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"TWD: Daryl Dixon": Norman Reedus "hatte immer Angst, alleine zu sterben"

Im Dezember ging "The Walking Dead: Daryl Dixon" auf MagentaTV an den Start. Wir sprachen mit Norman Reedus darüber, wie ihn 13 Jahre TWD verändert haben.

The Walking Dead Daryl Norman Reedus
Norman Reedus wünscht sich ein Glenn-Comeback in "Daryl Dixon", doch kein TWD-Tod war endgültiger.

Das Jahr 2010 veränderte Norman Reedus‘ Leben. Hörte man seinen Namen zuvor, verband man ihn vor allem mit seiner ikonischen Rolle im 1999 erschienen Film „Der blutige Pfad Gottes“ (Originaltitel: „The Boondock Saints“). Heute sehen die Menschen Daryl Dixon, wenn sie Reedus anschauen. Mit der Rolle des wortkargen Armbrust-Einzelkämpfers spielte sich der US-Amerikaner in die Herzen von Fans auf der ganzen Welt.

„The Walking Dead“ ist heute auserzählt, doch Daryl Dixons Popularität unter TWD-Fans verhalf Norman Reedus zu seiner eigenen Serie. Heute, am 8. Dezember 2023, feiert das Spin-Off „The Walking Dead: Daryl Dixon“ auf MagentaTV seine Deutschland-Premiere.

Wir trafen Norman Reedus vorab zum Interview und forschten nach, was ihm das Projekt bedeutet, was „Daryl Dixon“ von der Mutterserie unterscheidet und wie ihn die vielen Jahre unter Zombies verändert haben.

The Walking Dead Daryl Norman Reedus
Zwölf Jahre lang spielte Norman Reedus in "The Walking Dead" die Rolle des Daryl Dixon. Heute haben die beiden ihre eigene Serie!

„TWD: Daryl Dixon“ ist für Norman Reedus „eine reifere, romantischere Serie“

TVMovie.de: Norman Reedus, du kämpfst seit 2010 gegen Zombies. Wie hat sich die Rolle des Daryl Dixon in nunmehr 13 Jahren verändert? Und wie hat dich TWD beeinflusst?

Norman Reedus: „Ja, es hat mich sehr verändert. Meine Arbeitsmoral ist - einfach dadurch so lange einen Job zu haben, der mir am Herzen liegt und den ich gerne mache - viel erwachsener und stärker geworden. [Und Daryls] Charakter hat sich seit den Anfängen unfassbar gewandelt. Er war so hitzköpfig und arrogant und glaubte, nur sein Weg sei der richtige. Im Laufe der Jahre übernimmt er kleine Elemente der anderen Figuren, die er getroffen hat - und ich von den anderen Schauspielern, mit denen ich gespielt habe: Scott Wilson, Andrew Lincoln und [Jon] Bernthal, all diese Leute. Ich möchte, dass die Figur etwas gelernt hat. Zum Beispiel: ‚Was würde Hershel hier tun?‘ Was haben sie ihm in den Jahren, in denen er mit ihnen gespielt hat, beigebracht, das ihn als Person verändert hat? Und ich denke, wir bekommen [jetzt in ‚Daryl Dixon‘] die Chance, diesen erwachseneren Daryl zu zeigen. Cleverer, weiser, fürsorglicher – all diese Elemente spielen jetzt mit hinein und macht [das Spin-Off] zu einer reiferen, romantischeren Serie. Das Licht ist hier anders. Wir spielen hier mit einer Poesie, die wirklich gut funktioniert.“

The Walking Dead: Daryl Dixon: Norman Reedus im Interview
Bildunterschrift eingeben Foto: EMMANUEL GUIMIER/AMC

Wirst du dich jemals von der Rolle als Daryl loseisen können?

„Die Leute haben mich gefragt: ‚Wann hörst du auf, das zu spielen?‘ Und ich habe gesagt: ‚Ich muss es auf die richtige Art und Weise beenden.‘ Ich habe so viel Arbeit hineingesteckt, dass ich den Abschluss so gestalten muss, dass ich damit zufrieden bin. Weißt du, ich kann mich nicht einfach von heute auf morgen von allen verabschieden und sagen ‚Das war die letzte Staffel‘. Ich muss es so beenden, wie ich es begonnen habe. Und ich denke, dass bei der ursprünglichen Besetzung [von TWD] eine Chemie zwischen den Leuten herrschte, die wirklich wie ein Blitz in einer Flasche war [Sprichwort, das das Einfangen einer schwer zu bändigen Kraft meint] . [Auch bei ‚Daryl Dixon‘ war es jetzt so] einzigartig und so rein und jeder hat es genossen und am Anfang so hart dafür gekämpft, es Wirklichkeit werden zu lassen. Ich möchte es auf die gleiche Weise beenden. Ich will damit nicht sagen, dass wir es in Frankreich beenden, oder noch in dieser Staffel … Aber empfinde die Beziehungen zu diesem Cast und dieser Crew [von ‚The Walking Dead: Daryl Dixon‘] als sehr vergleichbar [mit der Anfangs-Besetzung von TWD], was mich sehr glücklich macht.“

Hättest du dir damals erträumen lassen, dass die Serie in zwölf Staffeln produziert und ein weltweiter Hit werden würde?

„Ich hätte nie gedacht, dass [sich TWD] so lange halten würde. Ich glaube nicht, dass irgendjemand wusste, dass es so lange andauern würde. Ich dachte, ich würde – wenn überhaupt - in ein oder zwei Folgen mitspielen und dann getötet werden. Ich erinnere mich nur daran, dass ich [das Drehbuch] gelesen habe und wusste, dass es von Frank Darabont war, und dass AMC auch ‚Breaking Bad‘ und ‚Mad Men‘ hatte, die ich mir bereits angeschaut hatte. Aber nein, ich hatte das nie für möglich gehalten. Heute wird mein Outfit im Smithsonian [Museum] ausgestellt. Es gibt einen Hai im ‚Coney Island Aquarium‘, der nach mir benannt wurde und so weiter und so weiter. Das ist alles komplett verrückt.“

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Norman Reedus: „Ich hätte nie gedacht, dass ich Daryl Dixon mal in Europa sehe“

Wie zufrieden bist du jetzt mit der ersten Staffel von „The Walking Dead: Daryl Dixon“?

 „Es ist anders. Es ist einzigartig. Es hat die Elemente, die ihr an dieser Figur so liebt, nur noch lauter aufgedreht, aber es ist anders. Weißt du, da steckt viel Emotion drin, das waren die Teile der alten Serie, die mir am besten gefallen haben. Es gibt bestimmte ikonische Momente aus dieser Show, an die ich mich visuell erinnere und die mir am besten gefallen. Es ist ein echter Segen, hier drehen zu können. Ich hätte nie gedacht, dass ich Daryl Dixon in Europa sehen würde. Das ist verrückt genug. Aber die Crew ist hier so gut. Die Besetzung ist hier so gut. Sie sind wirklich begeistert, hier zu sein. Und das fühlt sich für mich wie die erste Staffel von ‚The Walking Dead‘ an, weil wir nicht wussten, was daraus werden würde, aber wir haben hart dafür gekämpft, dass es überzeugend bleibt. Ich meine, es gibt so Zombies, es gibt Samurai-Schwerter, da sind Flügel auf meiner Weste. Wenn wir es nicht realistisch gehalten hätten, wäre es wirklich kitschig geworden und wir haben hart dafür gekämpft. Wir haben daran geglaubt.“

Wenn du jetzt eine Figur aus „The Walking Dead“, egal aus welcher Staffel und ob tot oder lebendig, in das Spin-Off holen könntest, wen würdest du wählen - von Melissa McBride alias Carol mal abgesehen?

„Puh, wen würde ich mitbringen? Kann ich meinen Hund mitbringen?“

Klar!

„Ich mag diesen Hund!

*Beide lachen*

Norman Reedus wünscht sich ein Glenn- oder Hershel-Comeback (- wir auch!)

The Walking Dead: Steven Yeun als Glenn und Scott Wilson als Hershel
Unvergessene TWD-Fan-Lieblinge: Glenn (Steven Yeun) und Hershel (Scott Wilson).

„Vielleicht Herschel. Ich denke, er würde auf Frankreich abfahren. Ich denke, das würde ihn glücklich machen. Vielleicht wäre Glenn gut, weil ich diese Reise sozusagen mit Glenn begonnen habe. Ich erinnere mich an die Szene, in der ich ihn einen ‚Chinesen‘ nannte und er sagte: ‚Ich bin Koreaner!‘ Und ich sagte: ‚Was auch immer.‘ Ich denke, dass es bei Daryl eine Entwicklung gegeben hat, die bei Glenn in Frankreich vielleicht wirklich gut ankommen würde. ‚Du hast dich wirklich gemacht, Daryl.‘ Ich weiß nicht. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Charaktere, die ich mitbringen würde. Melissa steht da vermutlich an erster Stelle – ich weiß, das sollte ich jetzt nicht sagen. Aber die Bindung zwischen Carol und Daryl ist stark.“

Wie viel Daryl Dixon steckt heute in dir? Und wie oft träumst du von Zombies?

„Ich werde dir jetzt etwas erzählen, das ich entwickelt habe – und ich glaube nicht, dass es eine gute Sache ist: Wenn ich in New York einen Bürgersteig entlang gehe und mitten auf dem Bürgersteig ein Haufen Touristen steht, stelle ich sie mir sofort als Zombies vor. ‚Wenn ich diesem ins Bein steche, kann ich ihn in diese beiden stoßen und diesem da ein Bein stellen.‘  Ich überlege, wie man am effizientesten durch eine Menschenmenge kommt. Und dann muss ich mich irgendwie fangen. Ich träume nicht wirklich von Zombies, aber manchmal sehe ich Menschen so, ah ... Aber von Monstern träume ich nicht, ich habe mich mittlerweile so daran gewöhnt, weißt du.“

An Halloween kann dich ja heute nicht mehr schocken …

„Die Dinge, mir an Halloween Angst machen, kommen nicht in TWD vor *lacht*. Ich könnte das näher erläutern, aber es sind keine schönen Dinge. Aber nein, ich träume nicht wirklich von Zombies. Ehrlich gesagt träume ich davon, verloren zu sein und zu versuchen, aus etwas herauszukommen. Ich hatte immer Angst, alleine zu sterben. Ich möchte nicht alleine sterben. Und das ist tatsächlich etwas, das in der Show verhandelt wird. Manche Aspekte vermischen sich also vielleicht doch [mit meinen Träumen] …“

Vielen Dank für das coole Gespräch!

Alle Infos zu Staffel 2 von „TWD: Daryl Dixon“ lest ihr hier >>>

Auch mit dem TWD-Spin-off über Rick und Michonne, "The Ones Who Live", wird es sehr bald losgehen. Hier alle wichtigen Infos >>>

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