„Sinn und Sinnlichkeit“: Daisy Edgar-Jones & Esmé Creed-Miles im Interview über ihre Lieblingsszenen
Die Elinor- und Marianne-Darstellerinnen sprachen darüber, welche Datingerfahrungen zeitlos sind und wie sie einander als Dashwood-Schwestern auch im echten Leben inspirierten.

Jane Austens Roman „Sinn und Sinnlichkeit“ bekommt in Form einer neuen Verfilmung einen zugleich frischen und zeitlosen Anstrich. In die Hauptrollen der beiden Dashwood-Schwestern Elinor und Marianne schlüpften dafür Daisy Edgar-Jones und Esmé Creed-Miles.
Im Interview sprachen die beiden Schauspielerinnen darüber, warum manche Liebeserfahrungen universell sind, wie sie sich mit den Dashwood-Schwestern identifizieren konnten und inwiefern sich „Sinn und Sinnlichkeit“ von anderen Historiendramen unterscheidet.
Historiendrama über Schwesternliebe und weibliche Selbstbestimmung
Georgia Oakleys atmosphärische „Sinn und Sinnlichkeit“-Adaption bringt die Dashwood-Schwestern zurück auf die große Leinwand.

Im Zwiespalt zwischen Vernunft und Verlangen versuchen Elinor und Marianne durch ihr (Liebes-)Leben zu navigieren. Nach dem Tod ihres Vaters und ohne erhebliches Erbe steht für die Dashwood-Frauen eine große Veränderung an. Vom großen Anwesen ziehen die in ein kleines Cottage und gleichzeitig sollen die Töchter auch noch geeignete Partien auf dem Heiratsmarkt ergattern. Dabei haben die besonnene Elinor (Daisy Edgar-Jones) und die leidenschaftliche Marianne (Esme Creed-Miles) die unterschiedlichsten Erfahrungen. Zwischen Hoffnung, Herzklopfen und bitteren Enttäuschungen müssen die beiden Schwestern ihren eigenen Weg finden.
Esmé Creed-Miles und Daisy Edgar-Jones im Interview

Jane Austen ist dafür bekannt, komplexe weibliche Figuren zu erschaffen, die selbst herausfinden wollen, wer sie sind, anstatt sich dem anzupassen, was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Welchen Aspekt ihres Romans wolltet ihr in diese Adaption einfließen lassen?
Daisy Edgar-Jones: Meine Güte, da gibt es so viele Aspekte des Romans. Ich finde, du hast es wirklich auf den Punkt gebracht. Weißt du, Austen beschäftigt sich so oft genau mit diesen gesellschaftlichen Dynamiken und diesem Druck. Und gerade die Familie Dashwood in „Sinn und Sinnlichkeit“ ist unter allen Romanen besonders interessant zu beleuchten, weil sie gleich zu Beginn ihr Vermögen verloren hat. Sie sind mittellos und erleben wirklich hautnah den Druck, dem Frauen damals ausgesetzt waren, wenn sie ihr Vermögen verloren hatten – wie sie da eigentlich überleben.
Und ich glaube, ein Aspekt von Elinor, den ich gerne erforschen wollte, ist dieser Konflikt zwischen der eigenen inneren Wahrheit und dem authentischen Selbst einerseits, und dem Bild von sich selbst andererseits, das man der Gesellschaft gegenüber als Frau vermitteln sollte, um ihr zu gefallen.

Elinor und Marianne haben eine ganz unterschiedliche Herangehensweise an ihr Liebesleben. Und obwohl sie vor Hunderten von Jahren „gelebt“ haben, kann ich mir vorstellen, dass sich viele Frauen auch heute noch mit ihren Erfahrungen identifizieren können. Warum glaubt ihr, ist das so?
Esmé Creed-Miles: Ich glaube, die Art und Weise, wie wir uns an Menschen binden, ist zeitlos. Weißt du, Menschen knüpfen Bindungen und entscheiden sich dafür, eine Partnerschaft einzugehen.
Ich glaube, das hat etwas wirklich Zeitloses an sich, und verschiedene Epochen in der Menschheitsgeschichte haben gewissermaßen unterschiedliche gesellschaftliche Vereinbarungen und Normen rund um Beziehungen geschaffen – manche davon sind gut für Frauen, andere wiederum nicht.
Und ich denke, dass zu der Zeit, als Jane Austen schrieb, definitiv eine repressive gesellschaftliche Vereinbarung im Spiel war, und das bietet in der Geschichte einen wirklich interessanten Ansatzpunkt, um die emotionale Autonomie dieser Frauen zu ergründen. Und ich glaube, dass das heute an vielen Orten der Welt immer noch der Fall ist.

Apropos Liebe: Die zentrale Liebesgeschichte in „Sinn und Sinnlichkeit“ spielt sich zwischen den beiden Schwestern ab. Wie beeinflusste das euer Schauspiel?
Daisy Edgar-Jones: Das war für mich alles. Marianne und Elinor sind zwei Menschen, die nebeneinander aufgewachsen sind, und es gibt da eine wunderschöne Freundschaft, die ich an dieser Geschichte immer besonders fesselnd fand. Ich glaube, ich wollte nie, dass Elinor Marianne ablehnend gegenübersteht. Ich wollte, dass sie Marianne äußerst amüsant findet und ihren Elan liebt. Ich glaube, sie hatte einfach Angst, dass sie verletzt werden könnte.
Und andererseits fand ich das toll, weil Esmé und ich uns gegenseitig so witzig fanden und weil Esmé einfach so viel Leichtigkeit und Herz in jede Szene bringt, in der sie mitspielt – ich fand es toll, dass sie auch diese Seite von Elinor zum Vorschein gebracht hat.
Es ist eine wunderschöne Darstellung der Entwicklung dieser beiden Frauen. Ich finde es toll, dass Mariannes Art von „letzter Note“ wirklich nachdenklich und ruhig ist. Und ich liebe diese Szene zwischen ihr und Brandon so sehr, weil sie eine Art ruhige Weltgewandtheit ausstrahlt, die sie mittlerweile erreicht hat – was meiner Meinung nach von Esme so wunderschön dargestellt wird – und ich liebe es einfach.
Und auf der anderen Seite liebe ich es, dass Elinors Finale so eine Art großes, grandioses, Marianne-artiges Durch-das-Feld-Laufen ist, bei dem sie sich von ihren Fesseln befreit und sich endlich erlaubt, das auszudrücken, was für sie wahr ist. Und ja, ich finde, es ist einfach so eine wunderschöne Liebesgeschichte über das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Schwestern und der Teil des Films, auf den ich am meisten stolz bin.
Das komplette Interview mit Daisy Edgar-Jones und Esmé Creed-Miles siehst du oben im Video.







