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Warum mich die „2 Broke Girls“ nerven

2 Broke Girls
Kat Dennings und Beth Behrs als Max und Caroline Foto: media press

Nach sechs Staffeln „2 Broke Girls“ gehen uns die Hauptpersonen Max (Kat Dennings) und Caroline (Beth Behrs) tierisch auf die Nerven. Warum das so ist:

Von Malina Mies

 

Wie ich die „2 Broke Girls“ lieben lernte – und warum sie mich jetzt nerven

Ich liebe Comedy-Serien! Von „How I Met Your Mother“ bis zu „The Big Bang Theory“ habe ich viele Sitcoms liebend gern von vorn bis hinten durchgeschaut, am liebsten morgens beim Frühstück. Ich habe eine Beziehung zu den Charakteren aufgebaut und war tagelang verloren, wenn ich am Ende der aktuellen Staffel angekommen war.

Umso glücklicher war ich, als mir Max, Caroline und Co. über den Weg liefen. Zuerst waren die „2 Broke Girls“ für mich nur ein Lückenfüller für meine Stammserie, aber schnell habe ich eine Verbindung zu den Figuren aufgebaut. Ich freute mich, als die coole Max Caroline zum ersten Mal sagte, dass sie Freundinnen seien und als Han vom Chef zum Vertrauten der Mädchen wurde.

Und trotzdem habe ich das Interesse an der Serie verloren, sogar mehr als das: Die Folgen der 5. und 6. Staffel zogen sich hin wie eine Ewigkeit und ich war am Ende der jeweils 20 Minuten nicht entspannt, sondern zutiefst genervt.

Warum? Weil ich in jeder Folge vergeblich auf eine Entwicklung der Charaktere hoffte. Aber die Figuren sind nur Karikaturen ihrer selbst und unglaublich eindimensional. Der kleine unsichere Han, die taffe Max mit schwierigem Elternhaus, die selbstverliebte Caroline... Und in diesen Rollen sind sie unflexibel und unfähig sich zu entwickeln.

 

Keine Weiterentwicklung bei den „2 Broke Girls“ Max und Caroline

Ich erinnere mich, als Lily und Marshall aus „How I Met Your Mother“ ihr Baby Marvin bekamen: Die beiden, die bis dahin gute Freunde, wilde Partygänger und Teil einer Gruppe waren, haben sich grundlegend verändert. Plötzlich waren ihre Freunde nicht mehr wichtig. Ihr Baby stand im Mittelpunkt, es kam zum Streit und einer kompletten Umschichtung aller Verhältnisse.

 

Nicht so bei Sophie (Jennifer Coolidge) und Oleg (Jonathan Kite). Das einzige was die Geburt von Baby Barbara veränderte war: nichts. Ja, Sophie sah in einer Folge nicht hübsch aus, weil sie müde war, und hat jetzt ständig einen Kinderwagen dabei, aber Barbara spielt eigentlich absolut keine Rolle in ihrem Leben. Das ist vielleicht sogar in Ordnung, weil wohl niemand von Sophie erwartet hat, die beste Mutter aller Zeiten zu werden.

Aber von einer anderen Frau weiß man, dass sie ein weiches Herz hat: Caroline. Und doch lächelt diese nur, wenn Sophie ihren Kinderwagen Treppen herunterrumpelt. Was ist da los? Wieso berührt sie das nicht? Wieso berührt sie überhaupt kaum etwas langfristig? Wieso verändert es Max und Caroline zum Beispiel nicht, eine Dessertbar zu eröffnen, und wieso ist jede Veränderung nur Thema einer einzigen Folge und am Ende ist alles wie gehabt?

 

Warum ich den „2 Broke Girls“ trotzdem dankbar bin

Ich erwarte mehr von einer Serie. Ich möchte mich in die Figuren hineinversetzen können, ich möchte normale Menschen bei ihren Problemen begleiten. Ich möchte ausgefeilte, vielschichtige Charaktere sehen und mitbekommen, wie sich diese Personen, mit denen ich mein Frühstück teile, weiterentwickeln. Und ich will berührt und überrascht werden. Nicht eine diese Anforderungen erfüllen diese karikativen Witzfiguren aus dem New York Diner. Aber immerhin eines haben sie geschafft: Sie haben mir in sechs langen Staffeln gezeigt, was mir an einer Serie wichtig ist. Und mindestens dafür sollte ich den „2 Broke Girls“ wohl dankbar sein.

 


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