Handlungsfrage in Staffel 15

„Frühling“: Fragwürdiges Detail rund um André Fabiansky sorgt für Verwirrung

In der aktuellen Staffel der ZDF-Serie „Frühling“ geraten Katja Baumann und ihre Freunde in ein emotionales Dilemma. Doch ein Detail rund um einen möglichen Vaterschaftstest sorgt bei genauerem Hinsehen für Stirnrunzeln.

Katja Baumann und André Fabiansky aus der ZDF-Serie „Frühling“ stehen sich in einem Restaurant gegenüber und führen ein ernstes Gespräch.
Ein Detail rund um André Fabiansky sorgt bei „Frühling“-Fans für Stirnrunzeln. Foto: Barbara Bauriedl / ZDF

Die beliebte Herzkino-Serie „Frühling“ mit Simone Thomalla als Dorfhelferin Katja Baumann begeistert seit Jahren mit emotionalen Geschichten aus dem gleichnamigen fiktiven Ort. In der 15. Staffel entwickelt sich jedoch ein Handlungsstrang, der bei manchen Zuschauer:innen Fragen aufwirft. Im Mittelpunkt steht diesmal Trixie Weber, die Katja um einen heiklen Gefallen bittet – und damit eine mögliche Logiklücke in der Serie offenbart.

Vaterschaftsfrage bringt Katja Baumann in ein Dilemma

Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Geständnis von Trixie. In der Episode „Einhundert Meter“ verrät sie Katja, dass Gynäkologe André Fabiansky möglicherweise der Vater ihres Sohnes Karl sein könnte. Hintergrund ist ein früherer One-Night-Stand. Die Situation ist besonders heikel: Ausgerechnet André hat Karl damals zur Welt gebracht. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen ihm und Katja gerade eine vorsichtige Romanze. Doch Trixie möchte Gewissheit – und kommt deshalb auf eine ungewöhnliche Idee. Katja soll heimlich eine DNA-Probe von André besorgen, etwa von einem benutzten Glas. Damit könnte Trixie überprüfen lassen, ob er tatsächlich der Vater ihres Kindes ist. Für Katja entsteht dadurch ein moralisches Dilemma. Einerseits möchte sie ihrer Freundin helfen, andererseits würde sie André damit hintergehen.

Katja Baumann und Trixie Weber aus der ZDF-Serie „Frühling“ stehen sich in einer Wohnung gegenüber und führen ein angespanntes Gespräch über das mögliche Vaterschaftsgeheimnis.
Katja bewahrt Trixies Geheimnis. Foto: ZDF/ Barbara Bauriedl

So funktioniert ein DNA-Vaterschaftstest wirklich

Ein klassischer Vaterschaftstest funktioniert über den Vergleich bestimmter genetischer Marker. Dabei werden sogenannte STR-Marker (Short Tandem Repeats) aus der DNA von Kind und möglichem Vater analysiert. Für den Test reicht meist ein Abstrich der Mundschleimhaut, der mit einem Wattestäbchen entnommen wird. Im Labor werden anschließend mehrere DNA-Systeme untersucht. Stimmen die genetischen Merkmale überein, kann eine Vaterschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99,9 Prozent bestätigt werden. Stimmen sie nicht überein, wird sie ausgeschlossen. Besonders interessant: Wenn nur zwei Männer als Vater infrage kommen, genügt es oft, lediglich einen von ihnen zu testen. Passt dessen DNA nicht, bleibt automatisch der andere als möglicher Vater übrig.

Das steckt hinter dem Logikfehler in „Frühling“

Genau an diesem Punkt wirkt die Handlung der Serie wenig schlüssig. Laut Trixies eigener Aussage kommen nur zwei Männer als Vater infrage: André Fabiansky und ihr Ehemann Mark Weber. Statt Katja um eine heimliche DNA-Probe von André zu bitten, könnte Trixie theoretisch zuerst ihren eigenen Mann testen. Da sie mit ihm zusammenlebt, wäre es deutlich einfacher, beispielsweise von einem Glas oder einer Zahnbürste DNA zu sichern. Würde der Test bestätigen, dass Mark der Vater ist, müsste André überhaupt nicht getestet werden. Selbst wenn Mark ausgeschlossen wird, könnte Trixie André anschließend immer noch direkt darauf ansprechen. Gerade deshalb wirkt der Plan, Katja in die Sache hineinzuziehen, unnötig kompliziert – und lässt die Handlung ein wenig konstruiert erscheinen.

Nicht der erste Logikbruch in der ZDF-Serie

Es ist nicht das erste Mal, dass Zuschauer:innen bei „Frühling“ über kleine Unstimmigkeiten stolpern. Auch rund um die Figur André Fabiansky gab es bereits eine Kuriosität. Schauspieler Gabriel Raab trat nämlich schon in der allerersten Folge der Serie auf – damals allerdings als Krankenpfleger namens Max. In der aktuellen Staffel erklärt seine neue Figur André jedoch, dass er Katja bereits seit Jahren kenne. Eine Erklärung für den Namenswechsel liefert die Serie bislang nicht.

Wie geht es mit dem Vaterschaftsgeheimnis weiter?

Die Geschichte um Trixie, André und Katja zieht sich über mehrere Episoden der 15. Staffel von „Frühling“. Ob Katja tatsächlich eine DNA-Probe besorgt, dürfte sich erst später entscheiden. Besonders spannend wird es in der sechsten Folge mit dem Titel „Ich weiß, was du heimlich getan hast“, die am 15. März um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. Schon der Episodentitel deutet an, dass das Geheimnis rund um die mögliche Vaterschaft bald ans Licht kommen könnte. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Nach deutschem Recht sind heimliche Vaterschaftstests nicht erlaubt. Das Gendiagnostikgesetz schreibt vor, dass alle betroffenen Personen ihre Zustimmung geben müssen.

Quellen