Sparkurs bei den Kostümen

„Masked Singer“-Mitarbeiterin fühlt sich „entsorgt wie ein alter Putzlappen“! Was steckt hinter der ProSieben-Kündigung?

Wer „The Masked Singer" vor allem wegen der aufwändigen und kreativen Kostüme gesehen hat, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen.

Rave Ioli beim Masked Singer-Auftritt.
Falls dir mal Rave Ioli auf der Straße entgegenkommt, dann aufgepasst: Es ist Pietro Lombardi! Foto: IMAGO / Panama Pictures

Der angekündigte Umbau von „The Masked Singer" bei ProSieben sorgt nicht nur wegen des neuen Formats für Gesprächsstoff. Künftig sollen 16 statt bisher neun oder zehn Promis antreten, zwei Demaskierungen pro Folge sind geplant, und die Show wird nicht mehr live, sondern komplett aufgezeichnet ausgestrahlt – nach amerikanischem Vorbild.

Was bei diesen Meldungen fast unterging: Auch die Kostüme der Sendung werden künftig anders entstehen. Alexandra Brandner, die die Masken-Kreationen seit der allerersten Staffel verantwortet und dafür sogar den Deutschen Fernsehpreis erhalten hat, ist nicht mehr dabei – und schweigt darüber nicht.

Sechs Jahre Arbeit, kein Abschiedsgespräch

Brandner und ihr Team haben die Kostüme der Show über die Jahre zu dem gemacht, was Fans und Kritiker als „tragbare Bühnenbilder" beschrieben. Auf Instagram wandte sie sich nun direkt an ihre Follower und wählte dabei deutliche Worte: Man habe sie aus der Sendung „entsorgt" – „wie einen alten Putzlappen".

In einem Video-Statement machte sie ihrem Frust Luft und erklärte, der Umgang mache sie sehr nachdenklich. „Es ist sehr traurig, dass man mit einem Menschen, der sich da voll eingesetzt hat und der eigentlich maßgeblich am Erfolg auch beteiligt war und immer versucht hat, wirklich das Schönste optisch für den Zuschauer rauszuholen, so umgeht."

Besonders schmerzt sie, dass weder der Sender noch die Produktionsfirma das direkte Gespräch gesucht hätten. „Man hätte mit uns darüber sprechen können, wie man das günstiger machen könnte. Das machen wir schließlich auch in anderen Ländern so", sagte Brandner. Stattdessen sei die Entscheidung stillschweigend getroffen worden – schon vor Monaten, wie sie vermutet, da die Planung für Kostüme und Masken naturgemäß sehr langfristig angelegt sei. „Aber mit uns hat niemand gesprochen."

Die Gründe für das Aus

Der Verdacht liegt nahe, dass die Kosten eine entscheidende Rolle gespielt haben. Ein einzelnes Kostüm, das in Brandners Werkstatt entstand, konnte den Gegenwert eines Kleinwagens erreichen. Bei 16 Promis und vier Auftritten pro Folge, von denen zwei direkt ausscheiden, ist dieses Preisniveau schlicht nicht mehr aufrechtzuerhalten. ProSieben teilte auf Anfrage lediglich mit, die Produktionsfirma arbeite wie schon in der Vergangenheit mit wechselnden Kreativ-Teams und Werkstätten zusammen.

Tatsächlich war bereits in der vergangenen Staffel nicht mehr jedes Kostüm von Brandner – und das fiel auf. Auch öffentlich zu dem Schritt steht Brandner nach eigener Aussage deshalb, weil sie nicht möchte, dass ihr guter Name mit der Qualität der neuen Kostüme in Verbindung gebracht wird.

In den Kommentaren unter Brandners Instagram-Post macht sich Enttäuschung breit. „Man hat in der letzten Staffel ganz genau gesehen, welche Kostüme von dir waren und welche schon billiger hergestellt wurden", schreibt ein Zuschauer. Ein anderer kündigt an: „Sehr traurig. Das ist definitiv ein entscheidender Grund, die Sendung nicht mehr anzuschauen. Vor allem, weil genau dieses Handwerk die Sendung so ausgemacht hat."

Ob diese Reaktionen tatsächlich in einem spürbaren Zuschauerrückgang münden, wird sich zeigen, wenn die neue Staffel im Herbst auf ProSieben läuft.

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