Kaufberatung

Ist ein E-Scooter das Richtige für mich?

Aus gegebenem Anlass denke ich gerade über einen E-Scooter nach und stelle mir genau diese Frage. Ist ein Elektroroller womöglich sinnvoll oder eigentlich totaler Quatsch?

wie sinnvoll ist ein e scooter wirklich
Soll ich mir wirklich einen E-Scooter kaufen? Dieser Frage stelle ich mir gerade Foto: Pavel Girard/iStock/Michael Piepgras/Xiaomi

Meine Ausgangssituation: Nicht noch mehr Sport obendrauf

Es ist Freitag Abend und ich bin völlig fertig. Bin ich mit Freunden in der Kneipe und habe ein paar zu viel über den Durst getrunken? Mitnichten. Vor zwei Wochen habe ich einen Karate-Kurs angefangen, der zwar einen Riesenspaß macht, mich aber mit seinen zwei Mal 90 Minuten pro Woche durchaus an mein körperliches Limit bringt. Auch, weil zum eigentlichen Training zusätzlich knapp 20 Kilometer Hin- und Rückfahrt mit dem Rad dazukommen.

Gestern kam mir deswegen ein spontaner Gedanke: Wie wäre es, wenn ich mir zu diesem Anlass einen eigenen E-Scooter anschaffe? Meine Erfahrungen mit Mietrollern waren nämlich bislang sehr positiv – mich nerven höchstens die Menschen, welche die Dinger kreuz und quer überall abstellen. Allerdings war für mich der Mietpreis eine Hemmschwelle: Meistens habe ich mindestens um die 10 Euro für eine Fahrt bezahlt, was mir als Sparfuchs eigentlich zu hoch ist. Elektroroller mit Straßenzulassung sind allerdings deutlich leistbarer geworden und ich bin eindeutig der „Lieber einmal zahlen und danach nicht mehr“-Typ. So wurde der E-Scooter für mich plötzlich zur echten Option!

Eine kurze Google- und Amazon-Recherche brachte am Sonntag Abend dann einen ersten Kandidaten: den Xiaomi 5 Pro für derzeit knapp 449 Euro. Echt super Preis, dachte ich mir und auch im Test vieler Portale scheint der preiswerte Roller zu überzeugen: Schicker Look, gute Reichweite, top Verarbeitung. Nur das Wiederaufladen könnte mit knapp 8 Stunden offenbar etwas schneller sein.

Bevor ich jetzt jedoch allzu spontan bestelle, stelle ich mir als verantwortungsbewusster Mensch mit Familie natürlich eine grundlegende und sehr wichtige Frage:

Wie sinnvoll ist ein E-Scooter wirklich?

Denn auch wenn der Xiaomi 5 Pro heftige 250 Euro günstiger ist als zum Beispiel der vielerorts gepriesene Segway-Ninebot Max G2 D, sind fast 500 Euro Anschaffungspreis natürlich dennoch eine Stange Geld. Ich möchte also erst einmal herausfinden, ob ein Elektroroller für mich persönlich (und vielleicht auch für euch) Sinn macht oder ob ich hier nur dem üblichen Gadget-Wahn verfalle. Denn jeder von uns hat schließlich schon einmal etwas gekauft, einfach nur, weil es neu und schön war. Hier meine Überlegungen!

Hinweis vorweg

An manchen Stellen dieses Artikels vergleiche ich den E-Scooter mit anderen Fahrzeugen. Ein Auto nehme ich jedoch hier aus der Gleichung, weil es sich um ein gänzlich anderes Fortbewegungsmittel handelt, das zu keinem Zeitpunkt in Konkurrenz mit dem E-Scooter gehen kann. Manchmal vergleiche ich die Vor- und Nachteile eines Elektrorollers aber mit dem Fahrrad oder E-Bike.

Die Vorteile eines Elektrorollers

1. Unabhängig und bequem von A nach B kommen

Mit einem E-Scooter komme ich relativ flott und ohne Anstrengung an Ziele in der näheren Umgebung. In meinem Falle bin ich in etwa einer Viertelstunde bei meinem Karate-Dojo angekommen, ohne vorher schon aus der Puste zu sein. Ich bin nicht auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen und kann wann ich will losfahren. Außerdem kann ich das kompakte Fahrzeug überall parken, ohne wie bei vielen Mietrollern nach einer Parkzone zu suchen. All das gilt natürlich auch für ein Fahrrad, hier musst du aber in die Pedale treten. Keine Option also für meinen speziellen Fall!

2. Kaum laufende Kosten

Hast du einen eigenen E-Scooter, zahlst du natürlich keine Miete oder monatliche Summe in Form eines Abos. Die laufenden Kosten beschränken sich im Prinzip auf das Wiederaufladen des Rollers mit Strom. Die Stromkosten sind jedoch unerheblich. Der Wert steht und fällt zwar mit den Faktoren Stromanbieter, Reichweite und Fahrweise etwas, teuer wird es aber nicht. Gemini errechnet mir zum Beispiel Durchschnittskosten von 1,20 Euro pro 100 Kilometer. Das ist nicht viel!

Unregelmäßige andere Kosten sind allerdings noch Wartung, Reparatur und Versicherung. Eine gültige Haftpflichtversicherung ist bei Elektrorollern mit Straßenzulassung zum Beispiel Pflicht. Aber die hat sowieso fast jede:r.

3. Einfach mit in die Wohnung nehmen

Besonders reizvoll finde ich persönlich auch die Möglichkeit, meinen Elektroroller einfach mit in die Wohnung zu nehmen. Dieser Punkt wird selten genannt, ist aber ein nicht zu unterschätzendes Pro-Argument. Zumindest Menschen wie ich mit Aufzug schieben den Scooter einfach nach Benutzung ins Eigenheim und verhindern so Diebstahl, Vandalismus oder Wetterschäden – zumindest, wenn du dich für ein Modell mit um die 20 Kilogramm Gewicht entscheidest. Wohnst du hingegen in einem Hamburger Altbau im vierten Stock, ist das eher schwierig.

4. Sehr gute Umweltfreundlichkeit

Klar: Ein normales Fahrrad ist noch besser für unsere Umwelt, da du hier nicht einmal Strom für die Fortbewegung benötigst. Ansonsten zählt der E-Scooter (zusammen mit dem E-Bike) zu den umweltfreundlichsten Fortbewegungsmitteln da draußen. Er ist im Betrieb emissionsfrei und verbessert somit die Luftqualität und reduziert gleichzeitig Verkehrslärm. Für mich persönlich ist das sehr wichtig, da ich keinen weiteren ökologischen Fußabdruck hinterlassen möchte.

Allerdings sind Elektroroller nur dann am umweltfreundlichsten, wenn sie als echte Alternative zu Autofahrten genutzt werden und nicht für Wege, die sonst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt würden. Die Akku-Herstellung und -Entsorgung verursacht nämlich durchaus Umweltbelastungen.

5. Komfortables Fahren

Wer schon einmal mit einem E-Scooter gefahren ist, kennt das Gefühl: Viel mehr als eine Taste musst du meist nicht drücken und der Roller beschleunigt leise und schnell und gleitet dann förmlich dahin – ohnehin nicht empfehlenswerte Fahrten über unwegsames Terrain wie Kopfsteinpflaster mal ausgenommen. Mir gefällt das entspannte Rollen einfach und ich kann im leichten Fahrtwind noch einmal so richtig durchatmen, bevor ich meine ersten zackigen Schritte im Dojo mache. Dennoch solltest du natürlich im Straßenverkehr immer achtsam sein und (hier sogar im doppelten Sinne) nicht abdriften.

Fazit: So habe ich mich entschieden

Ich überlege noch etwas, aber die Tendenz ist schon klar: Ich habe gerade richtig Lust auf einen E-Scooter! Auch wenn ein kleines Gefühl von Quatschkauf bleibt, überwiegen die objektiven Vorteile irgendwie: Ich komme schnell und entspannt an mein Ziel, bin dabei super flexibel und muss mir nach der Erstanschaffung um Kosten keine Sorgen machen. Ich weiß aber schon, dass ich keine 800 Euro für einen Elektroroller ausgeben werde und auf ein preiswertes Modell wie eben den Xiaomi 5 Pro zurückgreife.

Der Vollständigkeit aber hier noch ein paar Ausschlusskriterien für den Kauf eines Elektrorollers, damit auch du dir ein vollständiges Bild machen kannst:

Du brauchst keinen E-Scooter ...

  • wenn du größere Distanzen zu überwinden hast: Zwar haben E-Scooter im Durchschnitt eine Reichweite von 40 Kilometern, aber du musst ja meistens auch noch zurückkommen. Außerdem dauert eine solche Fahrt an frischer Luft viel zu lange.

  • wenn du bereits ein E-Bike hast: Klar ist ein E-Scooter spaßig zu fahren und hebt sich dadurch vielleicht ab, dein Elektrorad bietet dir aber ansonsten dieselben Vorteile. Hier zusätzlich Geld auszugeben, ist also nicht wirklich sinnvoll.

  • wenn du häufiger mit schwerem Gepäck unterwegs bist: Manche Roller besitzen zwar eine bestimmte Art Gepäckhalterung, doch diese ist nur für leichte Taschen gedacht. Und ein schwerer Rucksack auf dem Rücken ist unangenehm und beeinträchtigt zusätzlich die Verkehrstüchtigkeit. Reist du etwa zum Bahnhof, musst du etwa auf den ÖPNV ausweichen.

  • wenn du gerne sehr schnell fährst: Mit einem E-Scooter kommst du zwar flott voran, die zugelassene Höchstgeschwindigkeit ist aber hierzulande 20 Kilometer pro Stunde. Ich zum Beispiel bin auf gerader Strecke mit dem Fahrrad etwas schneller unterwegs.

Drei empfehlenswerte E-Scooter zum Einstieg

Du hast jetzt auch Bock auf einen Elektroroller? Hier sind drei mögliche Modelle für den Einstieg!

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Xiaomi 5 Pro

Der Xiaomi 5 Pro ist ein beliebter E-Scooter, der durch seine starke Leistung und sein minimalistisches, faltbares Design überzeugt. In Kraft und Beschleunigung hält er fast mit deinen deutlich teureren Kollegen mit und bietet somit ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er bietet nützliche Smart-Funktionen über eine App und ein doppeltes Bremssystem für mehr Sicherheit. Außerdem fährt sich der Roller durch die Federung vorne und hinten deutlich angenehmer als der direkte Vorgänger. Allerdings ist er mit etwa 22 Kilogramm recht schwer.

Stiftung-Warentest-Sieger: Segway-Ninebot Max G2 D

Unangefochtener aktueller Testsieger von Stiftung Warentest ist der Segway-Ninebot Max G2 D. Der E-Scooter ist zwar deutlich teurer als der Xiaomi 5 Pro, aber auch eine gute Portion besser: So zeichnet sich der Scooter durch seine starke Robustheit und seinen hohen Fahrkomfort aus. Auch hier winkt ein durchdachtes doppeltes Federungssystem, das Erschütterungen sehr gut abfängt. Klasse ist auch die hohe Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Nachteil hier abseits des stattlichen Preises: Der Ninebot ist mit 24 Kilogramm sogar noch schwerer als der 5 Pro.

Günstig & leicht: iScooter E9

Der iScooter E9 positioniert sich als preiswerter und solider E-Scooter. Er richtet sich vor allem an Nutzer, die einen einfachen und funktionalen Scooter für kurze Strecken suchen, ohne viel Geld auszugeben. Trotz „i“ im Titel ist er also das Gegenteil eines Apple-Produktes. Mit seinem schön geringen Gewicht von nur 13 Kilogramm ist er aber handlich und leicht zu transportieren. Die Bedienung ist unkompliziert und dank des übersichtlichen Displays hast du alle wichtigen Infos wie Geschwindigkeit und Akkustand im Blick. Allerdings ist die Reichweite mit höchstens 30 Kilometern ziemlich gering.

Wichtige Fragen zum E-Scooter geklärt

  • Größter Nachteil eines E-Scooters ist die geringe Reichweite: Mehr als 50 Kilometer schaffen die meisten Modelle nicht, manche knicken sogar schon bei 15 ein. Für längere Distanzen sind sie also nicht geeignet – allerdings auch nicht gedacht.

  • Je nach Modell ist ein Elektroroller außerdem teuer in der Anschaffung. Manche Geräte kosten etwa zwischen 600 und 800 Euro. Das ist teurer als das durchschnittliche Fahrrad, allerdings auch günstiger als die meisten E-Bikes.

  • Bei schlechtem Wetter solltest du deinen Roller lieber zuhause lassen. Leichter Regen ist ok, gießt es in Strömen, lässt du es lieber sein. Auch, weil manche Modelle gar nicht komplett wasserdicht sind und bei zu viel Feuchtigkeit Schaden nehmen.

  • Das hohe Gewicht kann bei manchen Modellen für Probleme sorgen. Zwar gibt es Modelle unter 10 Kilogramm, der Durchschnitt pendelt sich aber eher zwischen 14 und 20 Kilogramm ein. Hast du etwa keinen Aufzug und lädst bevorzugt in der Wohnung, ist das eine anstrengende Sache.

  • E-Scooter sind zwar komfortabel und unkompliziert zu fahren, bergen aber ein höheres Sicherheitsrisiko als Fahrräder oder E-Bikes. Das liegt an der starren Lenkung und der schnelleren Beschleunigung. Gerade letzteres wird gerne unterschätzt.

Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht beim Fahren eines E-Scooters, allerdings ist das Tragen eines Kopfschutzes genau wie beim Fahrrad absolut empfehlenswert. Besser kein Risiko eingehen, denn schon 20 Kilometer die Stunde sind nicht gerade langsam.

Ja, eine bestimmte Promillegrenze darfst du genau wie beim Autofahren auch auf dem Elektroroller nicht überschreiten. Hast du einen Blutalkoholwert zwischen 0,5 und 1,09 Promille, begehst du bereits eine Ordnungswidrigkeit. Die Folge ist in der Regel ein Bußgeld von 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Eine Straftat liegt sogar vor, wenn du mit 1,1 Promille oder mehr unterwegs bist.

Das Mindestalter für die Nutzung eines E-Scooters liegt bei 14 Jahren. Fürs Fahren wird weder eine Mofa-Prüfbescheinigung noch ein Führerschein benötigt.

Ooono Gerät vor einem Bild einer Autobahn. - Foto: TV Movie / Amazon / Ooono / Canva Pro
Technik
Jetzt reduziert! Immer mehr Autofahrer setzen auf den OOONO Co-Driver

Der OOONO Co-Driver NO2 fürs Armaturenbrett warnt vor Gefahrenstellen in Echtzeit, unterstützt CarPlay und Android Auto – und verursacht keine laufenden Kosten!

Skeletor steht mit seiner Armee vor Flammen und blickt finster drein. - Foto:  IMAGO / Cinema Publishers Collection
Spooky, scary Skeletor
„Masters of the Universe“: Wie man den Film jetzt schon zu Hause schauen kann

Ihr habt die Kraft … He-Mans Abenteuer im Heimkino zu schauen. Doch wie kann das sein?

Monika Podolski im Jahr 2015 in Italien - Foto: IMAGO / Insidefoto
Interview
Deshalb zeigt sich Monika Podolski in „POLDI“ nicht vor der Kamera!

Zum Start von „POLDI“ sprach Lukas Podolski mit TV Movie auch über einen besonderen Teil des Films: die Rolle seiner Ehefrau Monika. Denn die Öffentlichkeit bekommt die Frau an seiner Seite nur selten zu sehen.

Dominique Kuster (Ina Paule Klink, li.) und Thomas Borchert (Christian Kohlund) sind ein starkes Team. - Foto: ARD Degeto Film/Graf Film/Pascal Mora
TV-Serien
„Der Zürich-Krimi“ im Ersten: Wann kommen endlich neue Folgen? Das ist bereits bekannt

Aktuell zeigt die ARD nur Wiederholungen von „Der Zürich-Krimi“. Viele Fans fragen sich deshalb: Geht die beliebte Reihe mit Christian Kohlund überhaupt weiter? Jetzt gibt es Neuigkeiten zu den nächsten Filmen.

Die Bergretter: Ein letzter Augenblick (1): Auf eine Bergpfad: Rücksäcke tragend laufen Sandra Piazelli (Eva-Maria Grein von Friedl), Yvonne Kern (Dagmar Dewath), Emilie (Stefanie von Poser) und Markus (Sebastian Ströbel) mit Abstand zueinander eine Steigung hinauf. Die Stimmung zwischen ihnen wirkt angespannt. - Foto: ZDF/Sabine Finger Fotografie
Es wird spannend
„Die Bergretter“: Stirbt SIE heute den Serientod? So geht es in der ZDF-Serie weiter

Das ZDF zeigt heute eine besonders dramatische Folge von „Die Bergretter“. Eine Hauptdarstellerin gerät in Lebensgefahr und kämpft unter Wasser um ihr Leben. Droht heute tatsächlich ein Serientod – und wann kommen neue Folgen?

Garrett Graham (Belmont Cameli) and Hannah Wells (Ella Bright) in OFF CAMPUS - Foto: Liane Hentscher / © Amazon Content Services LLC
US-Serien
Fans sind sich sicher: ER wird in „Off Campus“ Staffel 2 mitspielen

Nach seinem überraschenden Ausstieg bei „Süße Magnolien“ sind die Fans überzeugt: Dieser Schauspieler könnte schon bald Teil von „Off Campus“ werden.