Lenovo Yoga Tab Gen 2: 11,1 Zoll, 4K-Display und Stift ab 649 Euro
Ein Tablet für 649 Euro, das Fernseher, Anlage und Lieferando steuert. Wo das Lenovo Yoga Tab Gen 2 überzeugt und wo du nachkaufen musst.

Die Fernbedienung ist die Macht, oder? – Früher war das mal so, jetzt ist es das Tablet in einem Wohnzimmer, das eigentlich ein Heimkino ist, bestehend aus Smart-TV, Zugang zu diversen Streamingdiensten, einer Hifi-Anlage und hungrigen Teenagern mit Bock auf Lieferando.
Lenovo hat gerade ein Tablet vorgestellt, das diesen Zweck erfüllen könnte: 11,1 Zoll in der Diagonalen und im Seitenverhältnis 3:2. Genau das richtige Format.
Das Tablet, das im Wohnzimmer liegen bleibt
Die meisten Apps haben die Familienmitglieder auch auf ihrem Smartphone. Nicht aber, wenn die hungrigen Teenager noch andere hungrige Teenager mitbringen. Oder die erweiterte Familie für ein Wochenende zu Besuch ist. Das Tablet ist dann der zentrale Zugangspunkt. Das Lenovo Yoga Tab Gen 2 hat eine gute Größe und die Bildqualität ist gut genug.
Fernseher und Streamingdienste. Warum das eigene Smartphone entsperren, wenn das Tablet vor einem liegt? Auf dem größeren Bildschirm passen mehr Infos zum Film. Praktisch auch, wenn nur hier der Zugang zu Papas Arthouse-Abo hinterlegt ist.
Musikanlage und Musiksammlung. Ein guter Fernseher braucht eine gute Soundbar – oder noch besser: eine Top-Hifi-Anlage. Auch die will vom Sofa aus angesteuert werden. Und vielleicht auch die Offline-Musiksammlung, die Mama über die Jahre aufgebaut hat, einschließlich einer Reihe von Jazz-Klassikern.
Familienfotos. Ein Ort für alle Urlaubsbilder. Da muss nichts von Gerät zu Gerät kopiert werden. Schreibgeschützt und für jeden über das Tablet zugänglich. Als Diashow abspielbar über den großen Bildschirm oder dem Opa auf dem Tablet gezeigt, während der Rest der Familie einen Film schaut.
Das Seitenverhältnis von 3:2 entspricht übrigens dem einer Systemkamera. Die Fotos füllen dann den Bildschirm randlos aus und kommen größer heraus als auf einem üblichen Tablet mit 16:10.
Der ganze Rest. Der Familienkalender ist ebenfalls über das Tablet zu erreichen. Auch die neue Waschmaschine, die WLAN hat und meldet, wann sie fertig ist und entladen werden möchte. Sowie weitere Geräte, die im Smart Home kommunizieren.
Und nicht unwichtig für die Kids: alle Dienste, bei denen die Familienkreditkarte hinterlegt ist, ohne dass sie direkten Zugriff auf die Karte haben. Wenn Pizza bestellt wird, wandert das Tablet einmal über das Sofa, jeder tippt selbst ein, was sie oder er gerne hätte.
Das Display – 4K, aber kein OLED
Das Panel ist das Argument, mit dem Lenovo dieses Tablet verkauft. 3840 × 2560 Pixel auf 11,1 Zoll ergeben 415 Bildpunkte pro Zoll – aus normalem Leseabstand siehst du keine einzelnen Pixel mehr. Dazu kommen bis zu 144 Hz, Dolby Vision, 98 Prozent des DCI-P3-Farbraums und 10 Bit Farbtiefe. Auf dem Datenblatt sieht das nach einem Bildschirm aus, wie ihn sonst nur Geräte für den doppelten Preis haben.
Dort steht allerdings noch ein weiteres Detail: Lenovo führt das Panel als LTPS-LCD mit einem Kontrastverhältnis von 1400:1. Das ist kein OLED. Bei 649 Euro und dem Wort „Creator" in der Werbung rechnen viele mit einem, und dann liegt auf dem Wohnzimmertisch später ein Gerät, das anders aussieht als erwartet.

Im Alltag merkst du das nicht immer. Schärfe und Farbe sind erstklassig, Textseiten und helle Bilder sehen hervorragend aus. Sichtbar wird es dort, wo es dunkel wird: Der Sonnenuntergang über dem Meer, die Terrasse am Abend, die Aufnahme aus der Kirche.
Schwarz ist auf diesem Bildschirm ein dunkles Grau, und dunkle Bildbereiche laufen ineinander. Wer viele Abendaufnahmen hat, sieht sie hier schärfer als auf jedem Smartphone – und flacher als auf einem OLED-Tablet.
Zur Helligkeit kursiert eine Zahl, die nur die halbe Wahrheit ist. 1100 Nits stehen in jeder Meldung, gelten laut Lenovo aber als Spitzenwert für einzelne helle Bildbereiche in HDR-Material. Über die gesamte Fläche liefert das Display 600 Nits. Auf dem Sofa neben der Stehlampe reicht das, auf dem Balkon in der Sonne wird die glänzende Oberfläche zum Spiegel.
Und wenn du doch einmal einen Film darauf startest: Das 3:2-Format arbeitet dann gegen dich. Ein Kinofilm im Breitbildformat schrumpft auf diesem Bildschirm auf rund zehn Zoll zusammen, und die Balken oben und unten sind bei diesem Kontrast nicht schwarz, sondern grau. Filme gehören auf den Fernseher, dieses Tablet ist der Zubringer.
Der Chip heißt 9500s – und ist kein 9500
Im Inneren arbeitet ein MediaTek Dimensity 9500s. Der Name legt nahe, dass es sich um eine leicht abgespeckte Version des aktuellen Spitzenmodells Dimensity 9500 handelt. Das ist nicht der Fall. Der 9500s ist derselbe Chip wie der Dimensity 9400+ der vorherigen Generation, mit einem Grafikkern weniger. Vorgestellt wurde er im Januar 2026. Vom Dimensity 9500 mit seinen neueren Kernen trennt ihn einiges.
Für das, was auf einem Wohnzimmer-Tablet passiert, spielt das keine Rolle. Kalender, Streaming-Apps, Browser, Fotogalerie – dafür ist der Chip mit großem Abstand schnell genug, und er wird es die nächsten Jahre bleiben. Interessant wird die Sache erst, wenn du das Gerät wegen der Zahl im Namen für ein Spitzenmodell hältst. Dann zahlst du für eine Erwartung, die die Hardware nicht einlöst.
Der Vorgänger lief mit einem Snapdragon 8 Gen 3. Der Wechsel auf den Dimensity ist kein Sprung nach oben, sondern ein Wechsel auf ungefähr derselben Höhe.
Sieben Jahre Updates
Ab Werk läuft Android 17. Lenovo verspricht sieben große Android-Upgrades bis Android 24 und Sicherheitsupdates bis 2033. Für ein Android-Tablet ist das ein ungewöhnlich langer Zeitraum – die meisten Hersteller hören nach drei bis vier Jahren auf. Lenovo weist selbst darauf hin, dass Zeitplan und Verfügbarkeit je nach Markt abweichen können.
Weitere Werte:
microSD-Slot für Karten bis 2 TB – beim Vorgänger fehlte ein Kartenleser komplett
11.000 mAh, Laden mit bis zu 68 Watt
480 Gramm, 8,56 Millimeter dünn
Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, USB-C mit USB 3.2
Kein Mobilfunk, reines WLAN-Gerät
Tab Pen Pro 2 mit 8.192 Druckstufen, Neigungserkennung und Handflächenunterdrückung
3-Punkt-Pogo-Pin für das Tastaturmodul
KI-Funktionen unter dem Namen Lenovo Qira
Auch fürs Studium geeignet
Das Lenovo Yoga Tab Gen 2 passt gut auf den Wohnzimmertisch einer Familie. Lenovo bewirbt es jedoch als Tablet für Kreative. Wer im Studium viel liest und handschriftlich mitschreibt, bekommt hier ebenfalls das passende Werkzeug: ein PDF lesen und daneben handschriftliche Anmerkungen setzen. Der passende Stift liegt bei.
Auch hier ist das 3:2-Format ein Vorteil: Eine DIN-A4-Seite passt fast komplett aufs Display. Mit einer Tastatur wird daraus ein mobiler Schreibplatz für die Bibliothek. Dank der langen Updateversorgung überlebt das Tablet auch Bachelor und Master.

Preise, Varianten und Zubehör
Vier Varianten stehen bei Lenovo im Shop, und in allen steckt dasselbe Tablet: 11,1 Zoll, 8 GB Arbeitsspeicher, 256 GB Speicher, Farbe Seashell. Der Tab Pen Pro 2 liegt jeder Variante bei, den musst du also nicht dazukaufen. Unterschiede gibt es nur beim Zubehör, und zwar bei genau zwei Teilen. Ausgeliefert wird laut Lenovo voraussichtlich ab dem 14. September.
Yoga Tab Gen 2 11.1" (8 GB, 256 GB) Seashell + Pen – 649,00 Euro
Das nackte Gerät zum Listenpreis. Tablet, Stift, sonst nichts. Was hier fehlt, fällt erst zu Hause auf: Ein Netzteil liegt nicht bei. Lenovo bewirbt das Tablet mit 68 Watt Ladeleistung, und die erreichst du mit dem Ladegerät, das gerade in der Küche steckt, ziemlich sicher nicht. Eine Hülle fehlt ebenfalls, und damit auch die Möglichkeit, das Tablet aufzustellen. Lenovo weist bei dieser Variante auf begrenzten Vorrat hin.
Yoga Tab Gen 2 Core Bundle – 678,00 Euro
Dasselbe Gerät plus die Lenovo Folio-Hülle. Die klappt auf und trägt das Tablet, du bekommst also einen Standfuß dazu. Für ein Gerät, das auf dem Wohnzimmertisch liegen bleibt und ständig angeschaut wird, ist das keine Zierde, sondern der Unterschied zwischen aufgestellt und flach daliegend. 29 Euro Aufpreis.
Yoga Tab Gen 2 Power Bundle – 678,00 Euro
Gleicher Preis, anderes Zubehör: Statt der Hülle kommt das 68-W-USB-C-Wandladegerät von Lenovo mit. Damit lädt der 11.000-mAh-Akku so schnell, wie es das Datenblatt verspricht. Mit dem Namen hat das übrigens nichts zu tun – „Power" meint hier Strom, nicht Leistung.
Yoga Tab Gen 2 Essentials Bundle – 707,00 Euro
Beides zusammen: Tablet, Stift, Netzteil, Folio-Hülle. Jedes der beiden Zubehörteile schlägt mit 29 Euro zu Buche, das Essentials Bundle ist schlicht die Summe aus Core und Power. Wenn du ohnehin beides willst, sparst du dir hier den Einzelkauf – ein Rabatt ist es nicht.
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