GZSZ-Produzentin Katja Bäuerle verrät: So geht es nach dem Mord-Drama weiter
Mit dem Mord-Drama um Nina hat GZSZ eine der größten Geschichten der Serie geliefert. Was danach folgt, darüber hat Produzentin Katja Bäuerle im exklusiven Interview gesprochen.

Viele Wochen lang hat die Story um Nina und ihr dunkles Geheimnis die GZSZ-Fans beschäftigt. Jetzt ist die Handlung mit dem Ausstieg von Maria Wedig weitestgehend beendet. Doch das heißt nicht, dass es in der Serie nicht aufregend weitergeht. Toni (Olivia Marei) wird nun mit ihrer wahren Identität konfrontiert. Zudem gibt es gleich mehrere Rückkehrer:inne im Kolle-Kiez.
GZSZ-Produzentin Katja Bäuerle zieht Fazit
TV Movie hat mit GZSZ-Produzentin Katja Bäuerle über die Planung und Umsetzung des einzigartigen Krimi-Plots gesprochen und auch einen Ausblick darauf bekommen, wie es in der Serie jetzt weitergeht.
Die Geschichte um Nina und den Doppel-Mord als „Whodunit“-Case aufzubauen, hat es so bei GZSZ noch nicht gegeben. Wie kam es zu dieser Idee und wann hat Maria Wedig erfahren, dass ihre Rolle Nina dahintersteckt?
Das GZSZ-Storydepartment, Produzentin und Producer sitzen 2–3-mal im Jahr zusammen und überlegen die großen Geschichtsbögen der nächsten Monate. Hierbei diskutieren wir auch, welche Geschichten wir brauchen und was sich unsere Zuschauenden möglicherweise wünschen. Und bei einem dieser Treffen entstand bei den Autor:innen die Idee und der Wunsch, ein WhoDunit über mehrere Wochen zu erzählen. Wenn die Geschichten dann entwickelt und mit unseren RTL-Redakteurinnen diskutiert und final verabschiedet sind, stellen wir sie allen Schauspielenden vor.

Welches Fazit ziehen Sie, jetzt, wo die Geschichte zumindest in weiten Teilen abgeschlossen ist?
Wir haben uns mutig an etwas für uns Neues gewagt und dank der Arbeit aller Beteiligten hat das ganz wunderbar funktioniert. Der Chefautor hatte jederzeit parat, wer zu welchem Zeitpunkt was weiß, und das ist bei einer täglichen Serie, die eine solche Story 80 Folgen und nicht 90 Minuten lang erzählt eine große Herausforderung. Unsere Regisseure haben die Geschichte über diese Wochen lang zusammengehalten und unser fantastischer und spielfreudiger Cast hat zusammen mit der Regie der Spannung eine wichtige Emotionalität verliehen, die das ganze perfekt gemacht hat. Ohne die Facetten, die unsere Schauspieler:innen dieser Geschichte gegeben haben hätte sie auch nicht so lange getragen.
Die Geschichte hat den involvierten Schauspieler:innen gerade emotional sicherlich einiges abverlangt. Wie war das Feedback des Casts auf den Handlungsstrang?
Der Cast musste sich auch erst mit dieser Idee auseinandersetzen, denn sie war nicht nur ungewöhnlich, sie hatte ja auch Konsequenzen für Ihre Zusammenarbeit. Wir haben viele Plotpunkte und Haltungen ausführlich miteinander diskutiert, denn viele unserer Charaktere waren ja noch nie in der Situation, in die wir sie bringen wollten und es gab zahlreiche wichtige Fragen, die unsere Geschichte am Schluss noch besser gemacht haben.
Die Geschichte hat den involvierten Schauspieler:innen gerade emotional sicherlich einiges abverlangt. Wie war das Feedback des Casts auf den Handlungsstrang?
Der Cast musste sich auch erst mit dieser Idee auseinandersetzen, denn sie war nicht nur ungewöhnlich, sie hatte ja auch Konsequenzen für Ihre Zusammenarbeit. Wir haben viele Plotpunkte und Haltungen ausführlich miteinander diskutiert, denn viele unserer Charaktere waren ja noch nie in der Situation, in die wir sie bringen wollten und es gab zahlreiche wichtige Fragen, die unsere Geschichte am Schluss noch besser gemacht haben.
GZSZ: Darum waren die Ausstiege 2026 notwendig
Die Story um den Doppel-Mord im Kiez zog sich über mehrere Wochen, inklusive einer großen Auflösung in Form einer Doppelfolge. Sind solche großen Storylines, die über einen längeren Zeitraum den Schwerpunkt der Serie ausmachen, auch in Zukunft weiter geplant?
Eine Geschichte dieses Ausmaßes und vor allem auch dieser Farbe kann man nicht zu oft erzählen. Eine tägliche Serie steht auch immer für Kontinuität und einen warmen und vertrauten Ort, an dem man jeden Tag gerne zurückkehrt. Aber wenn es einem gelingt, die Zuschauenden mit einer überraschenden Story mitzunehmen und für eine solche Entwicklung zu interessieren, dann kann und muss man sich auch mal so etwas leisten. Und ich denke, das ist uns gut gelungen.
In diesem Jahr haben mit Patrick Fernandez, Lara Dandelion Seibert, Maria Wedig und Felix von Jascheroff vier Schauspieler:innen ihren Abschied von der Serie verkündet. Bedeutet der Ausstieg von vier zentralen Rollen, dass künftig neue Charaktere geschaffen werden oder sich eher auf bereits bestehende Figuren, zum Beispiel die Gerners, konzentriert wird?
Eine tägliche Serie muss ständig in Bewegung bleiben, um nach Jahrzehnten und Tausenden von Folgen immer wieder etwas Neues schaffen zu können. Bei den Dailies gehört es schon immer dazu, dass Schauspieler:innen uns verlassen. Das macht natürlich was mit Cast und Team, eine Veränderung der Aufstellung eines Ensembles und auch neue Charaktere bieten aber auch anderen Rollen notwendige, neue Erzählanlässe.
GZSZ nach dem Nina-Drama: „Eine tolle Basis für unzählige weitere Plots“
Als Zuschauer:in fühlt sich die Auflösung um Ninas Taten wie eine Zäsur an. Wie ist ihr Blick auf die Zukunft der Serie?
Für einige Rollen ist es tatsächlich auch eine Zäsur, besonders natürlich für Toni, die sich jetzt fragen muss, wer sie eigentlich ist und ob sie ihre wirklichen Eltern kennenlernen möchte. Für mich ist es weniger eine Zäsur als eine tolle Basis für unzählige weitere Plots. Ich bin überzeugt, dass GZSZ auch in dem sich verändernden Fernsehmarkt bestehen kann, reüssieren kann, wenn es sich auf seine fast 35 Jahre alte Geschichte genauso beruft wie auf sein Potential für Neues. Wenn wir ein zuverlässiger Ort im Leben der Zuschauer:innen bleiben und gleichzeitig überraschen können, dann dürfen wir die Geschichten dieses Berliner Kiezes hoffentlich noch sehr lange erzählen.
Anne Menden, Jan Kittmann und ganz besonders Oli P.: Fans dürfen sich auf einige Rückkehrer:innen freuen. Wie wichtig sind diese Comeback-Storys für GZSZ?
Sehr wichtig, wir freuen uns alle genau wie die Zuschauer:innen, wenn Rollen nach einer Pause zurückkehren, sind neugierig, was die Auszeit mit ihnen gemacht hat und wie sie sich wieder in unsere Stories einfügen. Und jemanden wie Oli P. nach den vielen Jahren mal wieder hierzuhaben ist auch eine Verneigung an die Zuschauenden, die seit den 90ern an der Seite dieser Serie sind.
Bei GZSZ ist schon so einiges passiert. Wie schafft man es, sich nicht zu wiederholen?
Charaktere, die schon lange dabei sind, entwickeln sich weiter, lernen, reifen und ihre Themen ändern sich entsprechend, neue Rollen kommen hinzu, bringen Erfahrungen und Erlebnisse mit und unsere Welt und die Gesellschaft, die immer auch die Folie unserer Geschichten sind, verändert sich ebenso. Also besteht keine große Gefahr sich zu wiederholen, dazu gibt es zu viel zu erzählen. Außerdem gibt es sowohl hier im Team als auch bei unserem Partner RTL tolle und erfahrene Kolleg:innen, die schon lange unsere Geschichten begleiten und denen auffallen würde, wenn es uns tatsächlich passieren sollte, dass wir eine Geschichte ein zweites Mal erzählen.
Kaum eine Serie hält sich im deutschen Fernsehen so lange und so gut wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Worin glauben Sie liegt das Geheimnis der Serie, immer wieder neue, zum Teil auch jüngere Zuschauer:innen anzuziehen?
Das ist harte Arbeit für alle die an dieser Serie arbeiten, von Sender bis Produktion. Die Balance zwischen Kontinuität und Innovation, seinem Markenkern treu bleiben und ihn gleichzeitig weiterentwickeln, Trends und sich verändernde Sehgewohnheiten erspüren und sie sinnvoll auf die Serie adaptieren aber nicht auf jeden Zug aufspringen. Sich mit den Zuschauenden und ihren Wünschen beschäftigen. Und sie können sich jeden Abend von Montag bis Freitag um 19:40 auf RTL und jederzeit auf RTL+ davon überzeugen, ob uns das gelingt.









