Nach heftiger Kritik: RTL+ zieht bei „Bad Boyfriends“ drastische Konsequenzen
Nach massiver Kritik an „Bad Boyfriends“ zieht RTL+ Konsequenzen. Der Streamingdienst überarbeitet mehrere Folgen der Reality-Show, nachdem die Erwähnung eines mutmaßlichen Femizids ohne ausreichende Einordnung für Empörung gesorgt hatte.

Die Reality-Show „Bad Boyfriends“ steht seit Tagen in der Kritik. Auslöser war eine Szene, in der ein Kandidat den mutmaßlichen gewaltsamen Tod einer Frau erwähnt – ohne dass das Thema in der Sendung zunächst eingeordnet oder sensibel aufgearbeitet wurde. In den sozialen Netzwerken reagierten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer mit Unverständnis. Nun hat RTL+ Konsequenzen gezogen und mehrere Folgen des Formats nachträglich verändert.
RTL+ räumt Fehler ein und überarbeitet die Folgen
In einem auf Instagram veröffentlichten Statement erklärt der Streamingdienst, das Feedback des Publikums „sehr ernst“ zu nehmen. Nach einer erneuten Prüfung der bereits veröffentlichten Episoden habe man die eigene Darstellung neu bewertet.
RTL+ schreibt: „Nach einer erneuten sorgfältigen Prüfung der bereits ausgestrahlten vierten Folge sowie der weiteren Folgen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die Sensibilität der Thematik und der gezeigten Situation nicht ausreichend gekennzeichnet und eingeordnet haben.“ Weiter heißt es: „Das bedauern wir. Deshalb haben wir entschieden, die bereits ausgestrahlte Folge sowie die noch ausstehenden Folgen entsprechend anzupassen.“
Damit reagiert der Streamingdienst erstmals offiziell auf die anhaltende Debatte rund um das Reality-Format.
Darum sorgte „Bad Boyfriends“ für Empörung
Im Mittelpunkt der Kritik steht eine Szene aus der vierten Folge. Darin durchsucht Kandidatin Michelle Mišić das Smartphone ihres Partners Maki Doric, nachdem dieser ihr das Gerät im Rahmen eines Beziehungstests überlassen hat. Sie entdeckt dabei Fotos und Videos einer anderen Frau. Maki erklärt daraufhin, dass diese Inhalte zwar von der Frau stammten, der Kontakt aber längst beendet sei.
Als Begründung sagt er: „Es ist etwas passiert mit dieser Frau. Diese Frau wurde getötet von ihrem Freund.“ Später erklärt er gegenüber anderen Teilnehmern zusätzlich, die Frau „existiere“ nicht mehr. Während die übrigen Beteiligten kurz irritiert reagieren, wird das Gespräch innerhalb der Sendung schnell beendet. Eine weitere Einordnung des Themas erfolgt zunächst nicht.
Die Szene ist inzwischen nicht mehr zu sehen
Nach der Überarbeitung wurde die betreffende Passage aus der vierten Folge entfernt. Zusätzlich hat RTL+ den betroffenen Episoden Hinweise vorangestellt, die Zuschauerinnen und Zuschauer auf den sensiblen Inhalt aufmerksam machen sollen. Darin heißt es unter anderem: „Wir bitten euch, mit dem in der heutigen Sendung behandelten Thema respektvoll und verantwortungsbewusst umzugehen. Bitte seht von Spekulationen ab. Hinter jeder Geschichte stehen reale Menschen – Angehörige und Freunde –, deren Privatsphäre es zu schützen gilt.“
Auch weitere Folgen wurden entsprechend angepasst.
Viele Fans finden die Reaktion zu spät
Obwohl RTL+ inzwischen reagiert hat, fällt das Echo im Netz weiterhin kritisch aus. Unter dem Statement des Streamingdienstes weisen zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer darauf hin, dass die ursprüngliche Version der Folge bereits von vielen Menschen gesehen wurde. Eine Instagram-Nutzerin schreibt: „An sich die richtige Entscheidung, aber jetzt ergibt es keinen Sinn mehr.“
Eine andere kommentiert, die betroffene Episode habe „schon jeder gesehen“. Wieder andere kritisieren, die Einordnung hätte bereits bei der Erstausstrahlung erfolgen müssen und nicht erst im Nachhinein.
Quellen
Instagram/rtlplus






