„naked“ in der ARD Mediathek: Diese Serie über Sexsucht geht unter die Haut
Mutig, schonungslos, emotional: Mit „naked“ wagt der WDR ein Serienexperiment, das man so noch nicht im deutschen Fernsehen gesehen hat. Das erotische Psychodrama zeigt, wie schnell Leidenschaft zur Abhängigkeit werden kann.

„naked“: Ein Tabu wird zum Serienstoff
Wie viel Kontrolle hat man über die eigene Lust? Und was passiert, wenn Nähe zur Droge wird? „naked“ (AT: „Verlangen“) stellt diese Fragen mit einer Intensität, die lange nachhallt.
Die sechsteilige Serie, inszeniert von Bettina Oberli („Die Herbstzeitlosen“), erzählt von Sexsucht, Co-Abhängigkeit und emotionaler Selbstaufgabe. Themen, die im deutschen Fernsehen bislang kaum eine Rolle spielten. Ab sofort ist „naked“ in der ARD Mediathek zu sehen, die lineare Ausstrahlung im Ersten folgte am 3. Oktober 2025.
Worum geht’s in „naked“?
Kunstlehrerin Marie (Svenja Jung) trifft auf einer Kostümparty den charmanten Luis (Noah Saavedra) und verliebt sich Hals über Kopf. Die Anziehung ist sofort da, wild, unkontrollierbar. Doch die Leidenschaft kippt: Luis ist süchtig nach Sex, Marie wiederum kann von ihm nicht loskommen.
Was als Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Schlagabtausch. Beide Figuren taumeln zwischen Begehren und Schmerz, Nähe und Entfremdung. „naked“ zeigt diesen Teufelskreis ohne Scheu, aber mit viel Empathie.
Svenja Jung und Noah Saavedra: Starkes Duo in Grenzbereichen
Svenja Jung („Sturm der Liebe“, „Die Mitte der Welt“) trägt die Serie mit einer Verletzlichkeit, die sofort berührt. Ihre Marie will verstehen, heilen, lieben und verliert sich dabei selbst.
Noah Saavedra („Freud“, „Der Trafikant“) spielt Luis als Getriebenen, der zwischen Verlangen und Selbsthass pendelt. Die Chemie der beiden ist explosiv und genau das macht „naked“ so intensiv: Hier wird nicht gespielt, hier wird gefühlt.
In Nebenrollen überzeugen Juliane Köhler, Hanna Hilsdorf, Aurel Mertz und Jochen Schropp.
Erotik trifft Psychologie – und bricht Klischees
Zwar ist „naked“ voller Erotik, doch nie voyeuristisch. Regisseurin Bettina Oberli interessiert sich nicht für nackte Haut, sondern für das, was darunter liegt: Angst, Scham, Kontrollverlust.
Die Kamera von Julian Krubasik bleibt dicht an den Figuren, beobachtet, statt zu bewerten. Sex wird hier zum Spiegel emotionaler Abhängigkeit und nie zum Selbstzweck. Jede Szene erzählt etwas über die Menschen, nicht über ihre Körper.
Diese Ernsthaftigkeit macht „naked“ so besonders. Während viele Erotikdramen den schnellen Kick suchen, lässt sich diese Serie Zeit. Sie will verstehen, nicht verführen.
Mutig, manchmal unbequem – aber selten so ehrlich
Selten war eine deutsche Serie so kompromisslos ehrlich. „naked“ zeigt, was Sucht wirklich bedeutet: nicht nur Exzess, sondern Abhängigkeit, Angst, Scham. Die Geschichte ist fordernd, manchmal schwer auszuhalten – doch genau das macht ihren Reiz aus. Statt plakativem Drama bekommt man psychologische Tiefe und Figuren, die man nicht einfach vergisst.
„naked“ ist kein Serien-Quickie für zwischendurch, sondern ein intensives Stück Beziehungsrealität, das lange nachwirkt.
Serien-Infos zu „naked“
Folgen: 6 × ca. 50 Minuten
Jetzt streamen: ARD Mediathek
Produktion: WDR / picture puzzle medien
Regie: Bettina Oberli
Drehbuch: Silke Eggert und Sebastian Ladwig
Kamera: Julian Krubasik
Cast: Svenja Jung, Noah Saavedra, Juliane Köhler, Hanna Hilsdorf, Jochen Schropp u. a.








