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"Game of Thrones"-Star Sibel Kekilli im TV Movie-Interview

So schön strahlte die Deutsch-Türkin bei der Berlinale 2014.
So schön strahlte die Deutsch-Türkin bei der Berlinale 2014.

Es geht wieder los! Am 28.2. startet die dritte Staffel "Game of Thrones" bei RTL II. "Tatort"-Star Sibel Kekilli spielt seit Staffel 1 im HBO-Serienhit mit – und erobert damit die Herzen der Fans. Mit TV Movie sprach sie über Hollywood, ihre Co-Stars und den Serien-Tod.

 TV Movie: Frau Kekilli, ihr Charakter Shae hat es von der Prostituierten zum Liebling von Tyrion geschafft. Wie geht es mit ihr in Staffel 3 weiter?
 
Sibel Kekilli: Ich will den Zuschauern nicht zu viel verraten, aber Sie muss eine unangenehme Überraschung hinnehmen. Die Liebe zu Tyrion und ihre Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt.
 
TV Movie: "Game of Thrones" ist mit großartigen Kostümen ausgestattet. Der Traum einer jeden Frau…
 
Sibel Kekilli: Ja, ich liebe Shaes Kleid. Aber auch all die anderen Kostüme sind einfach unglaublich. Die Kostümbildnerin erschafft da wirklich etwas Großartiges und achtet auf jedes kleinste Detail. Die meisten Kostüme werden ja auch in den Drehpausen ausgestellt. Letztens war so eine Ausstellung in New York.
 
TV Movie: Durften Sie nach dem Dreh eines Ihrer Kostüme behalten?
 
Sibel Kekilli: Ich habe nur nach ein paar Accessoires gefragt. Das reicht mir schon.
 
TV Movie: Verstehen Sie sich gut mit ihren Co-Stars "Tyrion" Peter Dinklage und "Sansa" Sophie Turner?
 
Sibel Kekilli: Ja, sehr gut. Mit Peter verbindet mich eine Freundschaft. Und Sophie liebe ich. Sie ist wie eine kleine Schwester für mich. Und da meine Szenen überwiegend mit den beiden sind, ist es schon ein anderes Verhältnis als zu anderen Kollegen. Dennoch verstehe ich mich mit den anderen auch sehr gut.
 
TV Movie: Worüber reden Sie während der Drehpausen?
 
Sibel Kekilli: Unterschiedlich. Mal reden wir über Peters süße Tochter, dann wieder über Drehprojekte, über türkische und deutsche Musik und allerlei mehr.
 
TV Movie: Haben Sie auch über die Drehzeit hinaus Kontakt?
 
Sibel Kekilli: Ja manchmal. Peter und ich schreiben uns mehr oder weniger regelmäßig. Mit ein paar anderen Kollegen treffe ich mich, wenn sie mich in Berlin besuchen oder ich mal in Los Angeles bin.
 
TV Movie: Gibt es eigentlich auch Momente, in denen sich der komplette Cast der Serie trifft? Gedreht wird ja ziemlich verstreut.  
 
Sibel Kekilli: Der Cast von Königsmund trifft sich meistens, wenn man außerhalb von Belfast dreht, etwa in Dubrovnik. Aber der komplette Cast nur wie jetzt, wenn wir bei den Screen Actors Guild Awards in Los Angeles sind oder die nächste Staffel Premiere hat.
 
TV Movie: Haben Sie neben Shae einen Lieblingscharakter in der Serie?
 
Sibel Kekilli: Ich liebe Tyrion. Und Lord Varys. Aber auch Sean Beans Rolle (Ned Stark, Anm. d. Red.) habe ich sehr gemocht, was aber natürlich auch mit den hervorragenden Schauspielern zu tun hat.
 
TV Movie: Kennen Sie eigentlich die Bücher, oder haben Sie sie vielleicht sogar im Regal stehen?
 
Sibel Kekilli: Ich habe die Bücher tatsächlich hier stehen, aber noch nicht gelesen. Weil ich mir mein eigenes Bild von Shae erschaffen und mich nicht von ihrem Buchcharakter beeinflussen lassen wollte.
 
TV Movie: Haben Sie den Autor George R.R. Martin schon einmal getroffen?
 
Sibel Kekilli: Ich hatte das Glück, ihn zu treffen, ja. Und er ist wirklich sehr lustig, unterhaltsam und charmant.
 
TV Movie: Wie erklären Sie sich den großen Erfolg der Serie?
 
Sibel Kekilli: In den USA waren die Bücher ja schon vorher Bestseller, während sie hier eher unbekannt waren. Der große Erfolg der Serie liegt, glaube ich, in dieser perfekten Fantasiewelt, die sie geschaffen hat, und die niemand vorher für möglich hielt. Vor allem aber ist die Serie konsequent. Jeder, aber auch wirklich jeder kann sterben.
 
TV Movie:
Wenn Sie es sich aussuchen dürften: Wie würden Sie als Shae am liebsten das Zeitliche segnen?
 
Sibel Kekilli: Da würde ich ganz den Produzenten und Autoren Dan Weiss und David Benioff vertrauen. Die beiden haben ja die meisten Todesfälle schon ziemlich spannend gestaltet. Ich wünschte mir, dass mein Tod so wäre, dass man es nicht so schnell vergisst.
 
TV Movie: Wie ist der Zuspruch der Fans? Erkennt man Sie jetzt auch in den USA auf der Straße?
 
Sibel Kekilli: Ja, merkwürdigerweise schon. Ich wurde sogar schon mal mitten auf dem Taksimplatz in Istanbul von einer Amerikanerin erkannt.
 
TV Movie:
 Bekommen Sie auch Fan-Post?
 
Sibel Kekilli: Ja. Die Post kommt aus den USA, Brasilien und vielen anderen Ländern. Die Menschen schreiben zum Beispiel, wie toll sie die Serie oder Tyrion und mich finden. Aber meistens möchten sie einfach nur ein Autogramm haben.
 
TV Movie: In den USA heißen inzwischen viele Kinder Arya und Khaleesi. Haben Sie vielleicht auch von Babys gehört, die nach Shae benannt sind?
 
Sibel Kekilli:
Witzig, jetzt muss ich lachen. Nein, bis jetzt noch nicht. Aber dass nach "Gegen die Wand" der Name Sibel benutzt wurde, das weiß ich.
 
TV Movie: Letztes Jahr hatten Sie keinen Agenten in den USA und auch nicht vor, in Hollywood eine Karriere zu starten. Hat sich das inzwischen geändert?
 
Sibel Kekilli: Nein, da man so was wirklich nicht richtig planen kann. Und man sollte auch nicht zu verbissen sein. Natürlich kommen jetzt mehr internationale Casting-Anfragen, und dafür brauche ich jetzt langsam eine Agentur da drüben. Aber ich möchte trotzdem alles ruhig und überlegt angehen.
 
TV Movie: In welcher US-Serie würden Sie sonst gern einmal mitspielen?
 
Sibel Kekilli: In "The Sopranos", leider bin ich da aber zu spät dran. Oder in "Breaking Bad" – aber auch zu spät! Vielleicht "Homeland"... Ich könnte, glaube ich, noch ziemlich viele aufzählen.
 
INTERVIEW: Katharina Hofmann
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