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„Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“: Darum ist Staffel 2 der Serie besser als der Film

Heute läuft „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ im TV. Doch während der Film Fans spaltet, zeigt die Disney-Plus-Serie mit Staffel 2 eindrucksvoll, warum sie die bessere Umsetzung der beliebten Buchreihe ist.

Gegenüberstellung von Percy Jackson: Links der junge Percy aus der Disney+-Serie mit lockigen Haaren, rechts Percy aus dem Kinofilm „Im Bann des Zyklopen“ in einer Abenteuerszene – Vergleich zwischen Serien- und Filmversion der Figur.
Welcher Percy Jackson kommt bei den Fans besser an? Foto: DISNEY+/RTL / © 2010 Twentieth Century Fox Film Corporation

Mit „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ läuft heute Abend um 20:15 die umstrittene Kino-Fortsetzung der beliebten Fantasy-Reihe auf RTLZWEI. Doch während der Film von 2013 bei den Fans der Bücher bis heute einen schweren Stand hat, schlägt die aktuelle Disney-Plus-Produktion „Percy Jackson: Die Serie“ inzwischen einen ganz anderen Ton an. Spätestens mit Staffel 2, die sich inhaltlich an Rick Riordans Roman „Im Bann des Zyklopen“ („The Sea of Monsters“) orientiert, wird deutlich: Die Serie macht vieles besser als die Filme – und das aus guten Gründen.

Darum hatte der Film bei Fans einen schweren Stand

Der Film „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ setzt direkt nach den Ereignissen des ersten Abenteuers an. Percy (Logan Lerman) kehrt ins Camp Half-Blood zurück, doch die Ruhe währt nicht lange. Erzfeind Luke greift das Lager an, entführt Grover und plant, den Titanen Kronos wiederzuerwecken. Um das Camp zu retten, begibt sich Percy gemeinsam mit Annabeth und seinem Halbbruder Tyson auf die gefährliche Suche nach dem Goldenen Vlies.

Percy Jackson, Annabeth Chase und Grover Underwood ducken sich in einer Waldszene hinter einer Steinmauer und blicken alarmiert in verschiedene Richtungen – Szene aus dem Film „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“.
Im Film spielen Brandon T. Jackson, Logan Lerman und Alexandra Daddario die Hauptrollen. Foto: RTLZWEI/ Murray Close

Ein zentraler Schwachpunkt der Kinoversion ist die Charakterzeichnung. Zwar trifft Logan Lerman Percys Grundzüge durchaus, doch der Film verpasst es, seinen typischen Humor und seine sarkastische Erzählstimme aus den Büchern wirklich einzufangen. Statt cleverem Wortwitz dominieren plumpere Sprüche. Die Serie hingegen setzt mit Walker Scobell bewusst auf eine jüngere, buchnahe Version des Helden. Sein Percy ist frech, neugierig, loyal – und vor allem wieder der zwölfjährige Junge, den Fans aus den Romanen kennen.

Grover Underwood: Vom Comic Relief zur echten Identifikationsfigur

Noch deutlicher wird der Unterschied bei Grover Underwood. Im Film wird er zu einer lauten, überzeichneten Comicfigur mit Macho-Allüren umgebaut. Die Serie korrigiert diesen Kurs konsequent. Aryan Simhadri verkörpert Grover als warmherzigen, humorvollen und naturverbundenen Satyr, dessen Loyalität und innere Konflikte endlich wieder Gewicht bekommen. Änderungen dienen hier der Dramaturgie – nicht dem Selbstzweck.

Annabeth Chase: Warum die Serie der Figur endlich gerecht wird

Am stärksten profitiert die Geschichte jedoch von der neuen Annabeth Chase. Während der Film sie auf eine eher eindimensionale Actionfigur reduziert, darf Annabeth in der Serie endlich wieder die Rolle einnehmen, die sie in den Büchern auszeichnet: klug, ehrgeizig, strategisch denkend. Leah Jeffries spielt Annabeth so, wie sie ist, mit Ecken und Kanten. Ihre Beziehung zu Percy, ihre familiären Konflikte und ihre Verbindung zu Luke werden deutlich tiefer ausgearbeitet als im Film, der diese Aspekte fast vollständig ausklammert.

Mehr Zeit für Mythologie: Das Serienformat als klarer Vorteil

Ein weiterer entscheidender Vorteil der Serie liegt im Format. Acht Episoden pro Staffel geben der Handlung Raum zum Atmen. Während der Film wichtige Stationen der Buchvorlage kürzt oder komplett streicht, kann die Serie Nebenfiguren, mythologische Hintergründe und emotionale Entwicklungen sinnvoll einbinden. Auch die griechische Mythologie wirkt lebendiger: Götter, Monster und Legenden sind mehr als bloße CGI-Kulisse, sondern fest im Weltbild der Serie verankert.

Autor Rick Riordans Einfluss macht den entscheidenden Unterschied

Nicht zuletzt spielt die direkte Beteiligung von Autor Rick Riordan eine zentrale Rolle. Während er bei den Filmen kaum Einfluss hatte, ist er bei der Serie als Produzent und Autor aktiv beteiligt. Das spürt man in Tonfall, Humor und Figurenzeichnung deutlich. Die Serie respektiert die Vorlage, nimmt sich aber trotzdem die Freiheit für behutsame Anpassungen – ein Spagat, der den Filmen auf dem Level nie gelungen ist.

Besonders Staffel 2 zeigt, wie sehr die Serie aus den Fehlern der Kino-Fortsetzung gelernt hat. Die Beziehung zwischen Percy, Annabeth und Tyson wird organisch aufgebaut, die Bedrohung durch Kronos erhält mehr emotionales Gewicht und die Geschichte wirkt insgesamt geschlossener und spannender. Statt hastig von Action zu Action zu springen, setzt die Serie auf Charakterentwicklung, Atmosphäre und echte Fallhöhe.

Wer heute „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ im Fernsehen sieht, bekommt solide Fantasy-Unterhaltung – aber auch einen guten Vergleich. Denn die Disney+-Serie beweist eindrucksvoll, warum Staffel 2 deutlich besser funktioniert als der Film: näher an den Büchern, stärker bei den Figuren und mutiger im Erzählen. Für Fans der Romanreihe ist klar: Percy Jackson hat seine wahre Form endlich im Serienformat gefunden.

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