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"Little Nightmares 2" im Test: So gut ist das Horror-Abenteuer!

Mit "Little Nightmares" konnten die Entwickler der Tarsier Studios einen stimmungsvollen Indie-Horror-Hit im Stile von "Inside" landen. Ob die Fortsetzung noch besser geworden ist, verraten wir in unserem Test!

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Little Nightmares 2
Der Grusel geht weiter: In "Little Nightmares 2" müsst ihr euch wieder durch eine schaurig-schöne Spielwelt schlagen, doch diesmal zu zweit. Ob die Fortsetzung den Vorgänger toppen kann, lest ihr in unserem Test! Foto: Bandai Namco
Inhalt
  1. Little Nightmares 2: Koop für Einzelspieler | Fantastische Welt, tolle Soundkulisse
  2. Little Nightmares 2: Zwischen Entdeckerlust & Steuerungsfrust
  3. Little Nightmares 2: Unser Fazit

Wenn sich "wow, das ist richtig hübsch", in wenigen Minuten zu "igitt, das ist richtig widerlich" wandelt, dann kann es sich nur um die "Little Nightmares"-Reihe aus den Händen der schwedischen Tarsier Studios handeln. Mit ihrem atmosphärischen Horror-Platformer sorgten die Verantwortlichen anno 2017 für eine positive Indiespiel-Überraschung: Zeitweise erweckte vor allem das fantastische Art-Design den Eindruck, als hätte man zum ersten Mal die Möglichkeit einen waschechten Tim Burton-Film mit all seinen Eigenarten "nachzuspielen". Im Fokus stand damals die kleine Titelfigur namens "Six", umhüllt von einem winzigen Regenmantel, die allerlei Fallen, große Abgründe und bizarre Horrorgestalten überwinden musste. Letztere hatten sie nämlich einfach zum Fressen gern.

"Little Nightmares 2" setzt nun genau da an, wo der Vorgänger aufgehört hatte – allerdings mit einem anderen Protagonisten. Wir schauen nämlich zu Beginn des Spiels dabei zu, wie unser kleiner Held namens Mono scheinbar durch einen TV-Bildschirm an einen gruseligen Ort am Rande eines Waldes befördert wird. Schnell sind die ersten fiesen Fallen im Intro-Level überwunden, da wartet schon die erste große Überraschung auf Mono: Er trifft tatsächlich auf Six aus dem ersten Teil. Diesmal jedoch ohne gelben Regenmantel und mit jeder Menge Angst vor dem fiesen Jäger, der den beiden auf der ersten großen Fluchtsequenz des Spiels das Leben schwermacht. Gemeinsam stürzen sich Mono und Six in ein Abenteuer mit viel Horror, ein bisschen Freundschaft und jeder Menge Rätsel.

 

Little Nightmares 2: Koop für Einzelspieler | Fantastische Welt, tolle Soundkulisse

Little Nightmares 2
Groteske Situationen sind für Mono und Six an der Tagesordnung!       Bandai Namco

Wie bereits angedeutet, muss sich Mono diesmal nicht etwa alleine durch die gruselige Spielwelt schlagen, sondern hat mit Six eine wichtige Partnerin an seiner Seite, die ihm in vielen brenzligen Situationen um Leben oder Tod wertvolle Hilfe leistet. Mal macht Six eine Räuberleiter, um Mono auf einen zunächst unerreichbaren Vorsprung emporzuhelfen. Mal lenkt sie fiese Gegenspieler ab, damit ihr sie mit einem wuchtigen Hammer-Hieb ins Jenseits hauen könnt. Und manchmal ist es einfach nur verdammt clever Six gerade bei den äußerst intensiven Stealth- und Fluchtpassagen aufmerksam zuzusehen, weil sie meist den Idealweg für unseren Titelhelden Mono vorgibt. Tatsächlich ist das Zusammenspiel der beiden "Little Nightmares 2"-Helden cool anzuschauen, auch wenn es zum einen etwas schade ist, dass ihr das Spiel nicht im Koop-Modus á la "Unravel Two" gemeinsam mit einer echten Mitspieler*in meistern könnt. Zum anderen sind die spielerischen Interaktionen zwischen Mono und Six dann doch relativ überschaubar: Während fast jeder neue Level in "Little Nightmares 2" eine neue Gameplay-Mechanik ins Spiel integriert, fehlt es im Verlauf des Spiels an frischen Ideen im Zusammenspiel zwischen den beiden Protagonisten.

Ansonsten hat sich spielerisch im Vergleich zu "Little Nightmares" nicht unbedingt viel getan. Warum sollte es das aber auch? Schließlich ist das Art-Design des Spiels auch in der Fortsetzung schlichtweg brillant und profitiert deutlich von den noch einmal verbesserten Texturen, der großartigen Beleuchtung sowie dem wieder einmal schaurig-schönen visuellen Einfällen. Zwar mag "Little Nightmares 2" in puncto Produktionsbudget ein Indie-Spiel sein, doch beim Designen der Spielwelt spielen die Tarsier Studios definitiv in der Oberklasse mit. Das gilt auch für die brillante Klangkulisse: Gerade, weil das Spiel ohne ein einziges gesprochenes Wort daherkommt, entfaltet die extrem stimmungsvolle Soundkulisse eine enorme erzählerische Kraft. Per Headset auf der PlayStation 5 wurden dann vor allem die Gruselpassagen zu einer echten nervenzerfetzenden Überwindung.

 

Little Nightmares 2: Zwischen Entdeckerlust & Steuerungsfrust

Liltte Nightmares 2 Schule
Abschnitte, wie bspw. vor der Schule, sind deutlich größer als im Vorgänger    Bandai Namco

Zwar bedienen sich die Tarsier Studios hinsichtlich vieler Spielelemente bei ihrem gelungenen Vorgänger, doch machen die einzelnen Level-Abschnitte noch einen Tick größer und abwechslungsreicher. Insgesamt fünf Stunden verbringt ihr in der Welt von "Little Nightmares 2": Während wir besonders ein Kapitel als besonderes Highlight erlebt haben, aber euch natürlich nichts spoilern wollen, fällt das Finale des Spiels minimal ab, auch wenn das Ende natürlich zur Grundstimmung des Spiels passt. Wie schon beim Vorgänger werden auch in "Little Nightmares 2" aufmerksame Entdecker*innen belohnt: Mono findet vereinzelt nicht nur seltene Mützen bzw. Kopfbedeckungen, die er als kosmetische Items auch direkt anziehen kann, sondern "absorbiert“ auch regelrecht die Energie von mysteriösen Schattengestalten.

Trotz vieler kleiner Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger kann die Steuerung bei "Little Nightmares 2" leider wieder einmal für ziemlich viel Frust sorgen: Gerade die deutlich angezogenen Fluchtpassagen, bei denen es teilweise auf jede kleine Bewegung ankommt, werden des Öfteren zur nervigen Trial&Error-Übung, weil die Steuerung leider wieder etwas ungenau und schwammig daherkommt. Im Gegensatz zum Vorgänger haben wir auch deutlich mehr Glitches & kleinere Bugs beobachtet: Sowohl Protagonisten als auch Widersacher versinken des Öfteren mal im Boden oder bleiben teilweise in bestimmten Situationen hängen, weshalb man zwangsläufig den letzten Checkpoint laden muss. Letztere sind immerhin sehr fair gesetzt, sodass selbst größere Stealth- bzw. Fluchtpassagen in mehrere Abschnitte unterteilt sind, um beim Neu laden jeglichen Frust zu vermeiden.

Wir haben das Spiel übrigens auf einer PlayStation 5 getestet: Zwar haben die Tarsier Studios bereits angekündigt einen Next-Gen-Patch nachträglich gratis bereitzustellen, doch auch die abwärtskompatible PS5-Version können wir euch guten Gewissens empfehlen. Nicht nur sieht das Spiel auf der PS5 hervorragend aus und spielt sich absolut flüssig, ihr profitiert gleichzeitig auch von den blitzschnellen Ladezeiten, was gerade den Reload nach den besagten "Frust"-Passagen sehr erträglich macht. Teilweise lädt das Spiel den letzten Checkpoint in weniger als einer Sekunde neu. Das ist wirklich großartig!

 

Little Nightmares 2: Unser Fazit

"Little Nightmares 2" ist wieder ein wunderbarer Rätsel-Platformer geworden, der uns in den ca. fünf Spielstunden mit seiner großartigen Atmosphäre, dem fantastischen Art-Design sowie der schaurig-schönen Klangkulisse beeindruckt hat. Die Tarsier Studios haben den sehr guten Vorgänger punktuell verbessert, vor allem was die größere Spielwelt und den tollen Fokus auf neue Gameplay-Elemente in den einzelnen Leveln angeht. Leider sorgt die etwas unpräzise Steuerung in den vielen Stealth- und Fluchtpassagen für einige Frustmomente. Schade auch, dass sich ein paar Abschnitte u.a. deshalb zu reinen Trial&Error-Momenten entwickeln. Trotz dieser kleinen Schwächen können wir „Little Nightmares 2“ nicht nur allen Fans des Vorgängers empfehlen, sondern allen Spieler*innen, die auf atmosphärische Gruselkost stehen und sich einmal so fühlen wollen, als würden sie einen waschechten Tim Burton-Horrorfilm steuern.

"Little Nightmares II" erscheint am 11. Februar 2021 für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC und Google Stadia. Den Launch-Trailer zum Spiel seht ihr hier:

 

Getestet von: David Rams



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