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„JUJUTSU KAISEN: Execution“: Synchronsprecher René Dawn-Claude und Nicolás Artajo im Interview

Vor dem Kinostart von „JUJUTSU KAISEN: Execution“ haben wir mit den Synchronsprechern René Dawn-Claude und Nicolás Artajo über ihre Figuren und ikonische Momente gesprochen!

Goju zeigt auf Yuta, der vor einer Tafel steht und sehr verängstigt aussieht
Ab dem 04. Dezember läuft „JUJUTSU KAISEN: Execution“ auch mit deutscher Synchro in den Kinos. Foto: Gege Akutami, MAPPA, Crunchyroll

Mit „JUJUTSU KAISEN: Execution“ feiert das Erfolgsfranchise seinen zweiten Kinoauftritt des Jahres – im Sommer begeisterte bereits „JUJUTSU KAISEN: Hidden Inventory / Premature Death“ das Publikum auf der großen Leinwand.

Nun dürfen sich die Fans auf das nächste Kapitel freuen. Bevor es jedoch erneut in die Welt der Flüche geht, hatten wir die Gelegenheit, mit den deutschen Stimmen von Gojo und Yuta – René Dawn-Claude und Nicolás Artajo – zu sprechen. Das vollständige Interview findet ihr unten im Artikel!

René Dawn-Claude über Gojo: „ein sehr vielschichtig geschriebener Charakter“

Gojo ist emotional vielschichtiger, als seine lässige Fassade durchblicken lässt. Wie findest du die richtige Balance zwischen dieser inneren Vielschichtigkeit und seiner spielerischen Fassade?

René Dawn-Claude: Da habe ich den Vorteil, dass es einfach ein sehr vielschichtig geschriebener Charakter ist. Der Seiyū* gibt mir das auch schon gut vor, sodass ich mich praktisch auf ihn drauflegen und hier und da noch eine eigene persönliche Note dazupacken kann. Das hilft enorm bei der Arbeit.

René steht vor einem Sonnenuntergang und lächelt
Foto: René Dawn-Claude

Gojo springt oft innerhalb weniger Sekunden zwischen Humor, Ernst und souveräner Überlegenheit. Welche Techniken helfen dir, solche schnellen Stimm und Stimmungswechsel im Studio sauber umzusetzen?

Mein schauspielerischer Background und meine Theatererfahrungen. Als Schauspieler ist im Grunde genommen das A und O, improvisationsfreudig zu sein und aus der eigenen emotionalen Schublade das herauszuholen, was zur jeweiligen Situation und Szene passt.

Szenen sind im Fandom absolut ikonisch. Beeinflusst dich dieses Wissen bei deiner Interpretation oder versuchst du bewusst unvoreingenommen an solche Momente heranzugehen?

Witzigerweise gibt es Szenen, von denen ich nicht geahnt hätte, dass sie ikonisch werden. Zum Beispiel dieses „Yowai Mo“ (deutsch: „Du bist schwach“) – das habe ich relativ gelassen gesprochen, so „ein Schwächling“.

Wenn ich gewusst hätte, dass das ein Sound-Meme wird, hätte ich es wahrscheinlich noch farbiger gestaltet. Andere Momente waren klarer, etwa die Sphärenentfaltung. Das ist so ein cooler Moment, da muss es einfach richtig badass klingen. Und bei „Bingo, Digga“ hätte ich auch ahnen können, dass es Wellen schlagen wird, weil es so unerwartet kommt.

Ich gehe grundsätzlich unvoreingenommen ran, aber es gibt Situationen, in denen ich – oder auch zu Kollegen – sage: „Das musst du jetzt ganz ruhig, sehr traurig oder richtig laut sagen“, weil es eine Szene sein wird, die an Popularität gewinnt.

Nicolás Artajo über Yuta: „Wenn es aus ihm herausbricht, hat er eine enorme Power“

Nimmst du Yuta eher als Introvertierte oder als überladene Figur wahr? Und wie wirkt das sich das auf deine Interpretation aus?

Nicolás Artajo: Ich würde sagen, oberflächlich betrachtet ist Yuta eine introvertierte Person. Überladen ist er dann, weil es emotional in ihm brodelt – an der einen oder anderen Stelle. Und ab und zu bricht es dann eben heraus. Manchmal hat er sich unter Kontrolle und bleibt introvertiert. Ich finde, dass er also irgendwie beides ist.

Nicolás Artajo spricht einen Text im Synchronstudio ein
Foto: Nicolás Artajo

Yuta wirkt nach außen oft ruhig, während innerlich starke emotionale Spannungen und Konflikte brodeln. Wie setzt du diesen Kontrast zwischen äußerer Kontrolle und innerer Intensität ständig um?

Ich habe zum Glück das Original, an dem ich mich orientieren kann. Wenn die japanische Sprecherin – die ich ja dann höre – ruhig und introvertiert spielt, kann ich mich daran halten und ihr Spiel aufnehmen. Außerdem haben wir im Studio immer die Regie mit Trainer, die mich durch die emotionalen Höhen und Tiefen führt.

Genau das gefällt mir an der Rolle Yuta: Wenn es aus ihm herausbricht, hat er eine enorme Power, während er sonst eher der ruhigere Typ ist. Das empfinde ich persönlich als sehr angenehm.

Yuta ist für viele Zuschauer:innen eine sehr persönliche Identifikationsfigur, besonders bei Themen wie Verlust oder Selbstwert. Wie erlebst du es, eine Rolle zu sprechen, die Fans emotional so stark begleitet?

Das finde ich sehr schön. Man sagt ja auch, „unter jedem Dach ist ein Ach“ – die meisten Menschen haben Schicksalsschläge erlebt, und wer das nicht hat, hat Glück – was ich ihnen sehr gönne. Und wenn man sich mit dieser Rolle, mit dieser Figur identifizieren kann, kann ich das gut nachvollziehen.

Eigene Schicksalsschläge helfen einem natürlich bei emotionalen Szenen. Als Schauspieler kann man aus diesen Erfahrungen viel ziehen, gerade was die Intensität der Gefühle betrifft.

Der Begriff „Seiyū“ ist eine Kurzform des japanischen Ausdrucks „koe no haiyū“ (De. „Stimmen-Schauspieler“) und steht für „Synchronstimme“ oder „Charakterstimme“.

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