WDR-Brand führt zu Evakuierung und Sendungs-Abbruch
Ein Brand beim WDR in Köln hat am Montagnachmittag eine laufende Live-Sendung beendet und eine Evakuierung ausgelöst.

Mitten in der Sommerferien-Ausgabe von „Hier und heute“ verschwand am Montagnachmittag plötzlich das Bild. Gegen 17.25 Uhr war im WDR Fernsehen nur noch das weiße Senderlogo vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Wenige Minuten später erschien eine Hinweistafel: „Technische Störung: Gleich geht’s weiter.“
Statt der Livesendung mit Miriam Lange lief anschließend eine Folge von „Grenzenlos köstlich“ mit Björn Freitag und Tamina Kallert. Ein Laufband klärte die Zuschauer kurz darauf über den Grund für die Programmänderung auf: „Sie sehen Ersatzprogramm wegen eines Feueralarms.“
Rauch im Gebäude „Rechtsschule“
Nach Angaben des WDR bemerkten Mitarbeiter am Nachmittag Brandgeruch im Gebäude „Rechtsschule“, einem Anbau des Funkhauses am Wallrafplatz in der Kölner Innenstadt. Dort befinden sich auch Studios des Senders.
Ein mit Rauch gefülltes Treppenhaus löste mehrere Rauchmelder aus. Daraufhin wurde das Gebäude geordnet evakuiert. Die Feuerwehr konnte die Ursache offenbar schnell ausfindig machen.
Der Brand war nach WDR-Angaben bei Dachdeckerarbeiten auf dem Flachdach entstanden. In extrem schmalen Dehnungsfugen zwischen zwei Gebäuden hatten sich Spanplatten entzündet. Eine Zuluftöffnung in diesem Bereich saugte den Rauch demnach an und verteilte ihn im Gebäude.
Obwohl die Feuerwehr den Brand zügig bekämpfen konnte, dauerte es länger, den Rauch und den Geruch aus den Räumen zu entfernen. Deshalb blieb auch die Freigabe für die weitere Nutzung zunächst aus.
Nachrichten aus dem Ausweichstudio
Die Folgen waren am Abend weiterhin im Programm zu sehen. Die „Aktuelle Stunde“ wurde ab 18.45 Uhr nicht aus dem eigentlichen Nachrichtenstudio gesendet. Susanne Wieseler und Michael Dietz meldeten sich stattdessen aus einer Passage im Lichthof der WDR-Arkaden – rund 100 Meter vom regulären Studio im Gebäude „Rechtsschule“ entfernt.
Beide Moderatoren trugen dabei private Kleidung. Der Sender berichtete in der Sendung auch über den eigenen Feuerwehreinsatz und schaltete zu Reporterin Estella Mazur.
Um 20.15 Uhr meldete der WDR, dass der Brand selbst gelöscht sei. Die Entrauchung des Gebäudes dauerte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch an. Deshalb wurde auch „WDR aktuell“ um 21.45 Uhr aus dem alternativen Setting gesendet.
In der Nacht zu Dienstag kontrollierte die Feuerwehr das Gebäude erneut. Danach bestätigte sie nach Angaben des WDR, dass das Feuer gelöscht sei. Die Sendungsunterbrechung und die Evakuierung waren damit beendet – der Rauch hatte den Ablauf des Programms jedoch noch über Stunden beeinflusst.





