Yasin-Mohamed-Prozess: Aussagen enthüllen brisante „Love Island“-Vertragsdetails
Im Prozess gegen Yasin Mohamed kommen auch die Bedingungen bei „Love Island VIP“ zur Sprache. Es gibt Aussagen zu abgeschirmten Hotelaufenthalten, psychologischen Vorgesprächen und Vorgaben der Produktion.

Was geschah nach den Dreharbeiten zu „Love Island VIP“ im Jahr 2024? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Amtsgericht München. Yasin Mohamed (35) wird vorgeworfen, seine damalige Show-Kollegin Sophie Imelmann (30) nach den Aufzeichnungen in einem Hotel in Griechenland vergewaltigt zu haben. Mohamed bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Im Rahmen des Verfahrens sagte laut einem BILD-Bericht vom 6. Oktober auch die ehemalige „Bachelorette“ Melissa Damilia (30) als Zeugin aus. Dabei soll es auch um Abläufe und vertragliche Vorgaben des Datingformats gegangen sein. Die geschilderten Bedingungen sind dabei als Aussagen der Frauen zu verstehen – nicht als gerichtlich bestätigte Feststellungen über die Produktion.
Sophie Imelmann schildert abgeschirmten Aufenthalt vor „Love Island VIP“
Laut „Bild“ hatte Imelmann erklärt, dass sie vor Beginn der Aufnahmen zehn Tage allein und ohne Handy in einem Hotel verbringen musste. Die Zeitung zitiert sie dazu mit den Worten: „Ich durfte einmal meine Mutter anrufen.“
Auch psychologische Vorgespräche seien Teil der Vorbereitung gewesen. Nach Imelmanns Darstellung hätten die Kandidat:innen dabei sehr persönliche Fragen beantworten müssen, unter anderem zu ihren Ängsten. Damilia berichtete laut „Bild“ ebenfalls von wenig Kontakt zur Außenwelt. Eine Betreuerin habe sich um die Teilnehmenden gekümmert; zwischendurch hätten Shootings stattgefunden.
Melissa Damilia berichtet von Rollen und Vertragsbedingungen
Nach Damilias Darstellung habe das Produktionsteam anhand der psychologischen Vorgespräche Rollen für die Show festgelegt. Melissa Damilia soll verraten haben: „Ich war die Tiefgründige, Sophie die Emotionale, Yasin der Showman. Dann gab es noch die Troublemakerin.“
Auch die Zustimmung zur Ausstrahlung intimer Aufnahmen kam dem Bericht zufolge zur Sprache. „Man willigt ein, dass grundsätzlich alles gesendet werden darf“, zitiert die Zeitung die frühere „Bachelorette“. Das betreffe nach ihrer Darstellung auch Sexszenen, die allerdings teilweise zensiert würden. Wer nicht nackt gezeigt werden wolle, müsse dies vertraglich festhalten, so Damilia.
Weitere im Bericht genannte Vorgaben betreffen Tests auf Geschlechtskrankheiten und die Verwendung von Kondomen beim Sex. Außerdem müssten die Teilnehmenden versichern, keine Beziehung zu haben: „Man muss auch versichern, dass man keine Freundin bzw. keinen Freund hat.“
Sophie Imelmann: Produktion habe auf Paarbildung Einfluss genommen
Imelmann soll zudem geschildert haben, dass sie während der Show Interesse an einem anderen Teilnehmer gehabt habe. Nach ihrer Darstellung habe das Team jedoch darauf hingewirkt, dass sie bei Mohamed bleibt. Das Konzept von „Love Island“: Ein Kandidat und eine Kandidatin teilen sich ein Bett, nachdem sie sich bei einer „Paarungszeremonie“ vercoupelt haben . Die Zeitung zitiert Imelmann mit den Worten, die Produktion „wollte unbedingt, dass ich bei Yasin bleibe. Wir hatten ein Date, ab da musste ich mit ihm in einem Bett schlafen.“
Damit erhebt Imelmann auch einen Vorwurf hinsichtlich der Einflussnahme auf ihre Paarbildung innerhalb der Sendung. Ob und in welchem Umfang die Produktion entsprechende Vorgaben machte, ist durch die wiedergegebenen Aussagen allein nicht unabhängig belegt. RTLZWEI habe eine Anfrage zu den Vertragsklauseln laut BILD bis zur Veröffentlichung des Berichts nicht beantwortet.
Dem Bericht zufolge soll als weiterer Zeuge der Psychologe der Show aussagen. Die Bewertung der Aussagen und die Klärung des strafrechtlichen Vorwurfs gegen Mohamed liegen beim Gericht.







