Gil Ofarim „bauscht [...] Verschwiegenheitserklärung auf, um keine Reue zeigen zu müssen“
Gil Ofarim sorgt im Dschungelcamp mit seinem Schweigen zu den fälschlicherweise erhobenen Antisemitismusvorwürfen für Aufsehen. Jetzt äußert sich ein Medienrechtler.

Gil Ofarim steht weiterhin im Rampenlicht des RTL-Dschungelcamps, doch wenn es um die falschen Antisemitismusvorwürfe gegen einen Leipziger Hotelangestellten geht, schweigt der Musiker beharrlich. Seine Begründung: Eine Verschwiegenheitserklärung verbiete es ihm, darüber zu sprechen. Doch genau das sorgt für noch mehr Fragen und Spekulationen.
Seinem eigener Anwalt räumte in einem Instagram-Live am 3. Februar ein, es handle sich in Wahrheit um eine Unterlassungserklärung, die sich darauf beziehe, die erfundenen Vorwürfe nicht erneut zu tätigen – und nicht um eine komplette Schweigepflicht. Ofarims Anwälte hätten ihm dazu geraten, vorerst zu schweigen, damit er sich nicht unbeabsichtigt selbst in Schwierigkeiten bringe.
Antisemitismus-Eklat: Was darf Gil Ofarim tatsächlich sagen?
Zur Einordnung: 2021 beschuldigte Gil Ofarim einen Leipziger Hotelmitarbeiter des Antisemitismus, was für jede Menge Wirbel sorgte. Später musste der Sänger sich und der Welt eingestehen, den Vorfall erfunden zu haben. Seither scheint das Thema untrennbar mit seinem Namen verbunden – auch im Dschungelcamp kommt er bei seinen Mitstreitern nicht darum herum.
Der Anwalt des Hotelangestellten, Daniel Baumgärtner, stellte schon öffentlich klar: Es gibt, abgesehen von der Unterlassungserklärung, keine weitergehende Schweigepflicht.
Welche Aussagen Gil aber tatsächlich Probleme bereiten könnten, wurde nun im Medienmagazin „Zapp“ beleuchtet. Medienrechtler Felix Zimmermann erklärt: Eine Unterlassungserklärung bezieht sich immer nur auf ganz bestimmte Vorwürfe – eine öffentliche Entschuldigung oder eine allgemeine Stellungnahme wären für Gil Ofarim durchaus möglich.
Kritik an Ofarims Kommunikationsstrategie: Das sagt Zimmermann
Doch was ist mit dem, was Ofarim bislang im Dschungel geäußert hat? Für seinen Manager steht fest: Gil habe „schon viel zu viel“ gesagt. Medienrechtler Zimmermann geht da ins Detail: Im Dschungelcamp sagte Ofarim, er habe „die Schuld auf sich genommen“ – angeblich, um seine Kinder nicht zu verlieren. Dadurch habe er „diese drei Zeilen verlesen“, womit die Entschuldigung gemeint ist.
Zimmermann erklärt dazu: „Wenn er sagt, er habe die Schuld auf sich genommen – der Kinder wegen – behauptet er zwar nicht ausdrücklich, dass die Vorwürfe doch zutreffen, erweckt jedoch zwischen den Zeilen einen entsprechenden Eindruck.“ Rechtlich sei das ein schwieriger Grenzfall. „Problematisch wird es erst, wenn zwingend ein falscher Eindruck entsteht – und hier können Gerichte durchaus unterschiedlich entscheiden“, so der Medienrechtler weiter.
Fazit: Wird Ofarims Taktik zum Bumerang?
Medienrechtler Dr. Felix W. Zimmermann ordnet Ofarims Verhalten kritisch ein: „Ofarim bauscht nun offenbar die Bedeutung der Verschwiegenheitserklärung auf, um keine Reue zeigen zu müssen.“ Fakt ist: Gils Schweigen und seine Andeutungen heizen die Spekulationen weiter an – und könnten bei falscher Interpretation gegebenenfalls sogar rechtliche Folgen haben ...







