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Serien-News

„Lord of the Flies“ startet bei Sky – aber die echte Geschichte ist noch unglaublicher

Sky bringt William Goldings düsteren Klassiker „Lord of the Flies“ als große Drama-Serie ins Fernsehen. Doch während der Roman vom moralischen Absturz erzählt, zeigt eine reale Begebenheit aus dem Jahr 1965, dass es auch ganz anders hätte laufen können.

Piggy, Ralph (v. l. David McKenna, Winston Sawyers) und Simon (Ike Talbut, r.) sind drei der vier Hauptfiguren in dieser Geschichte – in deren Verlauf sie alle zu Außenseitern werden.
Piggy, Ralph (v. l. David McKenna, Winston Sawyers) und Simon (Ike Talbut, r.) sind drei der vier Hauptfiguren in „Lord of the Flies“. Foto: Sky/J Redza

Was passiert, wenn Kinder völlig auf sich allein gestellt sind? Wenn Regeln, Eltern und gesellschaftliche Kontrolle plötzlich wegfallen? William Golding beantwortete diese Frage in seinem weltberühmten Roman „Lord of the Flies“ mit einer radikalen These: Ohne Zivilisation bricht im Menschen das Dunkel durch. Ab dem 24. Februar bringt Sky diese Geschichte nun als aufwendig produzierte vierteilige Serie auf den Bildschirm – abrufbar bei Sky und WOW sowie linear auf Sky Atlantic.

Doch passend zum Serienstart lohnt sich ein Blick über die Fiktion hinaus. Denn eine wahre Inselgeschichte stellt Goldings düsteres Menschenbild bis heute infrage.

Das sind die kreativen Köpfe hinter der Sky-Serie

Die Episoden eins und zwei sind ab dem 24. Februar hier verfügbar und laufen am selben Abend um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic. Eine Woche später, am 3. März, folgen die Episoden drei und vier. Außerdem wurde die Produktion im Rahmen der Berlinale in der Sektion „Berlinale Special“ präsentiert.

Für die Fernsehadaption zeichnet Jack Thorne verantwortlich, bekannt unter anderem für „His Dark Materials“ und „Enola Holmes“. Inszeniert wurde die Serie von Marc Munden. Beide wurden mehrfach mit dem BAFTA ausgezeichnet. Produziert wurde das Projekt für BBC iPlayer und BBC One in Koproduktion mit Stan, den internationalen Vertrieb übernimmt Sony Pictures Television.

Im Mittelpunkt steht ein junges Ensemble mit über 30 Darstellern, viele von ihnen geben hier ihr professionelles Schauspieldebüt. Winston Sawyers verkörpert Ralph, Lox Pratt spielt Jack, David McKenna übernimmt die Rolle des Piggy und Ike Talbut ist als Simon zu sehen. Jede der vier Episoden trägt den Namen einer zentralen Figur und beleuchtet die Ereignisse aus jeweils unterschiedlicher Perspektive. Für die Musik sorgen Cristobal Tapia de Veer sowie Hans Zimmer gemeinsam mit Kara Talve.

Darum geht es in „Lord of the Flies“

Nach einem tödlichen Flugzeugabsturz stranden britische Schuljungen auf einer tropischen Insel. Zunächst versuchen sie, Ordnung und demokratische Strukturen aufzubauen. Unter der Führung von Ralph und mit Unterstützung des rational denkenden Piggy scheint ein gemeinsames Ziel möglich: Überleben und gerettet werden.

Doch Machtkämpfe beginnen, als Jack die Jagd in den Mittelpunkt stellt und zunehmend Einfluss gewinnt. Angst, Gruppendruck und Gewalt verdrängen Schritt für Schritt die anfängliche Hoffnung. Goldings Roman, erstmals Anfang der 1950er Jahre veröffentlicht, wurde zu einem der meistgelesenen Werke des 20. Jahrhunderts. 1983 erhielt der Autor den Literaturnobelpreis. Bis heute gilt das Buch als beklemmende Parabel über menschliche Natur, Macht und den Verlust von Unschuld.

Das ist die wahre Geschichte von 1965

Interessanterweise gibt es jedoch eine reale Begebenheit, die Goldings These widerspricht. Im Jahr 1965 strandeten sechs Jungen aus Tonga auf der unbewohnten Insel ʻAta im Pazifik. Anders als in „Lord of the Flies“ entwickelten sie keine rivalisierenden Gruppen und verfielen nicht in Gewalt. Stattdessen organisierten sie sich gemeinschaftlich, teilten Aufgaben, pflegten ein dauerhaft brennendes Feuer und versorgten sich mit selbst angebauter Nahrung.

Als sich einer der Jungen das Bein brach, kümmerten sich die anderen um ihn, bis er wieder vollständig genesen war. Nach mehr als einem Jahr wurden sie gerettet. Ihre Geschichte wurde später vom Historiker Rutger Bregman aufgearbeitet und gilt heute als reales Gegenbeispiel zur literarischen Vision Goldings.

Darum ist die Sky-Serie gerade jetzt so relevant

Die neue Serie erscheint in einer Zeit, in der gesellschaftliche Fragen nach Zusammenhalt, Machtstrukturen und Gruppendynamiken wieder intensiv diskutiert werden. Goldings düstere Sichtweise – dass Zivilisation nur eine dünne Schicht über dem Chaos sei – trifft noch immer einen Nerv. Gleichzeitig wirft die wahre Inselgeschichte eine entscheidende Frage auf: Ist der Mensch wirklich von Natur aus destruktiv, oder liegt seine größte Stärke in der Kooperation?

Gerade dieser Kontrast macht die neue Adaption besonders spannend. Sie lädt nicht nur zum Mitfiebern ein, sondern auch zum Nachdenken darüber, wie wir uns selbst und unsere Gesellschaft sehen.

„Lord of the Flies“ ist ab dem 24. Februar hier bei Sky und WOW abrufbar und läuft jeweils um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic.

Quellen
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