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Trash mit Taktgefühl

„Kampf der Realitystars“ 2026: Beste Staffel aller Zeiten? Kritik zur Allstars-Edition

Wenn Reality-Ikonen zurück an den Star-Strand kehren, ist Großes zu erwarten. Doch was diese Allstars-Staffel wirklich besonders macht, ist nicht nur das Drama – sondern das Herz.

Gruppenfoto am Strand bei Sonnenuntergang: Mehrere festlich gekleidete Personen posieren vor einer tropischen Villa mit Pool und Palmen. Die Gruppe trägt auffällige, bunte Outfits und steht barfuß oder in sommerlicher Kleidung im Sand. Die Szene wirkt wie ein offizielles Cast-Foto einer Reality-TV-Show in exotischer Kulisse.
Die Reality-Allstars: Wie sehr konnten sie überzeugen? Foto: RTLZWEI - Luis Zeno Kuhn

Allstars-Staffeln gelten im Reality-TV als Königsdisziplin – und als Risiko. Zu groß ist die Erwartung, zu ikonisch sind die Rückkehrer, zu schnell droht der Nostalgie-Bonus zu verpuffen. Doch „Kampf der Realitystars“ hat in diesem Jahr gezeigt, wie ein Wiedersehen wirklich funktioniert: mit starken Charakteren, klugem Schnitt – und überraschend viel Herz.

Ein Cast, der (fast) keine Wünsche offenließ

Schon bei der Verkündung der Kandidat:innen wurde klar: Die Produktion hat sichtbar keine Kosten und Mühen gescheut, um möglichst viele ikonische Figuren zurück an den Star-Strand zu holen. Und das hat sich ausgezahlt. Der Großteil des Casts hat überzeugt!

Ob es allerdings wirklich einen Prinz Frédéric von Anhalt oder Sandy Fähse gebraucht hätte, darüber lässt sich diskutieren. Sie fügten sich zwar ins Gesamtbild ein, hinterließen jedoch weniger bleibenden Eindruck als andere Rückkehrer. Doch selbst Georgina Fleur, die traditionell eher für überinszeniertes Drama steht, sorgte in dieser Staffel für unterhaltsame Momente. Trotz (oder gerade wegen) ihrer bekannten Inszenierung wirkte ihr Auftritt überraschend kurzweilig – und machte schlichtweg Spaß.

Freundschaften, Versöhnungen und ein dynamisches Duo

Ein echtes Highlight war das Wiedersehen von Sam Dylan und Kate Merlan. Nach ihrem Freundschafts-Comeback bei „Die Abrechnung“ nun wieder vertraut Seite an Seite zu stehen, tat beiden sichtbar gut – und dem Publikum ebenso. In Kombination funktionieren sie deutlich besser als im Streitmodus.

Auch Maurice Dziwak und Cecilia Asoro lieferten als Duo ab, obwohl sie sich nach ihrem Konflikt bei „The Hunt“ zwischenzeitlich keinen Kontakt gehabt hatten. Erst am Star-Strand trafen sie wieder aufeinander und rauften sich dort Schritt für Schritt zusammen. Umso bemerkenswerter war, wie schnell sie wieder zu ihrer alten Dynamik fanden: schlagfertig, herrlich selbstironisch und mit einem Timing, das immer wieder für Lacher sorgte. Schon vor ihrem Streit als unterhaltsames, sich perfekt ergänzendes Team bekannt, knüpften sie nahtlos daran an – und bewiesen einmal mehr, warum sie zu den Publikumslieblingen zählen.

Narumol: Publikumsliebling ohne Happy End

Wenn es einen Fan-Favoriten gab, dann war es definitiv Narumol. Diesmal zwar ohne das legendäre Rauchen einer Palme, aber nicht weniger unterhaltsam. Ihre unnachahmliche Art, ihre Sprüche, ihre Präsenz – all das machte sie zum absoluten Staffel-Highlight. Umso bedauerlicher, dass sie so früh die Sala verlassen musste und keine der späteren Comeback-Chancen nutzen konnte. Gerade bei einer Allstars-Edition hätte man sie gerne noch etwas länger, oder sogar als Siegerin gesehen.

Verpasste Chancen und starke Spielmomente

Ein kleiner Wermutstropfen: Die Enthüllung von Serkan Yavuz als „Chefin123“ erfolgte nicht vor Ort. Hätte die Gruppe früher erfahren, dass er sich 10.000 Euro aus dem Jackpot sichern konnte, hätte sich die Dynamik womöglich noch einmal geändert. So blieb ein spannender Konflikt unausgeschöpft.

Apropos Geld: Dass das beliebte Gagen-Raten in dieser Staffel nicht als Spiel auftauchte, ist schade. Kaum eine Aufgabe sorgt bregelmäßig für so viel Unterhaltung und Gesprächsstoff. Dennoch überzeugte die Staffel mit vielen „KDRS“-Klassikern, die nicht nur beim Publikum für Spaß sorgten, sondern sichtlich auch bei den Promis selbst.

Schnitt, Dramaturgie und Staffellänge

Die Kritik an Folgen- und Staffellänge ist nachvollziehbar, allerdings kein exklusives Allstars-Problem. Im Vergleich zu vorherigen Staffeln hat sich die Laufzeit der Folgen kaum verändert. Entscheidender ist ohnehin etwas anderes: der Schnitt. Und der war in diesem Jahr bemerkenswert gut. Nicht jede Episode endete mit einer „Stunde der Wahrheit“ oder einem Exit – und trotzdem blieb der Spannungsbogen konstant hoch. Chapeau!

Hier erfährst du, was Fans zur Allstars-Staffel sagen:

Ein verdienter Sieger und ein emotionales Finale

Dass Sam am Ende als Sieger hervorging, wirkt mehr als gerechtfertigt. Nach seinem zwischenzeitlichen Ausscheiden kämpfte er sich mit Bravour zurück und unterhielt die gesamte Staffel hindurch auf konstant hohem Niveau. Humor, Strategie, Emotion – er brachte alles mit, was einen Reality-Allstar ausmacht.

Besonders stark war der letzte Moment der Staffel: Cosimo Citiolo, Maurice und Cecilia, kurz vor der finalen Entscheidung ausgeschieden, durften ihre erspielten Münzen auf Sarah Knappik, Kate und Sam verteilen. Dabei fanden sie liebevolle Worte für ihre Mitstreiter:innen – insbesondere Maurice sorgte mit seinen ehrlichen Worten für Gänsehaut. Ein emotionaler Abschluss, bei dem nicht nur in der Sala, sondern vermutlich auch vor einigen Bildschirmen Tränen flossen.

Frischer Wind im Reality-Wahnsinn

In einer TV-Landschaft, in der viele Formate zunehmend von toxischer Männlichkeit, eskalierenden Konflikten und problematischen Dynamiken geprägt sind, setzte „Kampf der Realitystars“ in diesem Jahr ein positives Zeichen. Ja, es gab Drama – aber selten wurde der Bogen so maßlos überspannt wie in anderen Shows. Stattdessen lieferte die Allstars-Staffel eine frische Brise Trash-Unterhaltung: laut, bunt, emotional – aber auf Augenhöhe.

Die Allstars-Edition konnte auf ganzer Linie überzeugen. Der Cast war stark, die Dramaturgie durchdacht, das Finale berührend. Das Konzept, alle paar Jahre eine Allstars-Staffel einzubauen, dürfte sich langfristig bewähren.

Quellen
  • RTL+: „Kampf der Realitystars“

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