„Tatort“ heute: WDR zeigt mit „Duisburg-Ruhrort“ einen legendären Schimanski-Fall
Im „Tatort“-Kosmos gibt es keinen beliebteren Ermittler als Horst Schimanski. Heute Abend wird der Fall wiederholt, der den Grundstein für seinen Legendenstatus setzte.

Einen Ermittler, den man heutzutage kaum noch in „Tatort“-Wiederholungen zu Gesicht bekommt, ist Götz Georges Kultfigur Horst Schimanski. Der Tabubrecher ist prinzipiell die legendärste Figur der gesamten Reihe und umso seltsamer ist es, dass in der vergangenen und der diesjährigen Sommerpause bis dato kein einziger Fall mit dem fluchenden Kommissar wiederholt wurde. Glücklicherweise gibt es heute Abend eine Schimanski-Wiederholung, die viele moderne Fälle vollends in den Schatten stellt.
„Duisburg-Ruhrort“: Horst Schimanskis erster Fall
Binnenschiffer Heinz Petschek wird erstochen im Binnenhafen aufgefunden. Alle Indizien deuten darauf hin, dass Petschek im Rahmen einer Prügelei ums Leben kam. Der erste Verdächtige, den Schimanski verhört, ist Jan Poppinga, der eine Affäre mit Petscheks Frau hatte. Schimanski glaubt jedoch an Poppingas Unschuld und wird durch eine zweite Leiche auf die richtige Fährte geführt. Doch noch ahnt der Kommissar nicht, dass er und sein Kollege Thanner auf dem besten Weg sind, einem Waffenschmugglerring auf die Spur zu kommen.
„Scheiße“: Wie Schimanski die Massen empörte
1981 war das deutsche TV-Publikum noch zart beseelt. In der heutigen, Trash-affinen Gesellschaft sind Sex und Fluchen keine großen Tabubrüche mehr, doch als Horst Schimanski Anfang der 80er-Jahre das erste Mal auf den Plan trat, war klar, dass der Ermittler mit „Duisburg-Ruhrort“ Fernsehgeschichte schreiben würde. Der Kommissar benutzte das Wort „Scheiße“ derartig inflationär, dass nicht nur raue Sprache im deutschen Fernsehen salonfähig wurde, sondern das Publikum sogar mit Zettel und Stift vor dem Fernseher saß, um mitzuzählen.
Götz George fand seinen Einstand als Schimanski regelrecht zum Kotzen, was jedoch nicht der Qualität des Falls geschuldet war: Gleich zu Beginn der Episode sieht man den Ermittler beim Trinken roher Eier – eine klare Hommage an „Rocky“. Diese Einstellung musste sechs Mal gedreht werden und schlug George derartig auf den Magen, dass er die Eier wieder loswerden musste.
Diese und viele weitere Fakten, wie etwa eine Polaroid-Werbung, die gleichzeitig im Fall als Referenz diente, sind nur einige der vielen Gründe, weshalb wir die Episode unter die zehn besten „Tatort“-Folgen aller Zeiten gewählt haben. Grund genug also, sich die Wiederholung heute Abend noch einmal anzusehen.
„Tatort“: Wann und wo läuft „Duisburg-Ruhrort“?
Wer Schimanskis ersten Fall schauen möchte, kann ihn heute Abend um 23:15 Uhr im WDR sehen. Die Episode dürfte sich optisch nicht allzu sehr von modernen Fällen unterscheiden, denn zum 40-jährigen Jubiläum wurde eine HD-Fassung angefertigt. Diese dürfte auch bei ARD Plus verfügbar sein, wo man neben „Duisburg-Ruhrort“ zahlreiche weitere Schimanski-Fälle anschauen kann.









