Danger Dan reagiert mit Ersatzkonzert – ZDF-Intendant räumt Fehler ein
Nach der umstrittenen Ausladung von Danger Dan aus der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ meldet sich Intendant Norbert Himmler zu Wort – und evaluiert die Lage neu.

Die kurzfristige Ausladung von Danger Dan und Igor Levit aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem der Musiker dem Sender Zensur und einen Eingriff in die Kunstfreiheit vorgeworfen hatte, hat sich nun ZDF-Intendant Norbert Himmler ausführlich zu der umstrittenen Entscheidung geäußert.
ZDF-Intendant räumt Fehler bei Danger-Dan-Ausladung ein
Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ räumt Himmler zumindest einen Fehler ein – allerdings nicht die Entscheidung selbst. Wörtlich sagt er:
Damit bezieht sich der Intendant auf die kurzfristige Absage des geplanten Auftritts von Danger Dan und Pianist Igor Levit in der 100. Ausgabe von „Die Anstalt“.
Gleichzeitig weist Himmler den Vorwurf zurück, das ZDF habe sich von politischem Druck beeinflussen lassen. „Politische Kräfte – egal, welcher Couleur – haben darauf keinen Einfluss“, betont er. Auch die Darstellung, das Justiziariat habe den Auftritt zunächst freigegeben, widerspricht der Intendant. Nach seiner Darstellung habe die Rechtsabteilung früh davor gewarnt, den Song „Keine Angst“ unkommentiert aufzuführen.
ZDF hält an seiner Bewertung des Songs fest
Inhaltlich bleibt das ZDF bei seiner Einschätzung. Der Sender hatte die Ausladung damit begründet, der Song könne als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden, propagiere Selbstjustiz und schließe rechtswidrige Taten sowie Gewalt nicht aus.
Auch Himmler verteidigt diese Bewertung. Laut Deutschlandfunk erklärte er, man habe es bei dem Lied „unzweifelhaft mit einer ‚Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand‘“ zu tun.
Danger Dan spricht von Eingriff in die Kunstfreiheit
Danger Dan sieht den Vorgang dagegen grundlegend anders. Auf Instagram bezeichnete er die Entscheidung als „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“. Dass die ZDF-Intendanz kurz vor der Aufzeichnung eingegriffen habe, sei „skandalös“. Weiter schrieb der Musiker: „Das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt.“
Auch gegenüber dem „Spiegel“ betonte Danger Dan, sein Lied rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen. Vielmehr gehe es um die Frage, wie wirksame antifaschistische Strukturen aufgebaut werden können.
„Dass der Intendant des ZDF anfängt, antifaschistische Lieder zu zensieren, ist leider ein furchtbares Zeichen“, so der Musiker entschieden.
Danger-Dan-Ersatzkonzert statt ZDF-Auftritt
Während die Debatte anhält, haben Danger Dan und Igor Levit bereits Konsequenzen gezogen. Statt in „Die Anstalt“ aufzutreten, geben sie am Dienstagabend im Berliner Columbia Theater ein Ersatzkonzert unter dem Titel „Die Keine Angstalt“. Der Auftritt wird auch auf YouTube übertragen.
Nach Angaben der Musiker soll der Gewinn aus dem Ticketverkauf an den Verein Opferperspektive gespendet werden, der Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg unterstützt.
Auch innerhalb des ZDF stößt die Entscheidung um Streichung des Auftritts weiter auf Kritik. Mehrere Mitglieder des Fernsehrats bemängelten in einem veröffentlichten Schreiben, der Sender habe eine Chance verpasst, eine öffentliche Debatte über Rechtsextremismus und den Umgang damit anzustoßen.






