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Interview

So entstand „Peaky Blinders: The Immortal Man“: Interview mit Tom Harper und Steven Knight

Wie fühlt es sich an, die letzten Momente einer mittlerweile ikonischen Figur zu schreiben? War das Ende von „Peaky Blinders“ von Anfang an geplant? Diese und viele weitere Fragen beantworten uns Tom Harper und Steven Knight im Interview!

Video Platzhalter
Video: Netflix / TV Movie

Lange mussten Fans warten – nun ist es endlich soweit: Am 20. März findet die Geschichte der Peaky Blinders in „The Immortal Man“ auf Netflix ihr Ende. Zu diesem Anlass hatten wir vor der Premiere in Berlin die Gelegenheit, mit Tom Harper, dem Regisseur, und Steven Knight, dem Schöpfer und Autor der Serie, zu sprechen.

Im Interview erzählte das Duo, wie es war, die letzten Szenen von Tommy Shelby zu inszenieren, worin sich die Arbeit am Film von der Serienproduktion unterschied – und welche Tipps sie neuen Fans geben, die den Film sehen möchten.

Tom Harper und Steven Knight bei einem Interview. Beide lächeln.
Tom Harper und Steven Knight sind die kreativen Köpfe hinter „Peaky Blinders“. Foto: Netflix

Tom Harper und Steven Knight über „Peaky Blinders: The Immortal Man“

„Peaky Blinders“ war ursprünglich auf sieben Staffeln ausgelegt, die letzte wurde jedoch gestrichen. Stattdessen haben wir diesen Film bekommen. Wie anders wäre das Ende gewesen, wenn die Serie auf die ursprünglich geplante Weise abgeschlossen worden wäre?

Steven Knight: Der Plan war eigentlich immer, mit einem Film zu enden. Es gibt sogar ein Interview mit mir nach der ersten Staffel – damals war das noch eine kleine BBC2-Serie – in dem ich sehr selbstbewusst sage: „Wir werden die Geschichte bis zum Zweiten Weltkrieg führen, und am Ende wird es ein Film.“

Und genau da sind wir jetzt. Die siebte Staffel ist wegen der Pandemie nicht zustande gekommen, aber eigentlich hätte es erst eine siebte Staffel gegeben und danach diesen Film. Staffel sieben hätte allerdings noch nicht im Krieg gespielt, denn ich wollte die Geschichte immer mit einem Kinofilm abschließen.

Die siebte Staffel hätte also gewissermaßen zum Film hingeführt?

Steven Knight: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht genau, weil die Pandemie kam, bevor ich überhaupt anfangen konnte, über Staffel sieben nachzudenken.

Tom Harper: Vielleicht hätten wir dort einige der Hintergrundgeschichten erzählt, die im Film vorkommen.

Steven Knight: Wahrscheinlich – ja. Aber das ist eine Sache, die wir jetzt natürlich nicht verraten können. Das wäre ein Spoiler.

„Peaky Blinders: The Immortal Man“: Gelungener Abschluss oder verschenktes Potenzial? – Kritik >>>

Tommy Shelby ist eine Figur, die Fans seit über einem Jahrzehnt lieben. Wie war es, die letzten Szenen eines so ikonischen Charakters zu schreiben und zu inszenieren?

Steven Knight: Man ist sich bewusst, dass diese Figur zu einer Silhouette geworden ist, die Menschen erkennen. Sie ist zu einer Bar geworden, zu vielen Bars. Zu einem Cocktail. Zu vielen Dingen.

Beim Schreiben des Endes spürt man, dass man es auf eine bestimmte Weise machen muss. Am Ende gab es wegen dem, was ich im Film bis dahin geschrieben hatte, nur eine Möglichkeit, es zu beenden. Und das sieht man auf der Leinwand.

Tom Harper: Wenn man etwas dreht, fühlen sich viele Dinge wichtig an. Jeder Moment fühlt sich wichtig an. Man legt nicht ständig zu viel Gewicht darauf, weil man sonst vom Druck blockiert würde.

Man arbeitet einfach weiter, und jeder Tag ist so voll, dass man zum nächsten Tag übergeht. Manchmal merkt man erst danach: Das war ein Moment. Das war etwas Wichtiges, das wir gerade gemacht haben.

So fühlt es sich für mich jetzt an. Ich freue mich darauf, dass das Publikum es sieht und diesen Moment mit uns teilt. Wir hatten es lange für uns, und jetzt geben wir es an das Publikum weiter.

Am Ende des Films passiert etwas, worüber wir noch nicht sprechen können. War dieses Ende immer so geplant?

Tom Harper: Hat es dich überrascht?

Ich hatte bereits vermutet, dass es so endet, aber die Art in der es passiert ist, hat mich dennoch erwischt.

Steven Knight & Tom Harper: Gut.

Steven Knight: Die grundlegende Konsequenz am Ende war von Anfang an geplant. Die genaue Art und Weise, wie es passiert, hat sich aber erst später entwickelt.

Tom Harper: Ja, die konkrete Umsetzung kam relativ früh – aber nicht im allerersten Drehbuchentwurf. Ich erinnere mich, als ich es zum ersten Mal gelesen habe und dachte: „Oh … okay. Ja, genau so muss es sein.“ Manchmal entdeckt man einfach plötzlich die richtige Lösung für eine Geschichte.

Ihr wart beide bereits in die Serie involviert. Wie unterschiedlich ist es, eine ganze Staffel zu drehen im Vergleich zu einem Film?

Steven Knight: Beim Schreiben hat man weniger Zeit. Man muss sich auf eine Sache konzentrieren. Man kann nicht viele parallele Geschichten erzählen. Die Geschichte handelt von Tommy Shelby und dem Zeitunterschied. Man braucht Anfang, Mitte und Ende.

Es fühlt sich so an, als sei eine Serie ist ein Roman, und ein Film eine Kurzgeschichte.

Tom Harper: Ja, es ist definitiv anders. Wir hatten ein größeres Produktionsbudget, also mehr Geld. Wir hatten mehr Zeit. Wir konnten Dinge umsetzen, von denen wir während der Serie nur geträumt haben. Einiges davon haben wir damals schon geschafft, aber im Film konnten wir wirklich alles geben.

Das war sehr befriedigend – in vielerlei Hinsicht: Wir hatten mehr Zeit mit den Schauspielern, um Szenen richtig auszuarbeiten, auf Film zu drehen, Explosionen umzusetzen oder sich die Zeit zu nehmen für eine große, chaotische Schlammschlacht – wirklich mit den Schauspielern und mit Schweinen.

Es war sehr erfüllend, das machen zu können. Ich habe es geliebt, und ich glaube, man kann das auf der Leinwand sehen und spüren.

Was würdet ihr den Zuschauern:innen raten, bevor sie den sehen? Sollten sie vorher unbedingt die Serie schauen?

Steven Knight: Viele Leute haben die Serie zur Vorbereitung noch einmal gesehen – das ist natürlich großartig.

Aber man muss sie nicht zwingend kennen, um den Film zu genießen. Ich kenne auch Leute, die die Serie gar nicht kannten, den Film gesehen haben und ihn trotzdem geliebt haben.

Tom Harper: Ich kenne sogar einige Leute, die zuerst den Film gesehen haben und danach erst angefangen haben, die Serie zu schauen.

Steven Knight: Ja, das können wir sehr empfehlen.

Tom Harper: Dann ist der Film quasi wie ein Einstieg – und danach bekommt man eine Art Prequel.

Steven Knight: Genau.

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