„Outlander: Blood of My Blood“: Der Cast über Staffel 2 und die Verbindung zu „Outlander“
Was passiert mit Ellen, Brian und Henry in Staffel 2? Harriet Slater, Jamie Roy und Jeremy Irvine sprechen über ihre Figuren und die Verbindung zu „Outlander“.

In der zweiten Staffel von „Outlander: Blood of My Blood“ stehen unsere Paare erneut vor großen Herausforderungen: Während Ellen und Brian durch den drohenden Krieg wieder auseinandergerissen werden, kämpfen Henry und Julia mit den Folgen seiner Zeitreise. Doch wie geht es für die Figuren weiter – und welche Verbindungen zur Welt von „Outlander“ erwarten uns? Harriet Slater, Jamie Roy und Jeremy Irvine liefern im Interview die Antworten!
Melissa Mundhenk, TV Movie: In Staffel 1 ging es darum, dass diese Paare wieder zueinanderfinden. Staffel 2 stellt sie nun vor eine noch größere Herausforderung: zusammenzubleiben. In welchem emotionalen Zustand treffen wir Ellen, Brian und Henry wieder?
Jeremy Irwine: Henry ist in einem ziemlich schlechten Zustand. Er sitzt in einer Anstalt und wird durch Elektroschocktherapie zunehmend in den Wahnsinn getrieben. Ihm geht es also alles andere als gut.
Harriet Slater: Ellen und Brian geht es ebenfalls nicht gut. Sie haben gerade Freiheit und Glück gefunden, weil sie endlich zusammen sein können, und dann wird all das durch die Aussicht auf einen Krieg zerstört. Ganz im „Outlander“-Stil werden sie wieder auseinandergerissen. Staffel 2 dreht sich also erneut darum, dass sie zueinanderfinden. Diesmal steht jedoch noch mehr auf dem Spiel, weil durch den Jakobitenaufstand jederzeit der Tod droht. Für keinen von ihnen wird es leicht.
Jamie Roy: Für Brian muss das sehr verwirrend sein. Er geht von diesem Moment des Glücks direkt zu den brennenden Kreuzen, die den bevorstehenden Krieg ankündigen. Ich kann mir vorstellen, dass sie kurz den Gedanken hatten: „Vielleicht laufen wir einfach weg und sind nur zusammen.“
Vielleicht könnten sie einfach weglaufen, zusammen sein und ihre Verantwortung ignorieren. Aber dann besinnen sie sich auf ihre Pflicht. Brian muss sich sagen: „Nein, ich muss das Richtige tun.“ Für ihn ist das alles sehr verwirrend.

Wir wissen inzwischen, dass Claires Eltern nicht in die Zukunft zurückkehren werden, aber nicht, was ihnen in der Vergangenheit tatsächlich passiert. Glaubst du, dass wir sie vielleicht schon in „Outlander“ gesehen haben, ohne es zu wissen, weil wir nicht wissen, wie sie aussehen? Und wenn sie Claire irgendwann begegnen würden: Würden sie sie nach all den Jahren überhaupt erkennen?
Jeremy: Ich bin mir sicher, dass man seine eigene Tochter immer erkennen würde. Aber das überlasse ich lieber den Fan-Theorien. Im „Outlander“-Universum ist schließlich alles möglich. Wir werden sehen, was die Autor für uns bereithalten.
Für eure Figuren wissen wir im Grunde, wie ihre Geschichten enden werden. Ist es als Schauspieler manchmal seltsam, all dieses Drama zu spielen, obwohl ihr bereits wisst, wohin ihre Geschichten letztendlich führen?
Jeremy: Ich glaube nicht, dass wir wirklich wissen, wie es endet. Vielleicht landen sie nicht an dem glücklichen Ort, den sie sich wünschen, aber irgendwo wird die Geschichte enden. Wir wissen nie genau, was als Nächstes passiert.
Das ist auch das Spannende daran. Wenn wir eine neue Staffel beginnen, bekommen wir zunächst nur Episode 1, vielleicht Episode 2. Erst dann erfahren wir, warum wir bestimmte Dinge drehen.
Bei Ellen und Brian wissen wir zumindest, dass sie Jamie und später noch weitere Kinder bekommen. Wir wissen nicht, wie ihr Leben genau verlaufen wird, aber wir wissen, dass sie zumindest eine Zeit lang zusammen und glücklich sein werden.
Jeremy: Ja. Das gibt den Autor meiner Meinung nach einfach viel mehr Freiheit, sich auszudenken, was dazwischen passiert.
Jamie: Genau das ist der spannende Teil. Viele sagen: „Wir wissen doch, was mit Brian und Ellen passiert.“ Wir kennen ein paar Eckpunkte, aber das Interessante ist die Reise dorthin.
Es ist wie bei einem Buch: Es wäre nicht besonders spannend, ein Buch zu lesen, wenn man nur das Ende kennt und nicht weiß, was in der Mitte passiert. Genau diese Lücken füllen wir jetzt.
Wir wissen, dass Brian und Ellen Kinder bekommen und heiraten. Wir wissen auch, dass er Lallybroch mit bloßen Händen baut und all diese Dinge tut. Aber wir wollen sehen, wie der Weg dorthin aussah. War alles einfach? War es schwierig? Haben sie sich vielleicht getrennt? Haben Brian und Ellen die ganze Zeit eine harmonische Beziehung geführt? All diese Dinge müssen wir noch erzählen. Ich glaube, genau das wird die Zuschauer interessieren und sie dazu bringen, weiterzuschauen.
Es ist auch ziemlich herzzerreißend, dass eure Figuren – abgesehen von Brian – kaum die Chance haben, eine normale, langfristige Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Wenn ihr Jamie und Claire betrachtet: Was erkennt ihr in den Menschen wieder, zu denen Ellen, Brian, Henry und Julia geworden sind? Und worin unterscheiden sie sich völlig von ihnen?
Jeremy: Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Henry und Julia sind sehr einfallsreich und können schnell reagieren. Diese Eigenschaften wurden offensichtlich weitergegeben. Sie sind ein wichtiger Teil davon, wie sie in dieser Zeit überleben – und auch Claire besitzt diese Fähigkeiten.
Jamie: Brian hatte das Glück, Jamie großziehen zu können. Jamie hat viel von dem übernommen, was er von seinem Vater gelernt hat.
Das sehen wir auch in „Outlander“, wenn Jamie versucht, für Brianna und auch für William ein Vater zu sein. Er versucht, sie so zu behandeln, wie Brian ihn als Kind behandelt haben könnte. Ich möchte glauben, dass Brian einen guten Einfluss auf ihn hatte.
Harriet: Ich glaube, Ellen wäre unglaublich stolz auf den Mann, zu dem Jamie geworden ist. Er liebt mit großer Leidenschaft – so, wie er es von seinen beiden Eltern erlebt hat. Seine Entschlossenheit und vielleicht auch seine Sturheit hat er teilweise von Ellen.
Ich glaube, Jamie und Claire sind eine wunderschöne Mischung aus all ihren vier Eltern. Die Drehbücher haben das sehr gut für uns herausgearbeitet. Uns wurde gesagt, dass wir die Serie nicht ansehen und versuchen sollen, die Darstellungen der anderen Schauspieler zu imitieren. Stattdessen steckt alles in den Drehbüchern.
Diese Figuren sind unglaublich vielschichtig, kompliziert und fehlerhaft. Sie sind nicht immer sympathisch. Und genau das macht es als Schauspielerin so schön, sie zu spielen, weil es das echte Leben widerspiegelt. Niemand auf dieser Welt ist ständig sympathisch oder trifft jeden Tag die perfekten Entscheidungen.
Und zum Schluss: Wenn ihr auf die letzte Staffel zurückblickt und in die Vergangenheit reisen könntet, um eure Figur vor einem großen Fehler zu bewahren – welcher wäre es?
Jamie: Ich wünschte, Brian hätte Malcolm einfach ins Gesicht geschlagen, als er die Gelegenheit dazu hatte.
Harriet: Ihn k. o. geschlagen.
Jamie: Genau. Ihn einfach bewusstlos geschlagen, in eine Ecke geworfen und wäre dann weggelaufen. Aber so ist es nun einmal. Wenn man sich die Größe von Brian und Malcolm anschaut, hätte Brian ihm wahrscheinlich auch einfach einen *Glasgow Kiss verpassen können.
Harriet: Andererseits hätte Malcolm ihn dann für immer verfolgt. Vielleicht hätte er niemals aufgegeben.
Jamie: Wenn er Ärger sucht, bekommt er ihn auch. Aber wie man so schön sagt: „Wer mich einmal reinlegt...“
Jeremy: Henry sollte sich von Seema fernhalten.
Harriet: Ich weiß nicht. Ich sehe perfekt aus...Vergesst alles, was ich gerade gesagt habe (lacht).
*Was ist ein „Glasgow Kiss“?
„Glasgow Kiss“ ist die schottische Slang-Bezeichnung für einen Kopfstoß.
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