„The One About Matthew Perry“: Darum fehlen die „Friends“-Stars in der Netflix-Doku
Mit „The One About Matthew Perry“ erinnert Netflix an den 2023 verstorbenen „Friends“-Star. Doch ausgerechnet Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und David Schwimmer fehlen in den neuen Interviews.

Drei Jahre nach dem Tod von Matthew Perry (†54) widmet Netflix dem Schauspieler eine dreiteilige Dokumentation. „The One About Matthew Perry“ startet am 27. Oktober – nur einen Tag vor seinem dritten Todestag – und soll nicht nur Chandler Bing, sondern vor allem den Menschen hinter der berühmten „Friends“-Figur zeigen.
Dafür kommen Perrys Schwester Mia Perry Bowick, langjährige Freund und Wegbegleiter zu Wort. Eine Gruppe sucht man bei den neu aufgenommenen Interviews allerdings vergeblich: Seine fünf ehemaligen „Friends“-Kolleg:innen Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und David Schwimmer.
Dabei lag das keineswegs daran, dass die Produzent sie nicht dabei haben wollten.
„Friends“-Stars lehnten Teilnahme an Matthew-Perry-Doku ab
Regisseurin Mary Robertson bestätigte im Gespräch mit der „New York Times“, dass alle fünf „Friends“-Stars wegen einer Beteiligung angesprochen wurden. Sie entschieden sich jedoch dagegen.
Robertson macht gleichzeitig deutlich, dass sie diese Entscheidung respektiert. Das Ensemble habe Matthew geliebt und jeder trauere auf die eigene Weise. Einen konkreten individuellen Grund für ihre Absage haben Aniston, Cox, Kudrow, LeBlanc und Schwimmer bislang selbst nicht öffentlich genannt.
Damit wäre es zu weit gegriffen, von einer Ablehnung der Dokumentation selbst auszugehen. Dass Perry seinen fünf Kolleg:innen weiterhin nahestand, steht außer Frage. Nach seinem Tod veröffentlichten sie gemeinsam ein Statement und nahmen später auch an seiner Beerdigung teil.
Matthew Perrys Schwester spricht erstmals ausführlich über ihn
Die persönliche Perspektive, die sich viele Fans vielleicht von Jennifer Aniston und Co. erhofft hatten, übernimmt in der Dokumentation stattdessen vor allem Mia Perry Bowick, Matthews jüngere Schwester.
Sie spricht erstmals ausführlich vor der Kamera über ihren Bruder und gewährt Einblicke in sein Leben abseits der Öffentlichkeit. Auch bisher unveröffentlichte Fotos und Videos aus dem privaten Familienarchiv sind zu sehen.
Dabei geht es selbstverständlich auch um „Friends“. Bowick erzählt beispielsweise, wie sehr sich ihr Bruder darüber gefreut habe, als Chandler und Monica ein Paar wurden. Für Perry sei die Geschichte besonders reizvoll gewesen, weil er dadurch nicht länger ausschließlich den lustigen Chandler spielen musste. Die Beziehung zu Monica habe ihm die Möglichkeit eröffnet, die Figur auch romantisch, verletzlich und ernst zu zeigen.
Ganz ohne „Friends“ kommt die Netflix-Doku nicht aus
Obwohl Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und David Schwimmer keine neuen Interviews gegeben haben, fehlen sie in „The One About Matthew Perry“ nicht vollständig. Netflix verwendet Archivaufnahmen aus der gemeinsamen „Friends“-Zeit.
Außerdem kommen Menschen zu Wort, die Perry während der Entstehung der Kultserie begleiteten. Dazu gehört der frühere NBC-Manager Warren Littlefield, der sich daran erinnert, wie Perry für Chandler vorsprach. Auch „Friends“-Autor und -Produzent Jeff Strauss wirkte an der Dokumentation mit.
Regisseurin Robertson setzt darüber hinaus bewusst auf Perrys sogenannte „lowercase friends“ – also nicht seine berühmten „Friends“-Kolleg:innen, sondern die engen Freund aus seinem echten Leben. Einige von ihnen kannte der Schauspieler bereits seit seinen späten Teenager- und frühen Zwanzigerjahren und blieb ihnen bis zu seinem Tod verbunden.
„The One About Matthew Perry“ zeigt auch seine Suchterkrankung
Die dreiteilige Dokumentation spart auch die schwierigen Kapitel in Perrys Leben nicht aus. Der Schauspieler hatte selbst jahrelang offen über seine Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit gesprochen und seine Erfahrungen 2022 in seinen Memoiren „Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing“ geschildert.
Am 28. Oktober 2023 starb Perry im Alter von 54 Jahren. Als primäre Todesursache wurden die akuten Auswirkungen von Ketamin festgestellt, weitere Faktoren waren unter anderem Ertrinken.
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