„True Haunting“ auf Netflix: Die echten Horror-Geschichten hinter der neuen Serie von James Wan
Grusel trifft Realität: Mit „True Haunting“ liefert Netflix kurz vor Halloween eine Horrorserie, die angeblich auf echten Spukfällen basiert. Produzent James Wan („The Conjuring“) macht daraus einen Albtraum, der sich erschreckend echt anfühlt.

Netflix sorgt pünktlich zur Halloween-Saison für Gänsehaut. Mit „True Haunting“ präsentiert der Streamingdienst eine neue Horrorserie, die auf angeblich wahren Begebenheiten basiert und von James Wan, dem Schöpfer von „Saw“ und „The Conjuring“, produziert wurde. Die Serie ist seit dem 7. Oktober 2025 verfügbar und sorgt weltweit für Gesprächsstoff.
In fünf Episoden widmet sich die Produktion zwei Fällen, die in den USA für Angst und Faszination zugleich sorgten: „Erie Hall“ und „This House Murdered Me“. Die Mischung aus nachgestellten Szenen, Interviews und dokumentarischem Material erinnert an eine True-Crime-Serie, zielt aber klar auf den Nerv des klassischen Geister-Horrors.
Erie Hall: Der Spuk im Studentenwohnheim
Die erste Geschichte spielt 1985 an der State University of New York in Geneseo. Dort zieht der Student Chris Di Cesare in ein Zimmer im Wohnheim Erie Hall und hört bald darauf eine Stimme, die seinen Namen ruft. Zunächst glaubt er an einen Scherz, doch bald beginnen Gegenstände sich wie von selbst zu bewegen. Auch sein Mitbewohner beobachtet die unheimlichen Vorkommnisse.
Die Situation eskaliert, als Chris eines Nachts die Erscheinung eines jungen Mannes sieht, dessen Kopf schief zur Seite hängt. Angeblich bittet die Stimme auf Tonaufnahmen um Hilfe. Schließlich ruft Chris einen Priester, der einen Exorzismus versucht. Doch der Geist soll nicht verschwunden, sondern lediglich in ein anderes Zimmer umgezogen sein und auch dort weiter gespukt haben.
Bis heute hält sich an der Uni die Legende, dass die Erie Hall verflucht sei. Viele glauben, der Geist gehöre einem Jungen namens Tommy, der sich auf dem Campus das Leben genommen habe. Ob an der Geschichte etwas Wahres ist oder ob der Spuk Teil studentischer Überlieferung bleibt, lässt die Serie bewusst offen.
This House Murdered Me: Das Haus, das niemand wollte
Im zweiten Fall zieht eine Familie 2003 in ein hundert Jahre altes Haus in Salt Lake City. Kaum beginnen die Renovierungen, geschehen unerklärliche Dinge. Türen schlagen zu, die Kinder schrecken nachts auf, und Vater Matt will gesehen haben, wie etwas Unsichtbares seiner Frau die Haare flicht. Als er eine verborgene Kammer hinter einem Wandschrank entdeckt, nehmen die unheimlichen Ereignisse zu.
Eine hinzugezogene Hellseherin glaubt, der Raum sei früher Schauplatz von Misshandlungen gewesen. Ihrer Aussage nach habe Matt das „Versteck des Bösen“ geöffnet. Erst ein Reinigungsritual soll die Geister erlöst haben. Seitdem, so erzählen die damaligen Bewohner, sei das Haus ruhig geblieben.
"The True Haunting" zwischen Wahrheit und Inszenierung
Produzent James Wan versteht es, zwischen Dokumentation und Horrorfilm zu balancieren. „True Haunting“ nutzt Interviews, Archivmaterial und nachgestellte Szenen, um den Zuschauer mit der Frage zu konfrontieren, was real und was inszeniert ist. Netflix selbst beschreibt die Serie als „eine Erkundung des Übernatürlichen auf Basis echter Berichte“, betont jedoch, dass die Ereignisse unterschiedlich interpretiert werden können.
Kritiker loben die dichte Atmosphäre und die filmische Qualität, während Skeptiker darauf hinweisen, dass viele Details aus den Originalfällen schwer zu belegen sind. Trotzdem entfaltet die Serie eine eigentümliche Faszination, gerade weil sie zwischen Tatsachenbericht und moderner Geistergeschichte pendelt.
Im Vergleich zu früheren Netflix-Produktionen wie „Haunted“ wirkt „True Haunting“ hochwertiger und weniger reißerisch. Statt plumper Schockeffekte setzt die Serie auf Spannung, Geräusche und das, was man nicht sieht. Besonders die Folgen rund um Erie Hall schaffen es, den Nervenkitzel alter Campuslegenden mit der Glaubwürdigkeit echter Zeugenaussagen zu verbinden.
James Wan liefert damit einmal mehr den Beweis, dass sich die größten Schreckmomente oft dort verstecken, wo Wirklichkeit und Vorstellung ineinander übergehen. Wer bei „True Haunting“ genauer hinhört, könnte sich am Ende fragen, ob manche Geschichten nicht doch einen wahren Kern haben.









