TikTok-Invasion der Fernsehsender

„Reality AllStars“ jetzt auf TikTok: Entscheidung sorgt für Kritik

„Reality AllStars“ geht bald in eine weitere Runde. Doch eine Entscheidung sorgt vorab schon für Unmut – und das hat ausnahmsweise nichts mit der Kandidatenauswahl zu tun …

Arabella Kiesbauer steht für „Reality AllStars“ in einem weißen Kleid auf einem Strand und lächelt.
Arabella Kiesbauer moderiert „Reality AllStars“ … und TikTok auch? Foto: RTL2

„Reality AllStars“ ist prinzipiell ein altes Format, neu verpackt, denn die Show ist nur ein neuer Ableger von „Kampf der Realitystars“. Der Clou bei „Reality AllStars“ ist aber, dass auf die Publikumslieblinge der vorherigen Staffeln von KDRS zurückgegriffen wird. Insgesamt treiben ab dem 15. April 24 notorisch bekannte Figuren der Reality-Szene in Thailand ihr Unwesen. Aber wer ist unter diesen 24 Stars dabei, und warum wird die Art und Weise, wie das Format ausgestrahlt wird, kritisch beäugt?

„Reality AllStars“: Wer schlägt in Thailand auf?

Moderatorin des Formats ist Arabella Kiesbauer und führt unter anderem Größen wie Loona, Elena Miras oder Serkan Yavuz, die alle bereits „Kampf der Realitystars“ gewonnen haben, durch die verschiedenen Prüfungen. Dem Trio schließen sich Kader Loth, Schäfer Heinrich, Matthias Mangiapane sowie Prinz Frédéric von Anhalt an. Als wäre das nicht genug, kann man aber auch Georgina Fleur, Sarah Knappik, Cecilia Asoro, Sam Dylan, Narumol und Maurice Dziwak erwarten.

Die Prüfungen werden hierbei aber nicht nur beliebte alte Elemente wie die „Wand der Wahrheit“ beinhalten, sondern auch neue Konzepte werden in die Allstars-Variante eingewoben – insbesondere, was die Aufarbeitung der Sendung angeht.

TikTok: Gehören RTLZWEI und die Social-Media-Plattform wirklich zusammen?

Tendenziell ist die konzeptionelle Ausrichtung von „Reality AllStars“ gar nicht unclever. Man setzt auf eine crossmediale Auswertung, die die junge, trash-affine Zuschauerschaft nicht nur vor RTLZWEI, sondern auch auf TikTok lockt. Im Rahmen einer erstmaligen Kooperation zwischen einem deutschen Fernsehsender und dem Social-Media-Giganten kann man dort nämlich einen speziellen „Search Hub“ finden. In diesem kuratiert TikTok gezielt Themen und Suchanfragen, die rund um „Kampf der Realitystars auftauchen könnten. Auch Keywords wie #kdrs oder #kampfderrealitystars werden dort eingebunden. Darüber hinaus ist auch zum Launch der Staffel ein Live-Event in Kooperation mit TikTok geplant.

Und auf den ersten Blick hört sich das auch alles ganz nett an – vor allem für RTLZWEI und TikTok, denn so bespielen sich beide Plattformen gegenseitig. Aber ob das Konzept langfristig aufgeht, ist tatsächlich eher fragwürdig. Denn wenn man das Publikum während der Sendung auf eine Second-Screen-Plattform wie TikTok lockt, um Informationen zur besagten Sendung dort zu finden, dann läuft man sehr schnell Gefahr, sie auch dorthin zu verlieren. Darüber hinaus bleibt aber auch das Problem, dass man junge Menschen gezielt animiert, TikTok zu nutzen. Selbstverständlich wird TikTok überwiegend von einer jungen Zielgruppe genutzt, aber man muss diejenigen, die dort nicht stattfinden, nicht auch noch dazu verleiten, ihre Daten an den Giganten weiterzugeben.

Außerdem beißen sich „snackable“ Inhalte stark mit dem Gedanken einer Sendung, die voraussichtlich über 90 Minuten dauert. Auch wenn die Idee dieser gemeinsamen Auswertung durchaus interessant ist, wird „Reality AllStars“ zeigen, ob sich das Konzept auch längerfristig bewähren kann. Dennoch merkt man, dass diese Idee vorsichtig angegangen wird – denn wenn man tatsächlich Vertrauen in die Zusammenarbeit hätte, dann würde man das Experiment nicht mit einer eher zweitrangigen Show wie „Reality AllStars“ durchführen.

Quellen