RTL zieht die Reißleine: "Stefan Raab Show" wird ins Nachtprogramm verbannt
Die Quoten bleiben schwach, die Kritik wächst – jetzt verschiebt RTL die „Stefan Raab Show“ ins Nachtprogramm. Ein letzter Rettungsversuch?

Das hatte sich RTL sicher anders vorgestellt: Mit der „Stefan Raab Show“ sollte es dem Kult-Entertainer endlich gelingen, an einstige ProSieben-Erfolge anzuknüpfen. Mit „Du gewinnst hier nicht die Million“ war das nicht gelungen, doch beim Kölner Privatsender klammerte man sich wohl noch an die Hoffnung, dass das Comedy-Spielshow-Konzept einfach nicht ganz aufging.
„Die Stefan Raab Show“ führte Raab daher zurück zu seinen Wurzeln. Ein „TV total“-Klon, mit dem man Raab in die Hände spielt und das Publikum auch nicht überfordert. Ein verständlicher Plan, der jedoch ebenfalls in die Hose ging: Die Quoten der „Stefan Raab Show“ wanderten Ende 2025 immer mehr in den Keller, das Interesse des Publikums ist kaum noch existent.
Jetzt zieht RTL die Notbremse. Statt wie geplant mittwochs um 20:15 Uhr bekommt Raab nach dem offiziellen Ende der Winterpause einen neuen Sendeplatz – und zwar spätabends am Donnerstag um 23:15 Uhr.
Die Primetime ist wieder frei
Auch dieser Schritt lässt sich positiv drehen: Eine Late-Night-Show wie „Die Stefan Raab Show“ gehört nun mal in die Nacht und nicht in die Primetime. Das ist nicht verkehrt, allerdings wird von Sendungen im Nachtprogramm auch einfach weniger erwartet.
Aus der Sicht von RTL dürfte es viel wichtiger sein, dass der Sendeplatz am Mittwoch um 20:15 Uhr nun endlich wieder frei für erfolgsversprechendere Programme ist. Ob „Die Stefan Raab Show“ um 23:15 Uhr mit weniger Konkurrenz zumindest zum Achtungserfolg avancieren kann, ist da eigentlich zweitrangig.
Schadensbegrenzung bis zum Vertragsende
Dass RTL überhaupt noch an Stefan Raab festhält, nachdem bereits das zweite Showformat mit ihm deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, dürfte weniger mit Vertrauen in Raab selbst und deutlich mehr mit Raabs Verhandlungsgeschick im Vorfeld zu tun haben.
Billig kann es nicht gewesen sein, Raab aus seiner Moderations-Rente zu holen, und ein langjähriger Vertrag scheint hier sehr wahrscheinlich zu sein. In dem Fall wäre es nur verständlich, dass RTL die Hoffnung auf einen späten Überraschungserfolg nicht aufgibt.
Der neue Sendeplatz der „Stefan Raab Show“ spricht allerdings eine andere Sprache und mittlerweile wirkt es so, als wolle man bei RTL das „Experiment Raab“ einfach still und heimlich auslaufen lassen.
Immerhin: Im Stream scheint es für Stefan Raab etwas besser zu laufen. Dort gibt es ab dem 10. Februar nämlich fortan jeden Dienstag um 22 Uhr eine Spezialausgabe von „Die Stefan Raab Show“ zu sehen.









