Technik

Smart Glasses & AR-Brillen: Die wichtigsten Trends der CES 2026

Die Zukunft ist jetzt. Smart Glasses & AR-Brillen sind längst keine Fiktion mehr. Das zeigt auch das Aufgebot der Hersteller zur CES 2026, die sich mit eigenen innovativen Technologien von der wachsenden Konkurrenz abheben wollen.

Frau trägt Smart Glasses
Immer mehr Elektronikhersteller entwickeln ihre eigenen Smart Glasses. Foto: Canva

Technische Innovation kann noch so begeistern. Entscheidend für den Erfolg eines neuen Produkts ist seine Alltagstauglichkeit. Smart Glasses und AR-Brillen bilden da keine Ausnahme. Immer mehr große und kleine Hersteller wollen beim schlauen Sehhilfen-Trend dabei sein und Pionierarbeit leisten.

Das wachsende Interesse spiegelt sich auch bei der Consumer Electronics Show (CES) 2026 wider. Die Fachmesse in Las Vegas dient dabei auch immer als Wegweiser für das noch junge Jahr. Welche neuen Innovationen präsentiert wurden, erfährst du im Folgenden.

Meta-Ray-Ban-Display mit Teleprompter

Einer der ganz großen Player auf dem noch jungen Smart-Glasses-Markt ist Meta. Der Zuckerberg-Konzern hatte erst im Herbst 2025 mit der zweiten Generation der Meta Ray-Ban einen weiteren Koop-Coup gelandet, der das Unternehmen aber auch vor eine Herausforderung stellt. Denn mittlerweile ist die Nachfrage so hoch, dass Meta aufgrund der begrenzten Produktionskapazität die Expansion für den internationalen Markt nach Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada vorerst drosseln muss. Bevorzugt wird erstmal der US-Markt.

Tatsächlich ist es aber auch bei uns noch möglich, eine Meta Ray-Ban der zweiten Generation zu ergattern.

Damit die wachsende Fangemeinde nicht ermüdet, hat Meta nun bei der CES 2026 ein fettes Update für die Ray-Ban-Glasses vorgestellt, das in Kürze bereitgestellt werden soll. Ein spannendes Feature wird die Teleprompter-Funktion sein, bei der eigene Texte oder Stichpunkte unmittelbar im Display der Brille eingeblendet werden. Das kann besonders für Präsentationen vor Publikum äußerst hilfreich sein.  

Meta Ray-Ban & Neural Band vor hellblauem Hintergrund
Alles im Blick: Die Meta Ray-Ban bekommt eine Teleprompter-Funktion spendiert, die sich mit dem Neural Band steuern lässt. Foto: TV Movie / Meta

Mithilfe des Neural Bandes am Handgelenk lässt sich individuell das Tempo des Textflusses steuern. Dabei können relevante Inhalte über das gekoppelte Smartphone via Notiz-App wie Google Docs auf das Brillen-Display gespiegelt werden.

Auch soll es bald möglich sein, mit dem smarten Armband auf einer beliebigen Oberfläche mit den Fingern zu schreiben, woraufhin das System die Bewegungen interpretiert und in einen Text umwandelt. Vorerst ist dieses Feature nur für die USA in einem Early-Access-Programm angedacht. Ebenso wächst die Anzahl der US-Städte für die Fußgänger-Navigation auf 32 an – darunter auch der CES-Austragungsort Las Vegas. So geht Werbung!

Apropos Werbung, diesmal in eigener Sache: Wir haben die erste Generation der Meta Ray-Ban ausführlich getestet und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen:

Xreal 1S mit 3D-Konvertierung vorgestellt

Auch das chinesische Elektronikunternehmen Xreal ist kein Unbekannter im Display-Brillen-Markt. Wie nun bei der CES 2026 bekanntgegeben wurde, wächst das Portfolio mit der Xreal 1S um eine weitere Augmented-Reality-Brille an und löst auch direkt die 2024 erschienene Xreal One ab, die fortan nicht mehr produziert wird.

Die Xreal One Pro (seit Juni 2025 erhältlich) bleibt weiterhin im Sortiment und bekommt wie das neue Modell ein interessantes Feature spendiert: Real 3D. Mit dieser Funktion können 2D-Inhalte wie Bilder, Videos, gestreamte Filme und vieles mehr in Echtzeit dreidimensional dargestellt werden. Um das technisch umsetzen zu können, arbeitet erneut ein X1-Chip wie schon bei den Vorgängermodellen One und One Pro.

Das Sichtfeld fällt mit 52 Grad etwas größer aus, als es noch bei der One der Fall war (50 Grad), kommt aber nicht an die One Pro mit 57 Grad heran. Etwas höher im Vergleich zu beiden Vorgängern fällt die Auflösung der OLED-Mikrodisplays aus. Die beträgt nun 1.920 × 1.200 Pixel pro Auge anstatt Full-HD (1.920 x 1.080). Zudem wurde das Seitenverhältnis von 16:9 auf 16:10 erweitert. Bei der Bildrate ändert sich mit 120 Hertz hingegen nichts.

Film- und Serienfans können auf eine bis zu 171 Zoll große (Bildschirmdiagonale von rund 434 Zentimetern), virtuelle Leinwand schauen und werden dabei von kleinen integrierten Bose-Lautsprechern beschallt.

Auf Augenhöhe mit der Xreal One Pro befindet sich die Helligkeit mit 700 Nits, 100 mehr als die One. Natives 3DoF-Tracking ist dank des X1-Chips ebenfalls möglich. Dabei werden nur die Drehbewegungen des Kopfes erfasst, wodurch vor allem statische Erlebnisse wie 360-Grad-Videos besser betrachtet werden können. Das immersivere 6DoF-Erlebnis, bei dem zusätzlich Bewegungen erkannt werden und wobei das virtuelle Display fest im Raum verankert ist, kann weiterhin mithilfe des optionalen Eye-Moduls erfasst werden.

Das Gewicht der Xreal 1S wurde auf 82 Gramm reduziert und ist somit das leichteste Modell des Herstellers. Zum Vergleich: Die Xreal ONe wiegt 84, die One Pro 87 Gramm. Lag der Preis für die nun ausrangierte Xreal One bei 549 Euro, wird die Xreal 1S sogar 50 Euro günstiger sein und mit 499 zu Buche schlagen.

Memo One will mit Leichtigkeit überzeugen

Der bekannte Beamer-Hersteller Xgimi hat zusammen mit dem Startup MemoMind seine erste KI-Brille entwickelt. Die Memo One fällt vor allem durch ihre fehlende Auffälligkeit auf und ähnelt stark einer konventionellen Brille. Mit dem Unterschied, dass in den Gläsern transparente Displays eingebaut sind.

MemoMinds drei Brillenmodelle vor gelbem Hintergrund
Kaum von einer normalen Brille zu unterscheiden: die KI-Brillen von MemoMind. Foto: MemoMind

Die virtuellen Bildschirme versorgen den Betrachtenden mit nützlichen Alltagsinfos sowie Hilfen und bedienen sich ganz autark bei Sprachmodellen wie beispielsweise OpenAI, LLM Qwen oder Azure. Dadurch unterstützt die AR-Brille auch praktische Übersetzungsfunktionen mit vorerst zehn vorinstallierten Sprachen, welche in beide Richtungen genutzt werden können. Per Sprachbefehl werden zudem Notizen angefertigt.

Zum Verkaufsstart im Juni 2026 wird die Memo One in mehreren Varianten angeboten. Neben dem Basismodell wird mit der Memo Air auch gleich eine abgespecktere Variante mit nur einem Display erscheinen. Ein großer Kaufgrund könnte das Gewicht sein, dass bei federleichten 29 Gramm startet. Auch wenn die Informationslage zu den Memo-Brillen noch recht mau ausfällt, findet Xgimi beim Startpreis für die Memo One mit 599 US-Dollar klare Worte. Für die Memo Air gibt es diesbezüglich noch keine Angaben. 

Smart Glasses & AR-Brillen: Was sind die Unterschiede?

Die Begrifflichkeiten lassen sich ganz leicht herunterbrechen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Smart Glasses ein Oberbegriff für Brillen mit intelligenten Funktionen wie Benachrichtigungen oder Audio-Wiedergabe ist. AR-Brillen dagegen sind eine spezifischere Kategorie, die digitale Inhalte direkt ins Sichtfeld projizieren und so die reale Welt um beispielsweise 3D-Objekte oder Navigationsanweisungen erweitern.

Diese Vermischung beider Realitäten wird auch als Mixed Reality bezeichnet und findet aufgrund der Immersion zunehmend im Gaming-Sektor Anklang. Das habe ich hautnah beim Test der Meta Quest 3 erleben können:

Während jede AR-Brille per Definition auch eine Smart Glass ist, gilt das umgekehrt nicht: Viele Smart Glasses bieten lediglich grundlegende Funktionen wie einfache 2D-Informationen am Bildrand – dazu zählen etwa Modelle wie die Ray-Ban Meta oder einfache Datenbrillen, die auf sogenannte Assisted Reality setzen.

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