiratete Gerard 1979 das Model und die Schauspielerin Connie Sellecca. Aus der siebenjährigen Ehe ging sein Sohn Gilbert Vincent Gerard, genannt Gib, hervor, der 1981 geboren wurde. Die Beziehung zerbrach Mitte der 1980er Jahre, auch im Zusammenhang mit dem Ende von „Buck Rogers im 25. Jahrhundert“ und Gerards zunehmenden persönlichen Problemen. Die Scheidung wurde 1987 vollzogen, das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn erhielt überwiegend Sellecca.
Noch im selben Jahr heiratete Gerard erneut, diese Ehe hielt jedoch nur kurz. Erst mit seiner fünften Frau Janet Gerard, die er Ende der 2000er Jahre heiratete, fand er langfristige Stabilität. Das Paar lebte zuletzt gemeinsam im Norden des US Bundesstaates Georgia und war bis zu seinem Tod verheiratet.
Offen sprach Gil Gerard über seine Kämpfe mit Suchtproblemen, darunter Alkohol, Kokain und Essstörungen. Nach einem Entzug in den 1980er Jahren blieb insbesondere das Thema Gewicht für ihn lange präsent und beeinflusste nach eigenen Aussagen auch seine Karriere. Trotz dieser Rückschläge zeigte sich Gerard später versöhnt mit seinem Lebensweg und blickte dankbar auf seine Erfahrungen zurück.










