Laura Dahlmeier: Neue Doku enthüllt eindringliche Warnungen vor ihrer letzten Pakistan-Expedition
Eine neue ServusTV-Dokumentation liefert bewegende Einblicke in Laura Dahlmeiers letzte Expedition. Weggefährtinnen und Retter schildern erstmals, welche Warnungen es vor dem tragischen Unglück in Pakistan gab.

Der Tod von Laura Dahlmeier erschütterte im Sommer 2025 weit über die Biathlon-Welt hinaus. Ein Jahr nach dem tragischen Bergunglück in Pakistan rückt nun eine neue Dokumentation bislang wenig bekannte Details in den Fokus. In „Laura Dahlmeier … einen Schritt zu weit“, die am 27. Juli bei ServusTV ausgestrahlt wird, berichten Augenzeuginnen und Mitglieder des Rettungsteams von den dramatischen Tagen vor und nach dem Unglück. Besonders bewegend: Offenbar wurde die ehemalige Olympiasiegerin bereits vor ihrem Aufstieg eindringlich auf die gefährlichen Bedingungen hingewiesen.
Neue Dokumentation zeigt dramatische Stunden vor Laura Dahlmeiers Unglück
Zum ersten Todestag der früheren Biathletin beleuchtet die ServusTV-Dokumentation die Ereignisse rund um ihre letzte Expedition am Laila Peak in Pakistan. Im Mittelpunkt stehen Aussagen von Menschen, die Laura Dahlmeier kurz vor dem Unglück persönlich begegneten oder später an der Rettungsmission beteiligt waren.
Die spanische Bergsteigerin María Martín erinnert sich an die extremen Bedingungen im Basislager. Dauerregen, instabiles Wetter und wiederkehrende Lawinen hätten die Situation geprägt.
Wörtlich schildert sie: „Das Wetter war so wechselhaft, wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag, sonst nur Regen. Im Basecamp kamen ständig Lawinen runter, Steine und Eis.“
María Martín warnte Laura Dahlmeier persönlich
Die Alpinistin entschloss sich nach eigenen Angaben dazu, Laura Dahlmeier und deren Seilpartnerin Marina direkt anzusprechen. Sie wollte die beiden auf die aus ihrer Sicht akute Gefahr aufmerksam machen und zeigte ihnen sogar Fotos der Lawinen. Martín berichtet: „In gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären: Es ist gefährlich, unmöglich.“
Dennoch entschieden sich die beiden Bergsteigerinnen, ihre Tour fortzusetzen. Rückblickend schildert Martín einen besonders tragischen Umstand: „Das war am 24. Juli und die schlimmsten Lawinen kamen tatsächlich erst runter, als Laura das Basecamp schon verlassen hatte.“ Die Aussagen machen deutlich, wie unberechenbar die Bedingungen in den Bergen gewesen sein sollen und wie schnell sich die Lage vor Ort verändern konnte.
Retter schildern bewegende Momente nach dem Unglück
Auch der französische Expeditionsleiter Alan Rousseau, der an der anschließenden Rettungsmission beteiligt war, kommt in der Dokumentation zu Wort. Er beschreibt den Moment, als das Team die Unglücksstelle erreichte. „Zuerst sahen wir nur das Zelt und dann sahen wir Lauras leblosen Körper.“
Nach seinen Schilderungen habe Laura Dahlmeier noch im Seil gehangen. Die Folgen des Fels- und Schlammniedergangs seien deutlich sichtbar gewesen. Rousseau erinnert sich: „Der Schnee um sie herum [war] völlig schwarz von all dem Fels, Schlamm und Dreck“, der die Wand hinabgestürzt sei.
Darum wurde auf eine Bergung verzichtet
Die Dokumentation geht auch auf die schwierige Entscheidung der Rettungskräfte ein, auf eine Bergung des Leichnams zu verzichten. Ausschlaggebend sei das enorme Risiko für alle Beteiligten gewesen. Alan Rousseau erklärt dazu: „Wir haben alle Möglichkeiten durchgespielt, wie wir da hinkommen könnten. Uns war allen klar: Wer da reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel.“
Die Aussagen verdeutlichen, unter welchen extremen Bedingungen das Rettungsteam arbeiten musste und warum letztlich der Schutz weiterer Menschenleben oberste Priorität hatte.






