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"WIR" Filmkritik: So gut ist der Horrorfilm des "Get Out"-Regisseurs

Ich bin ein Doppelgänger, holt mich hier raus! Nach "Get Out" serviert uns Jordan Peele den nächsten alptraumhaften Filmtrip. Ob "WIR" die hohen Erwartungen erfüllen kann, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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"WIR" Filmkritik: So gut ist der neue Horror-Film von Ausnahmeregisseur Jordan Peele! UPI

Es ist bei einem Weg durch einen Tunnel passiert, wie "Get Out"-Regisseur Jordan Peele in einem Interview mit dem britischen Guardian verraten hat. Die Idee zu WIR kam dem gefeierten Ausnahmetalent bereits als College-Student, als er meist nachts nach einer nächtlichen Zugahrt durch eine Unterführung musste, die unfassbar gruselig und dunkel war. Den Bezug zur ursprünglichen Prämisse des Films schafft Peele gleich zu Beginn seines neuen Horror-Thrillers, als er in Zwischentiteln von tausenden Kilometern von Tunneln spricht, die von Menschenhand erschaffen wurden, unterirdisch liegen und seitdem verlassen sind. Die starke Metapher eines dunklen Tunnels, der an sich sehr geradlinig ist, sich aber irgendwann in vielen Abzweigungen aufteilt, an bestimmten Stellen auseinander- oder zusammenläuft und unaufhörlich einen Weg weist, passt perfekt zu seinem neuen Horror-Kracher "WIR".

 
 

"WIR": Inhalt | So gut ist der Film wirklich

Einen Tunnel hat die junge Adelaide zwar nicht gefunden, doch am Strand von Santa Cruz wird die junge Protagonistin von einem mysteriösen Spiegelkabinett beinahe magisch angezogen. In den düsteren Räumlichkeiten macht Adelaide eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben für immer verändern soll. Viele Jahre später hat sie (Lupita Nyong'o) selbst zwei sturköpfige Teenager an der Backe und fährt mit ihrem Mann Gabe (Duke Wilson) in den wohlverdienten Urlaub. Als Gabe einen gemeinsamen Strand-Tag mit einem befreundeten Paar in Santa Cruz plant, überkommt Adelaide ein unerklärliches Unwohlsein. Und tatsächlich: Schon während dem Sonnenbaden und der Wodka-O-Clock mehren sich seltsame Vorfälle. Und am Abend steht plötzlich eine Familie im Vorhof des Ferienhauses: Es sind die Doppelgänger von Adelaide & Co., die plötzlich Jagd auf sie machen…

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Die größte Gefahr sind "WIR" selbst! UPI

Die Erwartungen nach Peeles mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichneten Erstling "Get Out" waren immens. Und spätestens, wenn der grandiosen Lupita Nyong’o die Tränen die Wangen hinunterkullern, weil sie ihrer furchterregenden Doppelgängerin beinahe machtlos ausgeliefert ist, beweist Peele ein weiteres Mal, was für ein ausgezeichnetes Gespür er für Genrefilme und eine packende Inszenierung hat. Überraschenderweise besticht „WIR“ gar nicht mal mit den eigentlichen Horror-Szenen: Die sind zwar wirklich solide inszeniert, doch weder sonderlich erschreckend noch besonders kreativ. Doch Peele streut stattdessen immer wieder provokante „Easter Eggs“ und beißende Gesellschaftskritik ein, die den Film auch lange nach dem Kinobesuch noch nachhallen lassen. Und atmosphärisch macht dem 40-jährigen sowieso niemand etwas vor.

Herausragend ist jedoch nicht nur die die starke Inszenierung, sondern auch das brillante Ensemble. Lupita Nyong’o spielt sich in ihrer Doppel-Rolle wahrlich die Seele aus dem Leib. Winston Duke gibt immer wieder den sympathischen Comic Relief bevor auch ihm das Lachen im Hals stecken bleibt. Und ihre beiden Film-Kids Shahadi Wright Joseph und Evan Alex lassen uns nicht nur einmal das Blut in den Adern gefrieren. Mit Elizbaeth Moss und Tim Heidecker wird das eindrucksvolle Ensemble hochkarätig abgerundet.

Peele wird uns voraussichtlich noch 2019 sein Remake der legendären "Twilight Zone" servieren. "WIR" fühlt sich an wie der bestmögliche Appetizer für seine Interpretation der Horror-Kultserie. "WIR" startet am 21. März 2019 in den deutschen Kinos! Ein exklusives Interview mit den beiden Hauptdarstellern Lupita Nyong'o und Winston Duke seht ihr hier:

 


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