Zum Hauptinhalt springen
Klarstellung im Livestream

Gil Ofarims Anwalt und Kollege zollen Markus W. „Hochachtung“: Er habe unfassbares Leid erfahren

Gil Ofarims Anwalt Dr. Alexander Stevens und Strafrichter Thorsten Schleif sprachen in einem Instagram-Livestream offen über Autosuggestion, Schuld, Vergebung und das enorme Leid des fälschlich beschuldigten Hotelmitarbeiters. Dabei wird deutlich, wie es zu Ofarims falscher Geschichte kam.

In einem gemeinsamen Instagram-Livestream am 4. Februar 2026 haben Dr. Alexander Stevens und Strafrichter Thorsten Schleif ausführlich über den Fall Gil Ofarim gesprochen. Dabei ging es nicht nur um juristische Details, sondern vor allem um psychologische Mechanismen, persönliche Verantwortung und die dramatischen Folgen für den fälschlich beschuldigten Hotelangestellten des Westin Leipzig.

Autosuggestion als möglicher Auslöser?

Ein zentraler Punkt der Ausführungen von Ofarims Anwalt war das Thema Autosuggestion. Dr. Stevens erklärte, wie sich falsche Erinnerungen verfestigen können, insbesondere bei Menschen mit schweren Vorerfahrungen. Wörtlich sagte er: „Das kann sich dann echt anfühlen, obwohl es nie passiert ist“.

Nach Darstellung des Anwalts habe Gil Ofarim in der Vergangenheit massive Erfahrungen mit Antisemitismus gemacht. Diese hätten dazu geführt, dass ihm seine eigene Version der Geschichte um den Davidstern real erschienen sei. Die berühmte Metapher brachte Stevens ebenfalls klar auf den Punkt: Die „Pferde“ seien „mit ihm durchgegangen“.

Gil Ofarims ursprungsgeschichte war falsch, das Leid für den Geschädigten enorm

Trotz aller psychologischen Erklärungen vermittelte der Anwalt unmissverständlich, dass Ofarims Ursprungsgeschichte falsch gewesen sei. Dass der Hotelmitarbeiter durch die falsche öffentliche Anschuldigung jahrelang massives Leid erfahren hat, spart er thematisch nicht aus.

Stevens betonte, dass es für seinen Mandanten nicht einfach gewesen sei, „sich seine Schuld einzugestehen“. Gil Ofarim habe diesen Schritt jedoch vor den Augen der Weltöffentlichkeit getan, sich im Gerichtssaal entschuldigt und 40.000 Euro Schmerzensgeld an Herrn W. gezahlt. (Diese Zahl hat der Anwalt mittlerweile in einem Instagram-Beitrag vom 05. Februar korrigiert. „Kurze Richtigstellung [...]:Zivilrechtlich hat man sich schlussendlich auf 20.000 € Schmerzensgeld geeinigt – ursprünglich waren 40.000 € gefordert.“ Hinzukäme ein vom Strafgericht auferlegter Geldbetrag in Höhe von 10.000 €, sowie weitere Prozesskosten von rund 40.000 €.)

Besonders hob der Anwalt hervor, dass der Geschädigte „auf eine Verurteilung [hätte] bestehen können“. Dass er darauf verzichtet habe, werteten Stevens und sein Gesprächspartner als außergewöhnliche menschliche Leistung – zumal der Hotelangestellte öffentlich über Jahre zu unrecht „als Antisemit gebrandmarkt“ worden sei, so Stevens.

Richter Schleif: Entschuldigung nicht selbstverständlich

Strafrichter Thorsten Schleif zeigte sich im Talk offen kritisch. Er räumte ein, dass er persönlich die Entschuldigung möglicherweise nicht angenommen hätte. Der Schaden für den Hotelmitarbeiter sei immens gewesen, sein Leben in der Zeit vor Ofarims Schuldeingeständnis äußerst belastend gewesen.

Umso mehr gebühre dem Geschädigten „große Hochachtung“. Schleif schilderte eindringlich, wie furchtbar die Zwischenzeit für den fälschlich Beschuldigten gewesen sei. Für Gericht und Geschädigten sei letztlich offenbar aber Strafe genug gewesen, dass Ofarims Karriere durch den Skandal faktisch beendet worden sei.

„Was soll er denn noch tun?“

Dr. Stevens machte in dem Livestream erneut deutlich, dass Ofarim sich öffentlich im Gerichtssaal vor einer Vielzahl von Journalisten entschuldigt habe. Mehr könne man kaum verlangen. Seine zugespitzte Frage lautete: Was solle er denn noch tun? „Sich jeden Morgen geißeln?“

Gleichzeitig stellten der Anwalt und der Richter klar, dass Ofarim sich zu einer „Unterlassungserklärung“ verpflichtet habe – nicht zu einer „Verschwiegenheitserklärung“. Dennoch hätten ihm seine eigenen Anwälte bewusst Zurückhaltung auferlegt. Stevens formulierte es drastisch: Sie hätten Ofarim „einen Maulkorb verpasst“, weil ein juristisch hochkomplexer Fall nicht ins Dschungelcamp gehöre. Frei nach dem Prinzip: Wenn man nichts sagt, kann man auch nichts Falsches sagen.

Fall Gil Ofarim: Keine Vorstrafe, aber auch keine geheimen Enthüllungen

Im Gespräch wurde ebenfalls betont, dass Gil Ofarim trotz seines Schuldeingeständnisses nicht vorbestraft ist. Was aber auch ganz deutlich wird: Gil Ofarim ist keineswegs jemand, der etwas zugegeben hat, das nicht der Fall war. Vielmehr habe er sich lange schwergetan, die Realität anzuerkennen.

Von großen Geheimnissen, die der Öffentlichkeit bislang verborgen geblieben sind, kann laut Anwalt und Rechtsexperten Schleif keine Rede sein. Eine kleine Auffälligkeit wurde jedoch am Rande erwähnt: Bei den Aufnahmen der Überwachungskamera im Inneren des Westin Leipzig hätten zwei Sekunden gefehlt. Gemeint ist hierbei eine Einstellung, die die Hotel-Bar zeigte, an der sich Ofarim vor dem Streit an der Rezeption aufgehalten hatte. Zu sehen war auf besagter Aufnahme ein Bar-Mitarbeiter, der Richtung Lobby ging. Plötzlich sprang der Zeitzähler vor und der Mann war verschwunden.

Dr. Stevens betonte allerdings, er gehe nicht davon aus, dass dort eine Beleidigung durch Herrn W. zu sehen gewesen wäre. Möglich sei jedoch, dass etwas anderes passiert sei, das Ofarim getriggert und letztlich die Autosuggestion ausgelöst habe.

Am Ende blieb vor allem eine Botschaft hängen: Der Hotelangestellte habe Unvorstellbares ertragen – und dennoch Größe gezeigt. Dafür, so waren sich Anwalt und Richter einig, verdiene er höchsten Respekt.

Aktuell sorgt übrigens ein anderes Gil-Ofarim-Video für Aufsehen und zwar das seines Unfalls in der Dschungelprüfung an Tag 12. In unserer Videoanalyse zeigen wir euch in Zeitlupe, wie schlimm Ofarims Sturz wirklich war >>>

Ed Sheeran Game of Thrones - Foto: HBO
Stars
Ed Sheerans Vermögen: So reich ist der Sänger!

Er zählt zu den erfolgreichsten Musikern seiner Zeit – und ist damit reich geworden. Wie hoch das Vermögen von Ed Sheeran ist, erfahrt ihr hier.

Michelle sitzt in roter Kleidung in der offenen Front eines roten Autos. Neben ihr trägt Sandro eine karierte Augenmaske. - Foto: RTL
Heftiger Streit im Sommerhaus!
„Das Sommerhaus der Stars“: Wer ist raus nach Folge 8?

Ein verschwundener Tabakvorrat bringt das „Sommerhaus der Stars“ zum Eskalieren! Zwischen Ginger, Lukas, Tano und Ferry fliegen die Fetzen. Bei der Nominierung kommt es schließlich zum nächsten Eklat. Doch welches Paar muss nach Folge 8 tatsächlich gehen?

Patrick Swayze mit dunklen, zerzausten Haaren und offenem dunkelblauem Hemd blickt schräg nach oben. Der Hintergrund ist unscharf. - Foto: Imago/Cinema Publishers Collection
Alle Infos!
Dirty Dancing 2: Start, Inhalt, Darsteller - Wer ersetzt Patrick Swayze?

„Dirty Dancing 2“ kommt, doch Filmikone Patrick Swayze wird schmerzlich fehlen. Jetzt wird verraten, wie die geplante Fortsetzung mit dem Erbe des verstorbenen Stars umgehen will.

Laura Peuker mit langen blonden Haaren trägt eine blaue Jeansjacke vor einer Kulisse mit Holzhäusern. - Foto: Imago/STAR-MEDIA
Realitystar im Porträt
Wer ist Laura Peuker bei „The Power“? Die Influencerin im Steckbrief

Laura Peuker kämpft bei „The Power“ um den Sieg. Doch woher kennt man die Influencerin eigentlich? Die wichtigsten Infos über die Reality-TV-Kandidatin im Steckbrief.

VfB-Spieler Dan-Axel Zagadou, Lorenz Assignon und Ermedin Demirović jubeln - Foto: Imago Michal Fajt
UEFA Champions League: 3. Spieltag
VfB Stuttgart vs. Atlético Madrid im TV & Stream – wer überträgt den Champions-League-Kracher?

Der VfB Stuttgart empfängt Atlético Madrid: Nach den bisherigen Aufgaben in der Königsklasse wartet auf die Schwaben in der MHPArena nun ein absolutes Schwergewicht des europäischen Fußballs. Hier erfährst du, wo die Partie gegen die Spanier live im TV und Stream läuft.

Chris Wackert mit breitem Lächeln in einem Anzug. - Foto: Imago/Sven Simon
Ehrliche Worte
Nach Steffi Brungs' Trennungsstatement: Chris Wackert spricht Klartext

Nach dem emotionalen Trennungsstatement von Steffi Brungs richtet sich die Aufmerksamkeit auf Ex Chris Wackert. Der „Frühstücksfernsehen“-Moderator meldet sich nun mit einem „Transparenz-Talk“ zu Wort.