„Schade, dass niemand Adolf Hitler erschießt“: „ttt“ heute mit heiklen Themen
„ttt – titel thesen temperamente“ konfrontiert das ARD-Publikum am 11. Januar mit der neuen Weltordnung, einem aufrüttelnden Astrid-Lindgren-Film, bewegendem Gaza-Kino und überraschender Kunst im Schnee. Bei der ARD steht die Zukunft der Moderation außerdem weiterhin im Fokus.

Ein Satz, der schmerzt und wachrüttelt, große geopolitische Fragen und zutiefst menschliche Geschichten: Das ARD-Kulturmagazin „ttt – titel thesen temperamente“ sendet am Sonntag, 11. Januar 2026, um 23:40 Uhr im Ersten eine Ausgabe, die bewusst aneckt. Bereits ab 20:00 Uhr ist die Sendung in der ARD Mediathek abrufbar.
Die neue Unordnung der Welt: Europas Zukunft auf dem Prüfstand
Im ersten Schwerpunkt geht es um die Erschütterung der bisherigen Weltordnung. Rechtsstaatliche Prinzipien verlieren an Bedeutung, das Machtgefüge verschiebt sich spürbar. Im „ttt“-Interview erklärt Politologin Cathryn Clüver Ashbrook, warum Europa strategisch neu denken muss. Herfried Münkler fordert mehr Tempo und weniger Zögern, während Fotograf Wolfgang Tillmans als überzeugter Europäer über politisches Engagement, Brexit und Verantwortung spricht.
Astrid Lindgren, wie man sie kaum kennt
Für besonderes Aufsehen sorgt der Beitrag über den Dokumentarfilm „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“. Darin stehen Lindgrens Kriegstagebücher aus den Jahren 1939 bis 1945 im Mittelpunkt. Der einschneidende Satz „Schade, dass niemand Adolf Hitler erschießt“ zeigt die Verzweiflung einer Mutter und Humanistin angesichts von Diktatur und Judenverfolgung. Regisseur Wilfried Hauke lässt erstmals Tochter, Enkelin und Urenkel gemeinsam sprechen, zentrale Passagen werden szenisch nachgestellt. Eine aufwendig produzierte NDR/Arte-Koproduktion, die ein neues Licht auf die berühmte Autorin wirft.

Kunst, die verschwindet: Schneekünstler Simon Beck
Halb Sport, halb Kunst: Simon Beck erschafft mit Schneeschuhen, Kompass und Maßband riesige geometrische Muster in den Alpen. Seine Werke sind vergänglich – und leben doch weiter, sobald sie aus der Luft fotografiert werden.
Kino über Menschlichkeit im Krieg: „Die Stimme von Hind Rajab“
Der Film „Die Stimme von Hind Rajab“ erzählt die wahre Geschichte eines sechsjährigen Mädchens aus Gaza, dessen Notruf nach einem Angriff stundenlang anhält. Kaouther Ben Hania verbindet Original-Tonaufnahmen mit Spielszenen und appelliert eindringlich an Mitgefühl und Menschlichkeit.
„ttt“ im Wandel: Neue Moderation, neue Formate
Moderiert wird die Sendung weiterhin von Siham El-Maimouni. Parallel sucht die ARD eine zweite Moderationsperson, nachdem die geplante Verpflichtung von Thilo Mischke zurückgezogen wurde. Ein Casting soll im ersten Halbjahr 2026 entscheiden. Zudem wird die Marke ausgebaut: Mit „ttt Talk“ startet ein neues Dialogformat, für 2026 ist außerdem eine Reportage-Reihe geplant.
Eine Ausgabe, die zeigt, warum „ttt – titel thesen temperamente“ seit Jahrzehnten für mutige Kulturdebatten steht.






