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Ist die Show am Ende ihres Hypes?

Zu viel Ego, zu wenig Gefühl: Warum AYTO aktuell nicht mehr überzeugt

Reality-TV in der Kritik: Die aktuelle Staffel von „Are You The One?“ sorgt für unerwartet kritische Reaktionen statt Begeisterung – und das hat für unsere Kollegin gleich mehrere Gründe. Ein Kommentar.

Große Gruppe junger Frauen und Männer in sommerlicher Kleidung posiert gemeinsam vor einer tropischen Kulisse mit Palmen und Strohdach.
Der aktuelle Cast von „Are You The One?“ kann sich blicken lassen. Doch können sie auch die Fans überzeugen? Foto: RTL / Frank Beer

Lange galt„Are You The One?“ („AYTO“) als eines der spannendsten Dating-Formate im deutschen Reality-TV – und das Konzept funktioniert eigentlich immer noch: Singles treffen aufeinander, suchen ihr Perfect Match und sorgen ganz nebenbei für Drama, Gefühle und Überraschungen.

Doch in der aktuellen Staffel will der Funke einfach nicht so richtig überspringen. Und das liegt weniger am Format selbst, sondern eher an den Kandidat:innen, die darin auftreten. Denn damit AYTO funktioniert, braucht es vor allem eines: spannende Persönlichkeiten und neue Geschichten. Genau daran scheint es aktuell zu hapern.

„Are You The One?“: Richtiges Konzept, falscher Cast?

Eigentlich lebt die Show davon, dass unbekannte Singles ins Rampenlicht treten und zu neuen Reality-Gesichtern werden. Gerade bei AYTO haben die Teilnehmer:innen noch die Chance, sich von ihrer besten und unterhaltsamsten Seite zu zeigen. Doch Formate mit echten „Normalos“ sind inzwischen selten geworden.

Während Shows wie „Ex on the Beach“ oder zuletzt das „Sommerhaus der Normalos“ zumindest noch neue Kandidat:innen ins Fernsehen holen, greifen viele Dating-Formate inzwischen wieder auf bekannte Reality-Stars zurück. Das Problem: Es fühlt sich inzwischen wie ein endloser Kreislauf an.

Die gleichen Gesichter tauchen immer wieder in neuen Formaten auf, weil sie sich bereits als polarisierend oder unterhaltend erwiesen haben. Doch irgendwann stellt sich die Frage: Muss wirklich jede Sendung wieder auf die gleichen Namen setzen?

Gerade Kandidat:innen, die ohnehin schon stark polarisieren und für grenzwertige Skandale sorgen, wie beispielweise zuletzt Aleks Petrovic, resultiert eher auf Ermüdung als auf frischer Unterhaltung.

Hier könnte AYTO weiterhin punkten. Doch der diesjährige Cast scheint einfach nicht gut anzukommen.

Viel Selbstbewusstsein – aber wenig Sympathie?

Ein Grund dafür ist vermutlich die Ausstrahlung einiger Teilnehmer:innen. Selbstbewusstsein gehört im Reality-TV zwar fast zur Grundausstattung, doch in dieser Staffel wirkt es stellenweise eher wie blanke Arroganz.

Vor allem einige der männlichen Kandidaten zeigen sich extrem selbstverliebt und ihrem Auftreten in der Villa. Reality-Neuling Meji postete etwa ein Video mit der Aussage: „Bei AYTO nennen sie dich eingebildet, weil deine Aura sie überfordert.“ Gut aussehen allein reicht aber nicht, um Sympathiepunkte zu sammeln.

Wenn Kritik konsequent abprallt und jede Diskussion in Selbstbeweihräucherung endet, wird es für Zuschauer:innen schnell anstrengend. Und auch innerhalb der Villa fallen bereits harte Kommentare untereinander. Eine Kandidatin beschreibt einen Teilnehmer etwa als „Licht an, aber keiner zu Hause“. Aussagen, die zeigen: Nicht alle Beteiligten überzeugen mit Tiefgang oder emotionaler Reife – was bei einer Dating-Show eigentlich entscheidend wäre.

Kritik kommt selbst aus den eigenen Reihen

Auch ehemalige Teilnehmer:innen äußern inzwischen Kritik am Format. So erklärte Nelly aus der vergangenen AYTO-Staffel „Realitystars in Love“, dass viele Kandidat:innen heute nicht mehr wegen echter Gefühle teilnehmen würden.

Stattdessen gehe es oft vor allem um Reichweite, Followerzahlen und den nächsten Karriereschritt im Reality-TV. Die ursprüngliche Idee, echte Verbindungen entstehen zu lassen, gerate dadurch zunehmend in den Hintergrund.

Dieser Eindruck begleitet Reality-Formate bereits seit Jahren. Doch gerade bei „Are You The One?“ fällt es aktuell durch die starke Präsenz der Kandidat:innen in den sozialen Medien besonders auf.

Doppelmoral bei „Are You The One?“ – Fans üben weiter Kritik

Auch nach 14 Folgen wird die Stimmung rund um „Are You The One?“ nicht besser – im Gegenteil. Immer mehr Kandidatinnen scheinen ihre eigenen Prinzipien über Bord zu werfen. Bestes Beispiel: Toni. Zu Beginn der Staffel regte sie sich noch mächtig darüber auf, dass eine Mitkandidatin die „Matchbox Entscheidung“ an Sophia Thomalla verkaufte, gleichzeitig jedoch auch neue Erkenntnisse für die Gruppe. Damals ein No-Go!

Jetzt macht sie es selbst – verkauft eine weitere Matchbox und stockt damit ihr eigenes Preisgeld auf. Für viele Zuschauer:innen wirkt das ziemlich scheinheilig. Und auch auf Instagram bleibt der Ton deutlich, ein Kommentar bringt es dabei trocken auf den Punkt: „Also für mich immer noch die langweiligste Staffel.“ Autsch.

Kommt noch die große Wende?

Natürlich ist die Staffel noch nicht vorbei – doch viel Zeit bleibt nicht mehr, um das Ruder herumzureißen. Auch die Kandidat:innen selbst reagieren inzwischen auf die Kritik und bitten die Zuschauer:innen, der Staffel noch eine Chance zu geben.

Sollte sich daran nichts mehr ändern, droht diese Staffel als eine der schwächsten in die AYTO-Geschichte einzugehen. Denn ohne echte Emotionen, überraschende Dynamiken und neue Persönlichkeiten bleibt am Ende nur ein weiteres Reality-Format, das sich selbst wiederholt.

Quellen
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