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Irres "jerks."-Interview mit Christian Ulmen & Fahri Yardim | Staffel 3

Zum Start der 3. Staffel von "jerks." sprachen wir mit Christian Ulmen und Fahri Yardim über Trennungsschmerz und Elyas M’Barek als potenziellen Quotengaranten.

jerks. Yardim und Ulmen
Fahri Yardim und Christian Ulmen in "jerks." - In Staffel 3 steigt der Fremdschäm-Faktor auf ein neues Level. ProSieben / André Kowalski bzw. Joyn / Anatol Kotte
 

"jerks." - Staffel 3: Das Fremdschämen geht weiter

Es ist Festival-Saison! Passend dazu: Die dritte Staffel der Mutter aller Cringe-Festivals: "jerks." mit Christian Ulmen und Fahri Yardim

Anlässlich der neuen Folgen sprach "TV Movie Online"-Redakteur Frederik Harms mit den beiden Hauptdarstellern über die Fremdschäm-Momente, die "jerks." auszeichnen, und darüber, warum die Serie noch ewig laufen wird. Welche Lebensweisheit die Zuschauer nach Ulmens Aussage aus der dritten Staffel ziehen kann, wird euch überraschen.

Anstelle der üblichen Spoiler-Warnung sprechen wir hier diesmal übrigens lieber eine "Ironie-Warnung" aus:

TVMovie.de: Wie war es für euch, für die dritte Staffel von „jerks.“ ans Set zurückzukehren?

Yardim : „Ich habe immer wieder Angst! Angst, dass wir nicht an die großen Triumphe anschließen können, die wir mit „jerks.“ schon gefeiert haben. Gleichzeitig fürchte ich mich natürlich vor Christian und seiner Liebe."

Was zeichnet für euch als Schauspieler den Dreh einer Serie im Gegensatz zu dem eines Films aus?

Yardim : „Zunächst einmal muss man festhalten, dass Christian eigentlich kein richtiger Schauspieler ist (beide lachen). Am Dreh eines Films genieße ich, dass er ein Ende hat. Serien sind offener gestaltet, sie können im schlimmen Fall ein nie endendes Gefängnis sein. Aber das ist bei ‚jerks.‘ natürlich vollkommen anders: ‚jerks.‘ ist die moderne Lindenstraße – wir wollen und werden ewig laufen. Die Serie wird erst mit dem Tod – unserem Tod – enden.“

Ulmen: „Ich möchte das gerne relativieren. ‚jerks.‘ geht natürlich auch nach Fahris Tod weiter.“

Und dann geht’s wie weiter?

Yardim : „Ich würde als Geist wiederkommen. Gespielt von Elyas M’Barek (beide lachen). Dann hätten wir auch endlich noch bessere Quoten.“

Fahri Yardim in "jerks."
Ein echter "jerks."-Moment: Fahri denkt sich eine maximal unangenehme Notlüge aus. Bild: Shooting-Motiv mit Fahri Yardim & Christian Ulmen: Joyn/Anatol Kotte, Szene: ProSieben/André Kowalski

Wie viel Christian und Fahri aus „jerks.“ stecken privat in euch?

Ulmen: „Es ist unser Leben. Wir haben natürlich nicht alle Momente exakt so erlebt, wie in ‚jerks.‘. Allerdings kommen die Gefühle, das Unbehagen in den Szenen immer eins zu eins aus unserem wahren Leben.“

Ein Thema der 3. Staffel von „jerks.“ ist das immer-unangenehme-Beenden einer Beziehung. Was denkt ihr ist härter: das Schlussmachen, oder wenn mit einem Schluss gemacht wird?

Yardim : „Es ist beides grausam. Aber ich bin noch zu feige für ein aufrichtiges Ende. Ich würde mich wohl lieber im Herzschmerz suhlen, als jemandem das Verlassenwerden zuzumuten. Ich wünschte, ich würde dem anderen die Verantwortung für die Schmerzen überlassen können, aber ich verrate meine Bedürfnisse noch zu schnell, wenn ich fremde Tränen sehe.“

Ulmen: „Auch wenn ich diesen Weg noch nie gegangen bin, verstehe ich all die feigen Leute, die per SMS Schluss machen. Eigentlich hat es doch dieselben Konsequenzen wie eine Trennung von Angesicht zu Angesicht. Es ist aber eine Frage des Stils.“

Zeichnen diese Situationen und Themen die Serie nicht auch gewissermaßen aus?

Ulmen: „Absolut! Es ist sicher nicht die beste Art Schluss zu machen, aber genau das ist einer dieser typischen ‚jerks.‘-Effekte, dass du Verständnis aufbringst für eine gewisse Art von Feigheit. Wir erzählen Geschichten über Feigheit und Verantwortungslosigkeit.“

Was ist die Quintessenz der dritten Staffel von „jerks.“?

Ulmen: „Mach nie per SMS Schluss! Sei verantwortungsbewusst.“

Yardim : „Mach damit, was es mit dir macht!“

Fahri Yardim u. Christian Ulmen in "jerks."
So nah wie hinter der Kamera: Yardim und Ulmen in "jerks."  Bild: Shooting-Motiv mit Fahri Yardim & Christian Ulmen: Joyn/Anatol Kotte, Szene: ProSieben/André Kowalski
 

"Wer seinen Pimmel zeigt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

„jerks.“ hat bisher keinen Anschein erweckt, Grenzen zu haben. Aber gibt es irgendwas, das ihr niemals vor der Kamera machen würdet?

Yardim : „Ich würde ungern meinen Pimmel vor laufender Kamera zeigen. Wer seinen Pimmel zeigt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Dürfen wir uns in einer möglichen vierten Staffel auf weitere peinliche Momente aus dem Leben Ulmens und Yardims freuen?

Yardim : „Die Glaskugel bleibt milchig. Nur unser Schicksal entscheidet, wie es weitergehen wird in den kommenden Staffeln.“

Was passiert eigentlich, wenn die Kamera am Set aus ist? Gibt’s da auch verrückte Momente?

Yardim : „Normalerweise herrscht große Harmonie bei uns am Set. Doch dieses Mal hatten wir da eine kleine Liebelei im Ensemble abseits der Kamera, die alles aufgewirbelt hat. Ein fürchterliches Drama. Das mit einer fiesen Genitalverletzung endete (lacht). Aber mehr wollen wir zum Schutz der Person mit den Initialen C.U. an dieser Stelle nicht verraten.“

Was bedeutet euch „jerks.“?

Yardim : „Ich liebe es ‚jerks.‘ zu drehen. Es ist wohl das schönste und wundervollste Projekt, dem ich bisher beiwohnen durfte. Und Herr Ulmen ist mit Abstand einer der besten 50 Regisseure, mit denen ich je drehen durfte.“Ulmen: "Kann ich nur bestätigen. Ich kenne die anderen 49 gut – Fahri hat recht. (lacht)"

 

"jerks." Staffel 3: Startdatum und Ausstrahlung 

Nach dem Interview erübrigt sich die Frage danach, wie nah die "jerks."-Verrücktheit an die Lebens-Realitäten Ulmens und Yardims angrenzen, im Grunde gänzlich. Ein abschließender Theorieansatz könnte sogar sein: Es besteht fast überhaupt kein Unterschied zwischen dem Ulmen bzw. Yardim vor der Kamera und dem hinter der Kamera.

Ab dem 18. Juni dürft ich euch auf dem neuen Streaming-Portal "Joyn" von ProSieben und Sat.1 endlich wieder dem maximalen Fremdschämfaktor hingeben. 

*Frederik Harms

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