Asus ROG Xbox Ally X Test: Unsere ehrliche Meinung - Solltet ihr trotz Premium-Preis zuschlagen?
Starkes Display, viel Leistung und Windows an Bord: Der ROG Xbox Ally X will die neue Premium-Klasse unter den Gaming-Handhelds sein. Doch ist das Gerät auch seinen hohen Kaufpreis Wert? Das verraten wir im Test!
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Nach dem Steam Deck OLED und der Lenovo Legion Go kommt jetzt also Asus’ „ROG Xbox Ally X“ und soll das nächste große Handheld-Ding mit Xbox-Branding und Microsoft-Segen werden. Schon der Name klingt, als könnte man hier einfach Xbox-Spiele direkt zocken. Doch genau das ist nicht der Fall: Der „Xbox Ally X“ ist keine Xbox-Konsole, sondern ein Windows-11-Handheld, auf dem PC-Versionen von Spielen oder gestreamte Xbox-Titel über den Game Pass laufen. Das sorgt für Verwirrung, macht das Gerät aber auch spannend, weil es beide Welten vereinen will: PC-Flexibilität trifft auf Konsolenkomfort.
Warum der Name des Xbox Ally X etwas in die Irre führt
Bevor wir über Leistung und Design sprechen, müssen wir das klarstellen: Die ROG Xbox Ally X spielt keine nativen Xbox-Games. Wer also glaubt, hier einfach „Halo“, „Forza“ oder „Gears of War“ aus seinem Xbox Gamepass-Katalog zocken zu können, wird enttäuscht sein!
Das Gerät läuft mit Windows 11 und spielt daher nur PC-Versionen von Games – entweder über Steam, Epic, Ubisoft Connect oder eben Xbox Play Anywhere-Titel, die auf PC verfügbar sind. Wer bspw. darauf wartet, die Xbox-Konsolen-Fassung von „GTA 6“ mit einem der stärksten Handhelds auf dem Markt zu spielen, wird das vermutlich nur per Cloud-Streaming tun können.
Das ist schade, weil der Name „Xbox“ eine andere Erwartung weckt – eine tragbare Xbox-Konsole, die es faktisch (noch) nicht gibt. Trotzdem: Wer sich auf die PC-Natur des Geräts einlässt, bekommt einen leistungsstarken, vielseitigen Mini-Gaming-PC, der Xbox, Steam und Co. vereint – wenn auch nicht immer perfekt.
Ergonomie und Design: Mächtig groß, aber auch mächtig komfortabel!

Optisch ist der ROG Xbox Ally X ein echter Hingucker: schwarz, wuchtig, mit coolen RGB-Elementen – und vor allem deutlich ergonomischer als die Vorgängerin. Die neuen Haltegriffe liegen perfekt in der Hand, fast wie bei einem echten Xbox-Controller, was längere Gaming-Sessions enorm angenehmer macht. Da können sowohl meine „Nintendo Switch 2“ als auch mein „Steam Deck OLED“ einpacken.
Das Gewicht von rund 715 Gramm ist gut verteilt, nach zwei Stunden spürt man aber trotzdem, dass man hier ordentlich Hardware in den Händen hält. Tasten und Trigger fühlen sich hochwertig an, auch wenn mir physische Trigger-Stops (wie beim Legion Go) gefehlt haben. Was mich überrascht hat: Das D-Pad ist präziser als gedacht, selbst bei Fighting Games wie „Tekken 8“.
Nur eines bleibt ein Rätsel: Warum fehlen Hall-Effekt-Sticks in einem Handheld für fast 1.000 Euro? Sie hätten den Sticks deutlich längere Haltbarkeit und Präzision verliehen. Immerhin lassen sie sich leicht austauschen.
Display und Sound: Hell, scharf – aber kein OLED
Das 7-Zoll-Panel bietet Full-HD-Auflösung, 120 Hz und VRR-Unterstützung, was in der Praxis ein angenehm flüssiges Bild liefert. 500 Nits Helligkeit reichen locker für den Innenraum, draußen in der Sonne wird’s aber natürlich je nach Sonnen-Einstrahlung etwas kniffliger. Das Problem haben aber auch viele andere Handhelds.
Das Bild ist gestochen scharf, Farben wirken kräftig, Schwarzwerte sind ordentlich – aber natürlich kein Vergleich zum Steam Deck OLED. Das Fehlen eines OLED-Panels ist schade, gerade bei diesem Preis.
Was mich allerdings wirklich überrascht hat: Der Sound ist einfach nur fantastisch! Die Frontlautsprecher gehören zu den besten, die ich je an einem Handheld gehört habe – laut, klar, mit echtem Raumgefühl. Natürlich müsst ihr euch die Frage stellen, ob es Sinn ergibt, den Nachbarn bei der nächsten Zugfahrt mit einer „Battlefield 6“-Singleplayer-Session zu nerven oder doch lieber Kopfhörer aufzusetzen.
Leistung: Schnell, stark – aber nicht überragend
Unter der Haube steckt der AMD Ryzen Z2 Extreme mit 24 GB RAM und einer 1-TB-SSD – das klingt nach Laptop-Power im Handheld-Format. Und tatsächlich: Spiele wie „Cyberpunk 2077“ oder „Indiana Jones and the Great Circle“ laufen flüssig mit 60 bis 70 FPS auf mittleren Einstellungen. Auch „Hogwarts Legacy“ und „Horizon Forbidden West“ laufen grundsätzlich ordentlich, aber meistens sind ein paar Feineinstellungen bzw. Kompromisse notwendig, damit moderne AAA-Spiele auch wirklich gut performen. Microsoft will in Zukunft noch ein Feature nachreichen, dass die Performance dank intelligentem Upscaling deutlich verbessern könnte. Aber das ist aktuell noch Zukunftsmusik.
Generell liegt die Performance liegt zwar deutlich über dem Steam Deck OLED, aber auch nicht so weit weg, wie man es von einem Handheld der neuen Generation erhofft hatte. Stark ist dagegen die Akkulaufzeit: Dank 80-Wh-Akku kommt man in weniger anspruchsvollen Spielen auf bis zu acht Stunden, bei AAA-Titeln auf zwei bis drei Stunden. Das ist ein klarer Fortschritt gegenüber anderen Handhelds.
Für mich stellt sich die Frage: Welche Arten von Spielen will ich mit dem Handheld eigentlich zocken? Bei grafisch anspruchsvollen Games wie „Battlefield 6“, „Hogwarts Legacy“ & „Cyberpunk 2077“ ist der ROG Xbox Legion X momentan fast konkurrenzlos, was seine Leistung angeht. Aber für „Hollow Knight: Silksong“ oder ältere Spiele gibt es tatsächlich Handhelds, die gute Performance mit einem deutlich attraktiveren Preis bieten.
Software und Xbox-Integration: Zukunftsmusik mit Kinderkrankheiten

Das große Versprechen lautet: „Eine Xbox für unterwegs“ inklusive der neuen „Xbox Full Screen Experience“, die Windows endlich controllerfreundlich machen soll. In der Theorie super, in der Praxis wirkt das Feature aber oft noch halbgar.
Das Interface wirkt träge, manche Menüs sind klar auf Maussteuerung ausgelegt, und die Xbox-App hängt sich immer wieder auf. Das Konzept, PC- und Xbox-Welten zu vereinen, ist großartig, aber noch nicht fertig gedacht.
Immerhin funktioniert die Game-Pass-Synchronisierung gut: Speicherstände und Achievements werden problemlos zwischen Konsole und Handheld geteilt.
Preis und Fazit: Premium zum Premiumpreis
Mit rund 999 Euro ist die ROG Xbox Ally X kein Schnäppchen – und angesichts kleinerer Kinderkrankheiten schwer als „Must-have“ zu empfehlen. Trotzdem ist es ein technisch starker, gut verarbeiteter und leiser Handheld, der endlich das Xbox-Feeling auf einen mobilen PC bringt.
Wer schon ein Steam Deck OLED oder die alte Ally besitzt, braucht dieses Upgrade nicht. Wer hingegen den perfekten Windows-Handheld für Game Pass, Steam & Co. sucht, bekommt hier einen sehr guten Allrounder – allerdings auch noch mit deutlich Luft nach oben. Dass es sehr wohl eine Abnehmer:innen für den hardwarestarken Handheld gibt, beweist auch die Tatsache, dass der ROG Xbox Ally X aktuell fast überall ausverkauft wird. Etwas Geduld ist also gefragt.
Hinweis der Redaktion: Die Hardware wurde uns für den Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt!







