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Interview

„Lord of the Flies“ bei Sky: Skorpionstich! So gefährlich waren die Dreharbeiten

Der Kultroman „Lord of the Flies“ wird bei Sky zur großen Event-Serie – doch was das Team auf einer Insel in Malaysia erlebte, klingt selbst wie ein Abenteuerfilm. Erfahre hier alle Hintergründe!

Szenenbild aus „Lord of the Flies“
„Lord of the Flies“ geht mit vier Folgen bei Sky an den Start. Foto: Sky/BBC/Eleven/J Redza

William Goldings düsterer Klassiker gilt als eine der schonungslosesten Parabeln über Macht, Gruppendynamik und den Verlust der Unschuld. Nun wagt sich Sky an eine neue, vierteilige Serienadaption und die Produktion hatte es in sich. Gedreht wurde mit rund 40 Jungen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren auf einer abgelegenen Insel in Malaysia. Und diese machte ihrem Ruf alle Ehre.

„Diese Insel war voller gefährlicher Kreaturen“

Produzent Joel Wilson erinnert sich im Gespräch offen an die extremen Bedingungen: „Alles war unfassbar schwierig. Diese Insel war voller gefährlicher Kreaturen. Meine Tochter wurde von einem Skorpion gestochen, ein Kollege hatte überall Blutegel am Körper und einmal war ein Schwarm tödlicher Quallen im Wasser. Es war wie bei ,Indiana Jones’.“

Doch nicht nur Tiere und Natur stellten das Team vor Herausforderungen. „Es war außerdem unglaublich heiß und feucht. Man war eigentlich immer durchnässt, vom Schweiß, vom Meerwasser, vom Monsun-Regen. Such’s dir aus“, sagt Wilson lachend. Trotz der Strapazen sei das Ergebnis die Mühe wert gewesen. Die vierteilige Produktion wirke authentisch, roh und intensiv – ganz im Sinne der Vorlage.

Jack Thorne: „Ich hatte echt Angst davor“

Für das Drehbuch zeichnet Jack Thorne verantwortlich, der mit Projekten wie „Adolescence“, „His Dark Materials“ oder „Enola Holmes“ längst zu den gefragtesten Autoren Großbritanniens zählt. Doch ausgerechnet bei „Lord of the Flies“ war der Respekt besonders groß.

„Ich hatte echt Angst davor“, gesteht Thorne im Roundtable. „Ich habe das Buch mit elf Jahren zum ersten Mal gelesen.“ Zwar wurde der Stoff bereits mehrfach verfilmt, doch die Serienform eröffnete neue Möglichkeiten. „Dieses Mal gab es erstmals mehr Zeit, um die ganzen Charaktere sich entfalten zu lassen und zu zeigen, woher all dieser Hass und das Mobbing kommen.“

Ihm sei es vor allem darum gegangen, diesen sensiblen Moment kurz vor der Pubertät einzufangen. „Ich wollte diese Zeit kurz vor der Pubertät einfangen, diese Unsicherheit. Diese Buben probieren sozusagen verschiedene Masken aus und testen, welche Art Mensch sie werden wollen.“

Es gab tausende Bewerbungen für „Lord of the Flies“

Für die Rollen sprachen Tausende Jungen in ganz Großbritannien vor. Viele von ihnen hatten keinerlei professionelle Schauspielerfahrung. Genau das war offenbar gewollt!

Die Eltern begleiteten ihre Kinder zu den Dreharbeiten, zusätzlich stand stets ein Kinderpsychologe bereit. Angesichts der emotional fordernden Szenen – Goldings Geschichte zeigt, wie eine Gruppe Jungen zunehmend in Gewalt und Machtkämpfe abrutscht – war das ein wichtiger Baustein der Produktion.

Regisseur Marc Munden zeigte sich beeindruckt vom Engagement der jungen Darsteller. „Es war eine Freude, wie vor allem unsere Hauptdarsteller schon eine so große emotionale Reife mitbrachten und genau verstanden, worum es ging, obwohl die Vorgänge doch komplex sind.“

Starttermin bei Sky und WOW

„Lord of the Flies“ startete am 24. Februar bei Sky und dem Streamingdienst WOW. Eine Woche später folgen die Episoden drei und vier.

Die aufwendige Produktion wurde zudem in der Sektion „Berlinale Special“ gezeigt – ein weiteres Signal dafür, dass Sky hier nicht nur eine Literaturverfilmung, sondern ein echtes Prestigeprojekt ins Rennen schickt.

Ob Goldings düstere Vision auch 2026 noch so verstörend wirkt wie vor 70 Jahren? Das muss jeder selbst entscheiden. Die extremen Dreharbeiten legen zumindest nahe: An Intensität wird es dieser Neuinterpretation nicht fehlen.

„Lord of the Flies“ ist seit dem 24. Februar hier bei Sky und WOW abrufbar und läuft jeweils um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic.

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