Octopath Traveler 0: Was das neue HD-2D-Spiel von Teil 1 & 2 unterscheidet!
Mit „Octopath Traveler 0“ kehrt Square Enix nach Orsterra zurück – mit neuer Hauptfigur, Dorfbau und vertrautem HD-2D-Look. Doch wie passt der Prequel-Teil in die Reihe und was erwartet dich spielerisch?
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Was ist „Octopath Traveler 0“ überhaupt?
„Octopath Traveler 0“ ist der dritte große Teil der JRPG-Reihe, die 2018 mit „Octopath Traveler“ ihren HD-2D-Look etabliert hat und seitdem zum Aushängeschild nostalgischer Pixel-RPGs geworden ist. Statt klassischer 16-Bit-Optik setzt die Serie auf detaillierte Sprites, Tiefenschärfe, Lichteffekte und Partikel – wie ein spielbares Diorama, das an SNES-Rollenspiele erinnert, aber klar moderner wirkt.
Der neue Ableger ist am 4. Dezember 2025 für Nintendo Switch 2, Nintendo Switch, PS5, PS4, Xbox Series X|S und PC erschienen und richtet sich ganz klar an Fans klassischer, rundenbasierter JRPGs, die Lust auf eine lange Story, taktische Kämpfe und viel Charakter-Management haben.
Spannend: Erstmals spielst du nicht eine feste Figur, sondern einen komplett selbst erstellten Protagonisten, der sein Heimatdorf wiederaufbauen und gleichzeitig einen Rachefeldzug quer über den Kontinent Orsterra antreten muss.
Wie hängt „Octopath Traveler 0“ mit Teil 1 & 2 zusammen?
Die Handlung von „Octopath Traveler 0“ spielt wieder auf Orsterra, also in derselben Welt wie der erste Teil und das Mobile-Game „Champions of the Continent“. Inhaltlich knüpft das Spiel an Motive und Begriffe wie Macht, Reichtum und Ruhm an, die schon im Mobile-Ableger eine wichtige Rolle gespielt haben.
Im Gegensatz zu Octopath Traveler 1 & 2 steuerst du aber keine acht eigenständigen Hauptfiguren mit jeweils eigener Kampagne, sondern eine Figur, die du dir selbst baust – inklusive Aussehen, Stimme und Kampffokus. Die klassischen acht Jobs (Krieger, Magier, Dieb, Tänzer:in usw.) sind trotzdem wieder dabei, ebenso zentrale Serien-Elemente wie:
das Break & Boost-Kampfsystem, bei dem du Schwachstellen ausnutzt, Gegner „brichst“ und dann besonders viel Schaden machst
die Path Actions, mit denen du NPCs ausfragst, bestiehlst oder in dein Dorf lockst
der typische kapitelbasierte Aufbau mit mehreren großen Quest-Strängen
Inhaltlich fühlt sich „0“ ein bisschen wie eine Mischung aus Prequel, Spin-off und Neuausrichtung an: Die Welt wirkt vertraut, die Themen – korrupte Reiche, Machthunger, moralisch fragwürdige Eliten – erinnern stark an die Vorgänger, aber die Perspektive ist persönlicher, weil der Protagonist direkt an das Schicksal von Wishvale gebunden ist.
Gameplay: Klassisches JRPG mit Town-Building und 8er-Party
Spielerisch bleibt „Octopath Traveler 0“ tief im klassischen JRPG verwurzelt, erweitert aber die bisherige Formel an wichtigen Stellen.
Im Fokus steht weiterhin das rundebasierte Kampfsystem: Du analysierst Gegner, suchst ihre elementaren oder waffenbasierten Schwächen, brichst ihre Schutzleiste und aktivierst dann Boost Points, um Angriffe zu verstärken, mehrere Hits hintereinander auszulösen oder starke Spezialskills rauszuhauen.
Die große Neuerung: Statt einer Vierergruppe führst du eine Acht-Charakter-Party mit Vorder- und Hinterreihe. Vier Figuren greifen an, vier stehen hinten, erholen sich, sammeln Boost-Punkte oder unterstützen passiv. Du kannst in deinem Zug zwischen vorderer und hinterer Reihe tauschen und so sehr flexibel auf gefährliche Situationen reagieren. Das macht die Kämpfe deutlich taktischer und sorgt für dieses typische „Ich tüftele mir meinen perfekten Zug zusammen“-Gefühl, das viele Fans an der Serie lieben.
Dazu kommen:
ein flexibles Klassensystem mit acht Jobs, bei dem dein Protagonist nach und nach alle Rollen freischalten kann
Action-Skills und Ultimate-Techniken, die Kämpfe im Late Game noch einmal strategisch aufdrehen
Elite-Gegner, die besonders starke Beute liefern und oft direkt mit dem Ausbau deines Dorfs verknüpft sind
Zwischen den Kämpfen erkundest du Orsterra, schließt Sidequests ab, rekrutierst neue Verbündete (darunter Figuren mit Spezialklassen) und suchst nach Ressourcen rund um Wishvale. Die Stadtbau-Elemente sind kein „zweites Animal Crossing“, aber eine angenehm entspannte Gegenpol zu den fordernden Kämpfen: Du platzierst Gebäude, schaltest neue Läden frei und holst NPCs aus anderen Städten in dein Dorf, was dir wiederum bessere Items, Trainingsmöglichkeiten oder passive Boni beschert.
Ist das Spiel gelungen?

Nach den ersten Tests auf dem Portal Opencritic.com liest sich das Bild ziemlich klar: Kämpfe, Aufbau und Charakterentwicklung werden als große Stärke gesehen – gerade das neue 8er-Party-System mit Vorder- und Hinterreihe bringt eine Menge Tiefe, ohne überfordernd zu sein. Wer Spaß an Tüftel-RPGs hat, dürfte hier viele Stunden mit Build-Optimierung verbringen.
Die Präsentation im HD-2D-Stil bleibt Geschmackssache. Inhaltlich ist „Octopath Traveler 0“ zudem erstaunlich düster – Themen wie Ausbeutung, Gewalt und moralische Korruption werden teilweise sehr direkt erzählt, vor allem rund um Auguste und Lady Herminia.
Kritisch angemerkt werden u. a.:
das episodische Erzähltempo, das manchmal bewusst zerpflückt wirkt
ein gewisser Grind-Faktor, wenn man auf dem empfohlenen Level bleiben möchte
etwas weniger präsente Path Actions, die zwar noch da sind, aber nicht ganz so wichtig wirken wie in Teil 1 & 2
Trotzdem: Der Gesamteindruck ist, dass „Octopath Traveler 0“ die Serie spielerisch sogar einen Schritt nach vorne bringt – vor allem, wenn man Lust auf tiefes Party-Management, clevere Bosskämpfe und das Gefühl hat, sein eigenes Dorf Schritt für Schritt zu retten.
Für wen lohnt sich „Octopath Traveler 0“?
Wenn du…
klassische JRPGs wie „Final Fantasy VI“, „Bravely Default“ oder natürlich die ersten beiden Octopath-Teile magst,
Spaß an taktischen Rundenkämpfen mit vielen Stellschrauben hast,
gerne Figuren auflevelst, Jobs ausprobierst und Builds baust,
und die Vorstellung liebst, dein zerstörtes Dorf wieder aus der Asche zu heben,
…dann ist „Octopath Traveler 0“ sehr wahrscheinlich genau dein Ding – sogar, wenn du mit „Champions of the Continent“ nichts am Hut hattest.
Wer eher auf sehr lineare Geschichten, bunte Action-RPGs ohne viel Micromanagement oder komplett sprachausgerichtete Story-Games steht, sollte sich vor dem Kauf zumindest Gameplay anschauen.
Unterm Strich wirkt „Octopath Traveler 0“ wie das, was der Untertitel verspricht: eine Reise, die du dir selbst baust – mit eigener Figur, eigenem Dorf und vielen kleinen Entscheidungen, die bestimmen, wie sich deine Version von Orsterra anfühlt.
Quellen
Square Enix




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