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Zwischen Til und Tränen

Starbesetzter „Tatort“ heute: „Tschill Out“ im WDR ist der große Abschluss einer Saga

„Tschill Out“ ist ein „Tatort“ der besonderen Sorte – insbesondere, weil es das Finale eines kontroversen Ermittlers ist …

Til Schweiger steht in der Natur und schaut mit schwermütigem Blick in die Ferne.
Ein grandioser Abschied? Mit „Tschill Out“ wird heute Abend der letzte „Tatort“ mit Til Schweiger gezeigt. Foto: WDR/NDR/Christine Schroeder

Nick Tschiller, gespielt von Til Schweiger, war ein besonderer Charakter im „Tatort“-Kosmos. Immerhin ist der ehemalige Hamburger Ermittler einer der wenigen, dessen Fälle sogar teilweise ins Kino gebracht wurden. Doch seit 2020 ermittelt Til Schweiger nicht mehr als sein alter Ego, was mit dem fulminanten Finale der anderen Art „Tschill Out“ untermauert wurde. Wir verraten dir, warum man sich diesen Fall heute Abend auf jeden Fall anschauen sollte.

„Tschill Out“: Worum geht es im Schweiger-Finale?

Nachdem seine Frau im Fall „Tschiller: Off Duty“ (2018) ums Leben gekommen ist, führt Nick Tschiller (Til Schweiger) ein abgekapseltes Leben auf der Nordseeinsel Neuwerk. Dort wartet er nicht nur sein Disziplinarverfahren ab, sondern hat sich auch der Betreuung schwer erziehbarer Jugendlicher angenommen. Doch Tschiller holt seine Vergangenheit ein, als sein alter Partner Gümer (Fahri Yardım) auftaucht – und den Punk-Sänger Tom (Ben Münchow) im Schlepptau hat.

Die beiden stören Tschillers friedliches Dasein, da sie Tom, der der einzige Zeuge des Mordfalls an seinem Bruder ist, verstecken müssen. Was aber kein Mitglied dieses ungleichen Trios ahnt: Ihnen ist bereits ein Killer gefolgt, der es auf alle drei abgesehen hat.

Til Schweiger: Warum hat er als „Tatort“-Kommissar aufgehört?

Über sieben Jahre (2013–2020) hinweg hat Til Schweiger in gerade mal sechs Fällen ermittelt. Das sind deutlich weniger Fälle, als die meisten Ermittler-Teams zustande bringen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass Schweiger einerseits nebenbei auf dem Höhepunkt seiner Kinokarriere war, in der er sich neben seiner Rolle als Schauspieler auch als Regisseur verdingte.

Darüber hinaus wurden die Schweiger-„Tatort“-Fälle aber auch immer wieder sehr gemischt aufgenommen. Der Kino-Fall „Tschiller: Off Duty“ blieb beispielsweise stark unter den Erwartungen – sowohl an den Kinokassen als auch in der linearen TV-Ausstrahlung. Mit in die Rechnung kam außerdem, dass Schweiger 2024 offenbarte, während seiner Zeit bei der langlebigen Kult-Krimireihe häufiger an Reibungspunkten mit der ARD geraten zu sein und zudem kein generelles Interesse an der Reihe mitgebracht zu haben. All diese Faktoren führten dazu, dass „Tschill Out“ der letzte Fall wurde.

Ein Grand Finale: Was macht „Tschill Out“ so besonders?

„Tschill Out“ hebt sich deutlich von anderen Tschiller-Fällen ab. Viele der vorherigen Fälle warteten mit Verfolgungsjagden sowie Panzerfäusten auf – in „Tschiller: Off Duty“ entfernte der Ermittler sogar eine Bombe aus dem Körper seiner Tochter. All dieses Action-Potenzial findet man in Tschillers letztem Fall nicht.

Stattdessen hat man den Episodentitel wörtlich genommen und die Sache ruhig angehen lassen. Man setzte darauf, emotional zu erzählen, und präsentierte Nick Tschiller zerrissen statt heldenhaft, was viele Kritiker und Kritikerinnen 2020 positiv überraschte.

Des Weiteren hing die ruhige Grundstimmung aber auch damit zusammen, dass man das technische Team austauschte. Zuvor war der Regisseur Christian Alvart beteiligt, der jedoch von Eoin Moore und Anika Wangard beerbt wurde. Das Duo zeichnet sich auch für den Rostocker „Polizeiruf“ verantwortlich, der ebenfalls mehr auf Charakterarbeit setzt.

Und auch musikalisch probierte man etwas anderes. Ben Münchow, der den bereits erwähnten Punk Tom spielt, hat mit seiner Band „kollektiv22“ für „Tschill Out“ den Song „Nix als Liebe“ geschrieben, was dem Fall – wie all die anderen genannten Faktoren – eine differenzierte Identität verlieh.

„Tschill Out“: Wo läuft die „Tatort“-Wiederholung?

Auch wenn „Tschill Out“ eine Produktion des NDR ist, wird der Fall heute Abend ab 20:15 Uhr im WDR gezeigt. Man kann die Episode aber bereits jetzt in der ARD-Mediathek finden. Und wer nach dem Finale Lust bekommen hat zu sehen, womit die Tschiller-„Tatort“-Fälle ihren Anfang genommen haben, kann mit „Willkommen in Hamburg“ (2013) auch den ersten Fall des Ermittlers in derselben Mediathek finden.

Quellen
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