ARD-Telenovela

„Rote Rosen“ erfindet sich neu – doch das wird nicht jedem gefallen

Bei „Rote Rosen“ steht alles Kopf. Die neue Staffel sorgt für Überraschungen, neue Stars und Streit in der Fan-Community. So radikal verändert sich die ARD-Telenovela jetzt.

Rote Rosen: Die Gesichter der 24. Staffel
„Rote Rosen“ wird stark verändert. Foto: ARD/Studio Hamburg Serienwerft/Stefanie Jockschat

Seit vielen Jahren ist die Telenovela „Rote Rosen“ aus dem Nachmittagsprogramm der ARD nicht mehr wegzudenken. Obwohl die Quoten zuletzt nicht mehr so stark waren wie noch in früheren Zeiten, hält der Sender an dem Format fest, hat sich nun allerdings für gravierende Änderungen entschieden. Für Fans bedeutet das ab der kommenden Staffel (startet am 4. November) nicht nur eine neue Besetzung, sondern auch jede Menge anderer Veränderungen.

In der neuen Staffel werden künftig zwei weibliche Hauptfiguren zu sehen sein, das war bislang nicht der Fall. Es gab in der Vergangenheit immer eine „Hauptrose“, die sich in der Regel zwischen zwei Männern befand. Jetzt wendet sich das Blatt. Dieses Mal im Fokus: Lou, gespielt von Eva Maria Grein von Friedl, und Jess, gespielt von Juana Nagel.

Mit Jess soll vor allem ein jüngeres Publikum angesprochen werden. Sie ist eine Frau Ende 20 und wird unbeabsichtigt von Lous Mann schwanger. Damit ergeben sich spannende Herausforderungen für beide Hauptfiguren.

Neuer Titelsong, neue Locations

Das ARD-Format setzt mit dieser Neuerung auf das Genre Young Adult und hofft so, eine jüngere Zielgruppe zu erreichen, wie es auch schon Amazon Prime Video mit unter anderem „Maxton Hall“ geschafft hat. Außerdem, so erklärt es Jan Diepers, Geschäftsführer der „Rote Rosen“-Produktionsfirma gegenüber dwdl.de, beschäftige sich die Serie mit Modern Romance, also Geschichten über Beziehungen im Wandel, über das Suchen und Finden von Nähe und über zweite Chancen, was ohnehin schon immer der Markenkern der Serie gewesen sei. „Mit der neuen Ausrichtung kehren wir zu den Kernkompetenzen von ‚Rote Rosen‘ zurück: Eskapismus, emotionale Wärme und das Wohlfühlgefühl, das die Serie immer ausgezeichnet hat“, sagt Diepers.

Hinzu kommt, dass sich das Studio stark verändert hat, dort jedoch künftig auch deutlich weniger gedreht wird. Stattdessen setzt man bei „Rote Rosen“ auf Außendrehs in Lüneburg und der Umgebung. Von bisher 10 Prozent habe man sich auf rund 40 Prozent in diesem Bereich gesteigert. Das Ziel: Die Serie soll „luftiger, heller und lichtdurchfluteter“ wirken, wozu auch ein verändertes Lichtkonzept im Studio beiträgt.

„Rote Rosen“-Macher wollen junge Zielgruppe erreichen

Um die neue Zielgruppe noch stärker anzusprechen, wurde auch der Vorspann deutlich überarbeitet. Es gibt nun verschiedene Versionen, in denen die verschiedenen Charaktere unterschiedlich stark im Fokus stehen und somit direkt einen Hinweis auf den Schwerpunkt der jeweiligen Folge liefern.

Auch der Titelsong wurde neu eingesungen – von TikTok-Star Shana Braungart-Zink, besser bekannt als The Shana Official. Außerdem gibt es gleich zwei Ausführungen des Titelbilds zur 24. Staffel. Eins soll eher das junge, eins eher das Bestandspublikum ansprechen.

Zu viele Neuerungen?

„Das sind die größten Veränderungen, die ‚Rote Rosen‘ je erlebt hat – und sie kamen genau zum richtigen Zeitpunkt“, ist Jan Diepers überzeugt. Er betont: „Wir wollten nicht einfach modernisieren, sondern bewahren, was ‚Rote Rosen‘ ausmacht: emotionale Nähe, Hoffnung und die Freude am Erzählen. Nur eben in einer Form, die heutige Sehgewohnheiten besser abholt.“ Nur ob dieser Wandel beim Publikum ankommt, bleibt abzuwarten. Zumindest für Fans der ersten Stunde dürfte das neue Konzept gewöhnungsbedürftig sein.

Quellen