KI im „Tatort“ aus Hannover: Was steckt dahinter?
Technische Neuerungen haben nun auch ihren Weg in den „Tatort“ gefunden. Aber wie viel KI steckt wirklich in „König in Gelb“?

Während manche sie verdammen, können andere (leider) schon gar nicht mehr ohne sie. Die Rede ist von künstlicher Intelligenz, die nicht nur im Synchron langsam Fuß fasst, sondern auch bei der Produktion des „Tatort“ eingesetzt wird, wie der erste Fall der neuen Saison nun zeigt. Dennoch muss man sich konkret fragen, was das bedeutet und welche Ausmaße das in Zukunft haben könnte. Glücklicherweise hat uns der NDR mehr zur Nutzung von KI im „Tatort“ verraten.
Wie viel KI steckt in „König in Gelb“?
Gleich zu Beginn der neuesten „Tatort“-Episode „König in Gelb“ kann man schon fast unscheinbar die Bemerkung „in Teilen KI unterstützt“ erblicken. Und bei einer derartig schwammigen Angabe kommt zu Recht die Frage auf, was das eigentlich bedeuten soll. Wurde das Drehbuch mittels KI erstellt? Hat man die KI mit dem Location-Scouting beauftragt? Oder castet die KI mittlerweile die Darsteller und Darstellerinnen?
Die Antwort liegt vielmehr im Visuellen verborgen. Im Cold Open des Falls sieht man die Leiche einer älteren Dame, in deren Augen Regentropfen fallen. Das Augenlid bewegt sich hierbei nicht. Dieses Bild wäre früher mit Videoeffekten umgesetzt worden, heutzutage kommt hier KI zum Einsatz.
Wie uns der NDR verraten hat, trifft das auch auf manche Bilder zu, die man im Zimmer von Herrn König sowie in der Wohnung von Ermittlerin Lindholm sehen kann. Meist sind dies Bilder, die die Figuren in der Vergangenheit zeigen. Solche Fotomontagen mit beispielsweise Photoshop zu erstellen, kann ein aufwendiger, aber vor allem ein qualitativ zehrender Prozess sein. „Diese Fotos lassen sich via KI qualitativ deutlich besser herstellen als z.B. mit Photoshop“, so unsere Quelle beim NDR.
Sollte KI im „Tatort“ verwendet werden?
Diese Frage ist tendenziell ein zweischneidiges Schwert. Einerseits muss ein jeder und eine jede mit sich selbst ausmachen, ob das für ihn oder sie ein Problem darstellt. Andererseits muss man aber auch die Fragen nach Arbeitsplätzen und Umwelt stellen.
Ob die Nutzung von KI jetzt im Falle des „Tatort“ dafür sorgt, dass Stellen eingespart werden, ist nicht vollends nachvollziehbar, aber prinzipiell braucht es ja weiterhin Personen, die die Prompts schreiben und für die Fotomontagen und visuellen Effekte verantwortlich sind.
Damit geht aber auch eine gewisse Frage der umwelttechnischen Verantwortung einher. Das Prompten von Bildern oder gar Videomaterial hinterlässt Spuren. Wer visuelle Medien von der KI erstellen lässt, nimmt auch immer in Kauf, dass irgendwo Datenzentren mit Unmengen an Wasser gekühlt werden müssen – auch wenn es hierbei immer auf den Umfang ankommt.
Es bleibt interessant zu beobachten, ob und wie sich die Nutzung von KI im „Tatort“ in Zukunft weiterentwickelt. Nicht selten gibt es Parteien, die mal mehr und mal weniger witzeln, dass sich viele „Tatort“-Drehbücher bereits wie von der KI geschrieben anfühlen. Abgesehen davon hängt das aber auch immer vom jeweiligen Kreativ-Team und den Sendeanstalten ab. Im „Tatort: Unvergänglich“ des BR bezeichnete Ermittler Leitmayr KI beispielsweise als Arbeit für Kalli und Ivo.
NDR






