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Noch kontroverser als „Michael“? Heute läuft im TV das erfolgreichste Music-Biopic aller Zeiten

Das wohl erfolgreichste Biopic aller Zeiten dreht sich um eine der beliebtesten Bands aller Zeiten – dennoch wird es seit der Erscheinung sehr gemischt aufgenommen. Wir verraten dir, warum … und wo du den Streifen heute schauen kannst.

Freddy Mercury steht auf einer Bühne und hält seine Faust in die Lauft. Man sieht nur seinen Rücken.
Dieses Biopic über eine absolute Musiklegende konnte fast eine Milliarde US-Dollar einspielen – doch Kritiker hassten es. Foto: 20th Century Fox

2018 war ein großes Jahr für die Filmindustrie. Der Superheldenfilm war auf seinem Höhepunkt („Avengers: Infinity War“ allein spielte über 2 Milliarden US-Dollar ein) und auch Animationsfilme wie „Die Unglaublichen 2“ erfreuten sich an den Kinokassen großer Beliebtheit. Doch in den Toplisten des Jahres lässt sich auch ein Film finden, der knapp eine Milliarde US-Dollar eingespielt hat und mit seinem Genre im wahrsten Sinne des Wortes aus der Reihe tanzt. Heute Abend wird der Film im TV gezeigt – und das trotz all der Kritik und Kontroversen, die ihn umgeben.

„Bohemian Rhapsody“: Worum geht es in dem Queen-Biopic?

In den 1970ern trifft Farrokh Bulsara (Rami Malek) in einer schicksalhaften Nacht auf den Schlagzeuger Roger Taylor (Ben Hardy) und den Gitarristen Brian May (Gwilym Lee), die gerade von ihrem Lead-Sänger verlassen wurden. Farrokh bietet seine Hilfe an und prompt ist eine der größten Rockbands der Geschichte geboren: Queen.

Die Jahre ziehen ins Land und die Band kann etliche Erfolge einfahren, doch Freddys freigeistige Art wird zunehmend zu einem Problem für den Rest der Band. Dieser hat nicht nur mit kreativem Schaffensdruck zu kämpfen, sondern auch mit seiner Sexualität – denn eigentlich fühlt er sich zu Männern hingezogen. Schnell gerät der Weltstar an einen Wendepunkt: Ist er allein besser aufgehoben oder sollte er seiner Band treu bleiben?

Queen-Biopic: Die großen Kontroversen rund um „Bohemian Rhapsody“

Während sich „Bohemian Rhapsody“ beim Publikum großer Beliebtheit erfreute – das Einspielergebnis spricht für sich – war der Film nicht unbedingt ein Kritikerliebling. Zwar konnte man Oscar-Nominierungen einfahren, die sogar in einen Gewinn für Rami Malek als bester Hauptdarsteller umgewandelt wurden, aber abgesehen davon rankten sich um den Film viele Kontroversen – und das schon, bevor er überhaupt in die Kinos kam.

Das erste große Problem war, dass der Regisseur des Films, Bryan Singer, dem später mehrfach vorgeworfen wurde, Kinder missbraucht zu haben, keine einfache Person in der Zusammenarbeit gewesen sein soll. So sind er und Malek laut Berichten von damals mehrfach aneinandergeraten und auch Tom Hollander hat aufgrund von Differenzen mit Singer den Film zeitweise verlassen. Schlussendlich wurde Singer aber augenscheinlich nicht wegen dieser Gründe ersetzt, sondern vielmehr, weil er aufgrund von familiären Problemen nicht mehr zu den Dreharbeiten erschienen ist.

Er wurde dann von Dexter Fletcher ersetzt, der aber bis heute aufgrund von Regularien der amerikanischen Directors Guild, einer Gewerkschaft für Regisseure, nicht als Regisseur des Films gecredited wird.

Puffpiece und Oberflächlichkeiten: „Bohemian Rhapsody“ war der Kritik zu handzahm

Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Biopic-Genre: die Vorwürfe, dass Filme dieser Art häufig zu weichgespült seien und die dargestellten Persönlichkeiten glorifizieren würden. Gerade ist „Michael“ wieder im Fokus dieser Diskussionen – damals war es „Bohemian Rhapsody“.

Abgesehen von technischen Problemen wie Anschlussfehlern oder falschem Blocking war es vor allem die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde, die kritisiert wurde. Die noch lebenden Queen-Mitglieder wurden als verantwortungsvolle Familienväter dargestellt, die keinerlei Ecken und Kanten haben, während Freddy zeitweise zum Antagonisten des Films stilisiert wird – ohne dabei selbst wirkliche Tiefe zu bekommen.

Auch die Darstellung von Homosexualität wurde damals kritisiert, da man lediglich an der Oberfläche von Freddie Mercurys Leben kratzte, ohne etwas wirklich Progressives beizutragen. Themen wie Mercurys AIDS-Erkrankung wurden beispielsweise deutlich heruntergespielt.

„Bohemian Rhapsody“: Wo kann ich den Film schauen?

Das Queen-Biopic wird heute Abend im TV gezeigt. Alle, die um 20:15 Uhr ProSieben einschalten, können sich dort „Bohemian Rhapsody“ anschauen. Darüber hinaus lässt sich der Film auch im Abo auf Disney Plus finden.

Wer gar nicht genug von kontroversen Musikfilmen bekommen hat, kann sich zurzeit im Kino auch „Michael“ ansehen. Dieser geht zum Beispiel auf die Beziehung zwischen ihm und seinem Bodyguard Bill ein – was es damit auf sich hat, kannst du hier nachlesen.

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