Kabelfernsehen: Wer nicht zahlt, wird abgeklemmt
Obwohl das Nebenkostenprivileg abgeschafft wurde, konnte ein großer Anteil der deutschen Haushalte weiterhin Kabelfernsehen schauen – ohne Vertrag. Laut einer aktuellen Studie geht die Anzahl an Schwarzsehern nun aber deutlich zurück.
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Es ist noch gar nicht so lange her, als Vermieter die Gebühren für den Kabelanschluss als Teil der Nebenkosten auf ihre Mieter umlegen durften. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Mieter überhaupt Interesse am Kabelfernsehen hatte. Es konnte einfach gemacht werden. Seit Mitte 2024 ist dies nicht mehr erlaubt. Jeder Mieter darf seitdem selbst entscheiden, ob und in welcher Art er lineares Fernsehen nutzen möchte.
Anbieter wie Vodafone hätten daraufhin die bestehenden Kabelanschlüsse abklemmen müssen. Doch das kostet den Betreiber viel Geld, weil die Abschaltung nur vor Ort durchgeführt werden kann. Das wiederum hatte zur Folge, dass Millionen Menschen auch ohne Vertrag Kabelfernsehen gucken konnten.
Diese Zahl an Schwarzsehern ist nun aber deutlich zurückgegangen. Das geht aus der aktuellen AGF-Plattformstudie 2025 II hervor, welche vom Marktforschungsinstitut Kantar durchgeführt wurde. So sind mittlerweile nur noch 33,4 Prozent der betroffenen Haushalte ohne neuen Kabelvertrag, zuvor waren es noch 45,9 Prozent.
Ganz zur Freude der Internet-TV-Anbieter. Mittlerweile nutzen 17,7 Prozent der TV-Haushalte den internetbasierten Empfang. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage lag dieser Wert noch bei 11,3 Prozent. Des einen Freud ist des anderen Leid: Privatsender profitieren nämlich nicht von der Abklemmung. Grund dafür ist das sogenannte AGF/GfK-Panel, das durch die Maßnahme zu noch niedrigeren Reichweiten beziehungsweise Einschaltquoten führt. Und diese verringern letztendlich die Werbeeinnahmen.
Klar ist: Der Trend in Richtung Internet-TV ist unausweichlich und die IPTV-Anbieter buhlen bereits um potenzielle Neukunden.
Welche Internet-TV-Anbieter gibt es?
Wie die Erhebung gezeigt hat, wechseln immer mehr Menschen vom klassischen Fernsehen zum Internet-TV. So ist der Kabelanteil laut der AGF-Studie von 40 auf 36,2 Prozent und der terrestrische Empfang von 3,5 auf 2,8 Prozent gesunken. Der meistgenutzte Empfangsweg bleibt weiterhin der Satellitenanschluss mit 43,4 Prozent, der aber mit rund zwei Prozent Rückgang ebenfalls einen Verlust hinnehmen musste.
Der große Gewinner der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs ist eindeutig das Internetfernsehen. Die vielen Vorteile liegen dabei auf der Fernbedienungshand:
zeitversetztes Fernsehen (Pause, Restart)
Zugriff auf Mediatheken
häufig HD/UHD-Qualität
monatlich kündbare Tarife
Nutzung auf mehreren Geräten gleichzeitig
In Deutschland ist MagentaTV von der Deutschen Telekom mit rund vier Millionen Kunden der führende Anbieter.
Aber die Konkurrenz schläft nicht und so locken auch O2 TV (O2 Telefónica), GigaTV Net (Vodafone), waipu.tv, RTL+, Joyn, HD+, Zatoo sowie 1&1 TV mit eigenen Tarifangeboten.








